Gesellschaft für Technische Überwachung

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GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1977[1]
Sitz Stuttgart, Deutschland
Leitung Dimitra Theocharidou-Sohns

Robert Köstler (Geschäftsführung)

Mitarbeiterzahl 258[2]
Umsatz 400 Mio. EUR[2]
Branche Technische Prüforganisation
Website www.gtue.de

Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (Abkürzung: GTÜ mbH) mit Sitz in Stuttgart ist in Deutschland eine amtlich anerkannte Überwachungsorganisation (aaÜO) gemäß Anlage VIIIb der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. (Weitere anerkannte Organisatoren sind TÜV Süd, TÜV Nord, TÜV Rheinland, TÜV Thüringen, TÜV Hanse, TÜV Hessen, TÜV Saarland, DEKRA und KÜS.) Gesellschafter der GTÜ sind die Arbeitsgemeinschaft der Kraftfahrzeugsachverständigen (AGS), der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) und der Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen (BVSK).

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GTÜ arbeitet mit mehr als 2.300 selbständigen und hauptberuflich tätigen Prüfingenieuren und Sachverständigen an über 11.000 Prüfstützpunkten im gesamten deutschen Bundesgebiet zusammen und bietet so ein flächendeckendes Expertennetzwerk. Damit ist sie gleichzeitig die größte amtlich anerkannte Kfz-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kraftfahrzeugsachverständiger in Deutschland und zählt zu den größten Sachverständigenorganisationen überhaupt. Zu den Kerndienstleistungen gehören amtliche Hauptuntersuchungen von Kraft- und Nutzfahrzeugen sowie Schadengutachten und Wertgutachten. Damit trägt die GTÜ maßgeblich zur Verkehrssicherheit und zum Umweltschutz in Deutschland bei. Gleichzeitig leistet die GTÜ einen großen Beitrag zu einer funktionierenden Mobilität, Logistik und zur Grundversorgung unseres Landes. Hinzu kommen zahlreiche weitere Dienstleistungen rund um die Sicherheit im Straßenverkehr und die Kraftfahrzeugtechnik.

Der Technische Dienst der GTÜ arbeitet unter anderem für Fahrzeughersteller, Fahrzeugteilehersteller und Importeure sowie im Rahmen der Fahrzeughomologation und führt EG-Typgenehmigungen an Kraftfahrzeugen, Systemen, Bauteilen und selbständigen technischen Einheiten durch. Nach der Liberalisierung des § 21 StVZO im März 2019 ist die GTÜ auch auf dem Gebiet der „Vollgutachten“ und „Einzelabnahmen“ tätig. Daneben hat die GTÜ ihre Überwachungstätigkeit auf die Bereiche Gebäude- und Anlagensicherheit sowie baubegleitende Qualitätsüberwachung ausgedehnt und betreibt Tochtergesellschaften zur Anlagensicherheit sowie die Zertifizierungsstelle und den Prüfmittelservice.

Die Prüfingenieure und Unterschriftsberechtigten der GTÜ führen zahlreiche gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen an Fahrzeugen durch:

Amtliche Überwachungsorganisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schadengutachten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mehr als 2.300 neutralen und unabhängigen Kfz-Sachverständigen und deren qualifizierte Mitarbeiter des flächendeckenden GTÜ-Netzwerks sind auch auf dem Gebiet der Schadengutachten tätig. Diese betreffen beispielsweise Haftpflichtschäden nach Verkehrsunfällen, Kaskoschäden sowie Wetter- und Wildschäden.

Technischer Dienst der GTÜ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Technische Dienst der GTÜ ist seit 2009 vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) als Prüflaboratorium nach DIN EN ISO/IEC 17025 und 17020 benannt. Auf diesem Gebiet arbeitet er beispielsweise für Fahrzeughersteller, Fahrzeugteilehersteller und Importeure sowie im Rahmen der Fahrzeughomologation und führt EG-Typgenehmigungen an Kraftfahrzeugen (Einzelfahrzeuge und Typen), Systemen, Bauteilen und selbständigen technischen Einheiten durch. Dazu erstellt der Technische Dienst die notwendigen Prüfberichte und übernimmt auf Wunsch auch die Kommunikation mit den Behörden. Mit mehr als 350 Prüfverfahren können auf Basis europäischer Gesetzgebung alle Fahrzeugklassen und die meisten Systeme typgenehmigt werden und somit aufgrund der Gutachten eine Betriebserlaubnis erhalten. Die Einzelgenehmigung von Fahrzeugen bieten über 130 Experten deutschlandweit flächendeckend an.

