GUID Partition Table

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GUID Partition Table (GPT), zu deutsch GUID-Partitionstabelle (von englisch Globally Unique Identifier), ist ein Standard für das Format von Partitionstabellen auf Festplatten oder anderen Datenträgern. Die Spezifikation ist Teil des UEFI-Standards, der ausgehend von Großrechnern etwa seit dem Jahr 2000 zunehmend das BIOS auch in PCs ersetzt. GPT ist dabei der Nachfolger der Master-Boot-Record-Partitionstabellen. GUID-Partitionstabellen können nur unter Einschränkungen auch mit vorigen BIOS-Versionen verwendet werden.[1]

Aufbau[Bearbeiten]

Schematische Darstellung einer GPT. Jeder LBA-Block entspricht einem Sektor der Festplatte und ist 512 Bytes groß.

Entsprechend dem GPT-Schema besteht ein Datenträger aus den folgenden Bereichen:

  • MBR, dessen spezielle Konfiguration den Einsatz der Platte auch unter MBR-Betriebssystemen erlaubt und vor Veränderungen durch MBR-Partitionierungstools schützt
  • primäre GPT, bestehend aus Header und Partitionseinträgen
  • Partitionen
  • sekundäre GPT, bestehend aus Header und Partitionseinträgen

Die sekundäre GPT am Ende des Datenträgers ist teilweise eine Kopie der primären GPT am Anfang des Datenträgers: Die Inhalte der Felder für die Positionen des eigenen und des alternativen GPT Headers sind vertauscht und die Adresse der Partitionstabelle verweist auf die Kopie der Partitionstabelle am Ende der Platte vor dem alternativen Header. Damit haben beide GPT Header auch eine unterschiedliche CRC32-Prüfsumme. Durch die enthaltene Redundanz kann im Fehlerfall die Partitionstabelle wiederhergestellt werden. Da in der GPT eine Prüfsumme eingetragen wird, kann festgestellt werden, ob eine GPT fehlerhaft ist.

MBR-Partitionstabelle[Bearbeiten]

Im ersten Sektor/Block des Datenträgers (LBA 0) befindet sich der MBR mit einer klassischen MBR-Partitionstabelle und einem Eintrag, der den Rest des Datenträgers als belegt kennzeichnet. Für ein Partitionierungstool, das nur MBR- aber keine GPT-Partitionstabellen lesen kann, erscheint daher der gesamte Platz auf dem Datenträger als belegt. Der MBR einer GPT-Festplatte stellt somit einen Schutz für den Inhalt des Datenträgers dar, falls auf diesen mit Partitionierungstools, die das GPT-Schema noch nicht kennen, zugegriffen werden soll (daher auch englisch protective MBR). Als Partitionskennung wird der Wert EE16 für einen Schutz-MBR (mit nachfolgender GUID-Partitionstabelle) oder EF16 bei einer EFI-Systempartition verwendet.[2]

Header der GUID-Partitionstabelle[Bearbeiten]

Im zweiten Sektor/Block (LBA 1) befindet sich der Header der primären GPT und im letzten Sektor/Block (LBA −1) befindet sich der sekundäre Backup-GPT. Der Header selbst beschreibt u. a. die nutzbaren Blöcke des Datenträgers, die Position des eigenen Headers und des sekundären Backup-Headers sowie die Anzahl und Größe der Partitionseinträge. Die EFI-Spezifikationen[3] schreiben ein Minimum von 16 384 Bytes für die Partitionstabelle vor, so dass es Platz für 128 Einträge gibt. Weiterhin werden der Header selbst und die Partitionseinträge mit CRC32-Prüfsummen abgesichert, die von der Firmware, dem Bootloader oder dem Betriebssystem überprüft werden müssen. Wird daher der Header z. B. mit einem Hexeditor verändert, macht dies die Checksumme ungültig und das System wird instabil oder sogar unbrauchbar.