Nach der Liberalisierung des § 21 StVZO inklusive § 19 (2) StVZO im März 2019 nimmt der Technische Dienst auch Aufgaben für „Vollgutachten“ und „Einzelabnahmen“ wahr. Diese betreffen beispielsweise Tuningfahrzeuge, Fahrzeuge, die länger als sieben Jahre stillgelegt sind und bei denen die Zulassungspapiere fehlen oder importierte Gebrauchtwagen. Auch für das Auflasten etwa von Reisemobilen ist ein Gutachten erforderlich.

GTÜ-Akademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GTÜ-Akademie veranstaltet pro Jahr rund 1.200 Seminartage für die Weiterbildung von Prüfingenieuren und Sachverständigen. Das Angebot umfasst auch die Qualifikation zum Kfz-Prüfingenieur, für das die GTÜ-Akademie von der Bundesagentur für Arbeit als Träger nach AZAV zugelassen ist. Hieraus ergeben sich Fördermöglichkeiten, um diese berufliche Qualifikation zu erlangen.

Die Fortbildung von Prüfingenieuren findet an über 60 Standorten statt. Abrundend können diese Maßnahmen seit 2008 auch über E-Learning absolviert werden. Seit 2009 ist die GTÜ-Akademie zudem in der Qualifizierung von Unterschriftsberechtigten des Technischen Dienstes tätig.

Kundenakademie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GTÜ-Kundenakademie bietet ein bundesweites Expertennetzwerk von qualifizierten Beratern, Trainern, Coaches, Experten und Juristen und wendet sich insbesondere an Autohäuser und Kfz-Werkstätten. Mit Hilfe der Fachleute lassen sich über professionelle Maßnahmen beispielsweise ungenutzte Wachstumspotenziale und Verbesserungsmöglichkeiten für die tägliche Arbeit identifizieren und umsetzen. Die Kundenakademie hat Seminare und Schulungen beispielsweise zu diesen Themen im Angebot: Renditesteigerung, Qualitätssicherung, Prozess- und Serviceoptimierung, Mitarbeiter- und Führungskräfteentwicklung.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit zahlreichen Veröffentlichungen für Autofahrer und Fachwerkstätten informiert die GTÜ umfangreich über die Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Zu den Veröffentlichungen gehören Ratgeber, Checklisten, Fachinformationen oder auch die Ergebnisse vielfältiger Produktvergleichstests, etwa zu Sommer- und Winterreifen.

Weitere Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GTÜ und ihre Vertragspartner sind neben der amtlichen Fahrzeugüberwachung in weiteren Geschäftsfeldern im Sachverständigenwesen tätig.

Qualitätssysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GTÜ hat fundierte Qualitätssysteme entwickelt, die vor allem in Kfz-Werkstätten zum Einsatz kommen. Dazu gehören das GTÜ-Umweltsiegel, Werkstattaudits- und -tests sowie der Zustandsbericht nach System GTÜ für Gebrauchtwagen. Im Baubereich dokumentieren die Qualitätssysteme des GTÜ-Bausiegels die Qualität der durchgeführten Bauleistungen.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GTÜ Anlagensicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GTÜ Anlagensicherheit GmbH ist eine Zugelassene Überwachungsstelle für überwachungsbedürftigen Anlagen. Diese sind in der Regel vor ihrer erstmaligen Inbetriebnahme und in bestimmten Fristen wiederkehrend von Sachverständigen zu prüfen. Zu den Anlagen gehören zum Beispiel Aufzugsanlagen, Dampfkesselanlagen, Dieselkraftstoffbehälter und Altölsammelbehälter, Druckgeräte und Druckbehälter, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen sowie Anlagen für entzündliche, leichtentzündliche und hochentzündliche Flüssigkeiten.

GTÜ Zertifizierungsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GTÜ Zertifizierungsstelle GmbH (GTÜZ) ist durch die DAkkS Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH nach der europäischen Norm EN ISO/IEC 17021 akkreditiert. Unparteilich und neutral zertifiziert sie Qualitätsmanagementsysteme von Unternehmen nach DIN EN ISO 9001 ff. Dabei bringt die GTÜZ den Sachverstand und die umfangreichen beruflichen Erfahrungen freiberuflicher Sachverständiger unterschiedlicher Fachrichtungen ein. Zu den Kunden zählen sowohl Industriebetriebe, Handels- und Handwerksbetriebe, Dienstleistungsbetriebe wie auch Architektur- und Ingenieurbüros. Wesentlich bei der Zertifizierung ist nicht allein das Beurteilen der Normenkonformität, sondern insbesondere das Überprüfen der Funktionsfähigkeit und Effizienz der Qualitätsmanagementsystemen.

GTÜ Prüfmittelservice GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GTÜ Prüfmittelservice GmbH ist spezialisiert auf das Prüfen und Kalibrieren der Messtechnik in Kfz-Betrieben und Autohäusern. Dazu gehören insbesondere die für die Hauptuntersuchung relevanten Prüfmittel nach ISO 17025 bzw. nach den aktuellen, gültigen Richtlinien der Straßenverkehrsordnung (StVZO). Beispiele dieser Prüfmittel sind: Bremsenprüfstände Rolle/Platte, Scheinwerfereinstell-Prüfsysteme, Lehren für Verbindungseinrichtungen, Schließkraftmessgeräte, Druckluftmanometer, Abgasuntersuchungsgeräte und Drehmomentschlüssel. Das Unternehmen bietet neben ausgereiften Prüfstandards auch den Service, die Werkstätten und Autohäuser mit speziell ausgestatteten Fahrzeugen („rollende Prüflabore“) zu besuchen, so dass die meisten Prüfungen und Kalibrierungen entsprechend den vorgeschriebenen Richtlinien in den Betrieben vorgenommen werden können und die Werkzeuge, Prüf- oder Messgeräte sofort wieder einsatzbereit sind.

GTÜ ATE EL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 gründeten die GTÜ und der luxemburgische Homologationsspezialist ATE EL S.á r.l. als gemeinsames Unternehmen GTÜ ATE EL AG. Seit Juli 2020 ist die GTÜ mbH Mehrheitseigner an diesem Joint-Venture. Das Unternehmen ist eine international agierende Sachverständigenorganisation und unter anderem ein notifizierter Technischer Dienst der Europäischen Gemeinschaft und der UN-ECE sowie ein in Taiwan akkreditierter Technischer Dienst. Kunden wie beispielsweise Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Volkswagen, aber auch Iveco, Hymer, KTM und Touratech profitieren von dem auf diese Weise erweiterten Homologationsangebot für alle Fahrzeugarten und Bauteile zur Erlangung von Typ- und Einzelgenehmigungen nach Deutschland (E1) und Luxemburg (E13).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V. (BVS) gründet 1977 unter seinem Präsidenten Hans J. Altmeier die GTÜ in München. Ursprünglicher Gesellschaftszweck ist die technische Überwachung und Überprüfung von Anlagen und Fahrzeugen aller Art. 1981 erfolgt die Umgründung der GTÜ in eine Sachverständigenorganisation durch 110 selbständige Kfz-Sachverständige als GTÜ-Vertragspartner in Stuttgart.