Im Header der GPT sind folgende Informationen abgelegt:

Offset Länge Inhalt
0 8 bytes Signatur („EFI PART“, 45h 46h 49h 20h 50h 41h 52h 54h)
8 4 bytes Revision (00h 00h 01h 00h)
12 4 bytes Header-Größe – Little Endian (5Ch 00h 00h 00h entspricht 92 bytes)
16 4 bytes Header-CRC32-Prüfsumme
20 4 bytes Reservierter Bereich – muss Null (0) sein
24 8 bytes Position des eigenen LBA (dieses Headers)
32 8 bytes Position des Backup-LBA (des anderen Headers)
40 8 bytes Erster benutzbarer LBA für Partitionseinträge (bei der primären Partitionstabelle ist dies der letzte LBA + 1, normalerweise 34)
48 8 bytes Letzter benutzbarer LBA für Partitionseinträge (bei der sekundären Partitionstabelle ist dies der letzte LBA – 1, normalerweise Datenträgergröße – 34)
56 16 bytes Datenträger-GUID (als Referenz siehe auch UUID bei UNIXe)
72 8 bytes Start-LBA der Partitionstabelle
80 4 bytes Anzahl der Partitionseinträge (Partitionen)
84 4 bytes Größe eines Partitionseintrags (normalerweise 128)
88 4 bytes Partitionstabellen-CRC32-Prüfsumme
92 * Reservierter Bereich; muss mit Nullen, für den Rest des Blocks, belegt sein (420 Bytes bei einem 512-byte LBA)

Partitionseintrag[Bearbeiten]

Die Partitionseinträge werden im LBA 2 bis LBA 33 (sekundärer Header: LBA-33 bis LBA-2) abgelegt. Jeder Partitionseintrag umfasst 128 Byte. Somit können pro logischem Block vier Partitionseinträge abgelegt werden. Diese in der Spezifikation vorgeschriebene Mindestanzahl von 32 Sektoren für Partitionseinträge kann bei Bedarf beliebig erhöht werden, so dass die maximal mögliche Anzahl an Partitionen prinzipiell nur durch den zur Verfügung stehenden Plattenplatz beschränkt wird.

Im Partitionseintrag selbst sind folgende Daten hinterlegt:

Offset Länge Inhalt
0 16 Bytes Partitionstyp-GUID
16 16 Bytes Einzigartige Partitions-GUID
32 8 Bytes Beginn der Partition (erster LBA – Little-Endian)
40 8 Bytes Ende der Partition (letzter LBA – inklusive)
48 8 Bytes Attribute (siehe folgende Tabelle)
56 72 Bytes Partitionsname (36 UTF-16LE-Zeichen)
128 Bytes insgesamt

Die einzelnen Einträge sind verhältnismäßig einfach aufgebaut. Die ersten 16 Bytes beschreiben den Partitionstyp. Die Partitionstyp-GUID für eine EFI-Systempartition ist z.B. {C12A7328-F81F-11D2-BA4B-00A0C93EC93B}. Es folgen 16 Bytes mit der Partitions-GUID. Dann folgen die Nummer des ersten und des letzten LBA-Sektors der Partition, 8 Bytes mit Attributen und der Name der Partition (36 Unicode-Zeichen lang).

Microsoft definiert folgende Attributeinträge:

Bit Inhalt
0 Systempartition
1 vor EFI verstecken
2 Legacy BIOS bootfähig (analog MBR 80h Active flag)[4]
60 Nur lesen (Read-only)
62 Versteckt (Hidden)
63 Nicht automatisch mounten (= keinen Laufwerksbuchstaben zuweisen)

Partitionstyp-GUIDs[Bearbeiten]