Mit der 8. Änderungsverordnung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften treten 1989 die neue Anlage VIII und damit die Öffnung des § 29 StVZO in Kraft (BGBl. 1989 I, 1001). Jetzt können die Bundesländer weitere Überwachungsorganisationen anerkennen, die von selbständigen und hauptberuflich tätigen Kfz-Sachverständigen gebildet und getragen werden. Der neu gegründete BVS-KSV (BVS-Kraftfahrtsachverständigen-Verein e.V.) nimmt ab diesem Jahr die Interessen seiner Mitglieder bei der Organisation von Fahrzeuguntersuchungen und die Treuhandaufgaben für den BVS in der Gesellschafterversammlung der GTÜ wahr. Baden-Württemberg erkennt 1990 als erstes Bundesland die GTÜ als amtlich anerkannte Überwachungsorganisation gemäß Anlage VIII StVZO an. In der Folge erhält die GTÜ auch in allen anderen Bundesländern die amtliche Anerkennung. Die erste Hauptuntersuchung der GTÜ wird am 26. November 1990 von GTÜ-Prüfingenieur Egon Schäfer, Heilbronn/Sinsheim, durchgeführt. Ab September 1993 prüft die GTÜ in allen Bundesländern. Als weitere Geschäftszweige werden aufgenommen: Umweltschutz, Energieberatung, Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit (Arge UEQA).

Mit der 16. Änderungsverordnung zur StVZO fällt 1994 auch das Monopol der Technischen Prüfstellen für Änderungsabnahmen an Fahrzeugen gemäß § 19 Abs. 3 StVZO. Die GTÜ kann als Überwachungsorganisation jetzt auch diese amtlichen Fahrzeug-Prüfungen durchführen. Das Unternehmen gründet 1995 die GTÜ Zertifizierungsstelle GmbH (GTÜZ) mit der Aufgabe, QM-Systeme nach DIN EN ISO 9001-9003 zu zertifizieren. 1996 wird die GTÜZ von der Trägergemeinschaft für Akkreditierung (TGA) als Zertifizierungsstelle gemäß DIN EN 45012 akkreditiert und ist damit befugt, die Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen nach der Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff. durchzuführen. 1999 weitet die GTÜ ihre Geschäftstätigkeit erneut aus. Mit der Aufnahme des Geschäftsfeldes BQÜ – Baubegleitende Qualitätsüberwachung – betätigt sie sich außerhalb der Kfz-Branche in einem weiteren Bereich.

Im Jahr 2006 wird die GTÜ wird von der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (StMUGV) als Zugelassene Überwachungsstelle gemäß Betriebssicherheitsverordnung befugt. Diese Befugnis gilt für:

  • Druckgeräte und einfache Druckbehälter nach § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BetrSichV
  • Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen und Anlagen für entzündliche, leicht entzündliche und hoch entzündliche Flüssigkeiten nach § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 und 4 BetrSichV
  • Aufzugsanlagen nach § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BetrSichV

Dieses Tätigkeitsfeld war bis dahin und mehr als 140 Jahre lang ausschließlich ein TÜV-Monopol.

Die 2006 beschlossene „Neuordnung des Rechts der Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr“ tritt 2007 in Kraft. Damit können nun auch die Prüfingenieure der GTÜ Fahrzeuge, die länger als 18 Monate abgemeldet waren, im Rahmen einer Hauptuntersuchung gemäß § 29 StVZO prüfen. Damit ist der Weg frei für eine Wiederzulassung länger stillgelegter Fahrzeuge ohne aufwändiges „Vollgutachten“ durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen. Die GTÜ-Prüfingenieure dürfen zudem nun gemäß § 23 StVZO Gutachten für die Einstufung eines Fahrzeugs als Oldtimer erstellen, die dann das H-Kennzeichen führen dürfen. 2008 wird die GTÜ Anlagensicherheit vom Umweltministerium Baden-Württemberg als Sachverständigenorganisation gemäß § 22 der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe (VAwS) anerkannt und von der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (StMUGV), München, als Benannte Stelle für das Inverkehrbringen von Aufzugsanlagen akkreditiert.

Die EG-Fahrzeuggenehmigungsverordnung (EG-FGV) tritt 2009 in Kraft. Die Verordnung setzt die Rahmenrichtlinie 2007/46/EG zur Typ- und Einzelgenehmigung von Neufahrzeugen mit mindestens vier Rädern in nationales Recht um. Die GTÜ hatte sich zuvor national und auf EU-Ebene erfolgreich dafür eingesetzt, dass Einzelgenehmigungsprüfungen auch von hierfür durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) benannten Technischen Diensten durchgeführt werden dürfen. Die GTÜ schließt einen Kooperationsvertrag mit der FAKT GmbH. Der Geschäftsbereich „Anlagensicherheit“ der GTÜ wird 2010 nach einer Phase intensiven Wachstums und einer sichtbaren Positionierung am liberalisierten Prüfmarkt für überwachungsbedürftige Anlagen in die GTÜ Anlagensicherheit GmbH ausgegliedert. Die Befugnisse als Zugelassene Überwachungsstelle, Zertifizierungsstelle für Aufzüge und Prüflaboratorium für Aufzüge sowie die Anerkennung als Sachverständigenorganisation nach VAwS gehen auf die neue Gesellschaft über.

2012 wird der Fachbereich Oldtimer neu geordnet, um den Partnern mehr Unterstützung beispielsweise für Oldtimerwertgutachten durch Marktwertanalysen sowie den zentralen Zugang zu Fachwissen zu bieten. Das umfangreiche GTÜ-Oldtimerarchiv ist ebenfalls ab 2012 in Stuttgart angesiedelt. Im Jahr März 2019 erhält der Unternehmensbereich den Namen GTÜ Classic. Die GTÜ und ATE EL gründen 2013 ein gemeinsames Unternehmen, eine international agierende Sachverständigenorgansation.

Als erstes Unternehmen überhaupt hat die GTÜ Prüfmittelservice GmbH (GTÜ-PMS) im 2017 erfolgreich ein dynamisches Kalibrierverfahren zur Marktreife entwickelt, das von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) nach DIN ISO/IEC 17025 „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“ akkreditiert wurde. Die GTÜ-Prüfmobile kommen zur erforderlichen Prüfmittelüberwachung direkt in die Werkstatt oder ins Autohaus. Die Prüfmobile sind so ausgestattet, dass die meisten Prüfungen und Kalibrierungen entsprechend den vorgeschriebenen Richtlinien direkt vor Ort vorgenommen werden können. Im Anschluss sind die Werkzeuge sowie Prüf- oder Messgeräte sofort wieder einsatzbereit. Ein Meilenstein ist die im März 2019 erfolgte Liberalisierung des § 21 StVZO, für die sich die GTÜ rund zehn Jahre mit großem Engagement eingesetzt hatte. Sie gilt ebenfalls für § 19 (2) StVZO. Seitdem dürfen auch Technische Dienste „Vollgutachten“ und „Einzelabnahmen“, wie sie im Volksmund genannt werden, erstellen. Der Fall des Monopols ermöglicht auch auf diesem Gebiet einen fairen Wettbewerb zwischen den Überwachungsinstitutionen in Deutschland. Der Kunde hat die freie Wahl des Dienstleisters beim Service rund um Genehmigungsgutachten. Ein halbes Jahr später im September 2019 haben die GTÜ-Partner bereits rund 10.000 Gutachten erstellt, was einem Marktanteil von rund 5 Prozent entspricht.

Elektrofahrzeuge aller Art gehören ebenfalls zum Tätigkeitsfeld der GTÜ. In der ersten Jahreshälfte 2019 hat ein Sachverständigenbüro beispielsweise das Gutachten vorbereitet, auf dessen Basis das Kraftfahrtbundesamt im Juni des gleichen Jahres die erste Allgemeine Betriebserlaubnis in Deutschland für einen E-Scooter erteilt hatte. Zum 1. Juli 2020 stockt die GTÜ ihren Beteiligungsumfang an der GTÜ ATEEL von 30 auf 90 Prozent auf und wird Mehrheitsgesellschafter. Mit diesem strategischen Schritt stärkt das Unternehmen das Geschäftsfeld Kraftfahrzeughomologation und gibt zudem seinem Technischen Dienst zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gesellschaft für Technische Überwachung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GTÜ.de: Meilensteine (PDF)
  2. a b Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2019 der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH, im elektronischen Bundesanzeiger