Partitionstyp ursprüngliches System englische Bezeichnung Bezeichnung und Beschreibung
GPT (GUID, hexadezimal) MBR (hex)
00000000-0000-0000-0000-000000000000 0x00 GPT Unused entry Eintrag für eine unbenutzte Partition.
EBD0A0A2-B9E5-4433-87C0-68B6B72699C7 0x01 IBM-PC Microsoft basic data FAT-12
0x04 FAT-16 < 32MB
0x06 FAT-16
0x07 NTFS (oder HPFS)
0x0b FAT-32
0x0c FAT-32 LBA
0x0e FAT-16 LBA
0x11 FAT-12 (versteckt)
0x14 FAT-16 < 32MB (versteckt)
0x16 FAT-16 (versteckt)
0x17 NTFS (oder HPFS) (versteckt)
0x1b FAT-32 (versteckt)
0x1c FAT-32 LBA (versteckt)
0x1e FAT-16 LBA (versteckt)
E3C9E316-0B5C-4DB8-817D-F92DF00215AE 0x0c Windows (EFI) Microsoft reserved Hybrid-MBR-Typ 0x0c entspricht dem von FAT-32 LBA
DE94BBA4-06D1-4D40-A16A-BFD50179D6AC 0x27 Windows Windows RE[5] Wiederherstellungspartition[6] mit Windows Recovery Environment (Vista), basiert auf Windows PE
7412F7D5-A156-4B13-81DC-867174929325[7] 0x30 ONIE ONIE boot Open Network Install Environment (ONIE)[8]
D4E6E2CD-4469-46F3-B5CB-1BFF57AFC149[7] ONIE config
9E1A2D38-C612-4316-AA26-8B49521E5A8B 0x41 PReP PowerPC PReP boot
AF9B60A0-1431-4F62-BC68-3311714A69AD 0x42 Windows Windows LDM data Der Logical Disk Manager (LDM) ist die Umsetzung eines Logical Volume Manager unter Windows NT, der in Windows 2000 bis Windows 7 vorhanden ist. Ab Windows 8 ist dessen Nachfolger Storage Spaces enthalten.
5808C8AA-7E8F-42E0-85D2-E1E90434CFB3 Windows LDM metadata
E75CAF8F-F680-4CEE-AFA3-B001E56EFC2D Windows Storage Spaces
37AFFC90-EF7D-4E96-91C3-2D7AE055B174 0x75 IBM GPFS General Parallel File System (GPFS)
FE3A2A5D-4F32-41A7-B725-ACCC3285A309[9][10] 0x7f[11] Chromebook ChromeOS kernel Google Chrome OS
3CB8E202-3B7E-47DD-8A3C-7FF2A13CFCEC[9][10] ChromeOS root
2E0A753D-9E48-43B0-8337-B15192CB1B5E[9][10] ChromeOS reserved
0657FD6D-A4AB-43C4-84E5-0933C84B4F4F 0x82 Linux Linux swap Auslagerungspartition von Linux. Auch Solaris verwendet auf MBR-Partitionen den Typ 0x82 als swap.
0FC63DAF-8483-4772-8E79-3D69D8477DE4 0x83 Linux filesystem Dieser Partitionstyp wird auch als “Linux native” bezeichnet.
8DA63339-0007-60C0-C436-083AC8230908 Linux reserved Der Hybrid-MBR-Typ entspricht dem von “Linux native”, 0x83.
933AC7E1-2EB4-4F13-B844-0E14E2AEF915 0x83 freedesktop.org (Linux)[12][13] Linux /home auto-mount für systemd von freedesktop.org
44479540-F297-41B2-9AF7-D131D5F0458A Linux x86 root
4F68BCE3-E8CD-4DB1-96E7-FBCAF984B709 Linux x86-64 root
B921B045-1DF0-41C3-AF44-4C6F280D3FAE Linux ARM64 root
3B8F8425-20E0-4F3B-907F-1A25A76F98E8 Linux /srv
D3BFE2DE-3DAF-11DF-BA40-E3A556D89593 0x84 Intel-PC Intel Rapid Start Was als Intel Rapid Start Technology bezeichnet wird, ist eigentlich eine Mischform aus Bereitschaftsbetrieb (S3, “suspend to RAM”) und Ruhezustand (S4, “suspend to disk”).[14]
E6D6D379-F507-44C2-A23C-238F2A3DF928 0x8e Linux Linux LVM Logical Volume Manager
516E7CB4-6ECF-11D6-8FF8-00022D09712B 0xa5 FreeBSD FreeBSD Disklabel
83BD6B9D-7F41-11DC-BE0B-001560B84F0F FreeBSD boot
516E7CB5-6ECF-11D6-8FF8-00022D09712B FreeBSD swap
516E7CB6-6ECF-11D6-8FF8-00022D09712B FreeBSD UFS
516E7CBA-6ECF-11D6-8FF8-00022D09712B FreeBSD ZFS
516E7CB8-6ECF-11D6-8FF8-00022D09712B FreeBSD Vinum/RAID
85D5E45A-237C-11E1-B4B3-E89A8F7FC3A7 0xa5 Midnight BSD Midnight BSD data
85D5E45E-237C-11E1-B4B3-E89A8F7FC3A7 Midnight BSD boot
85D5E45B-237C-11E1-B4B3-E89A8F7FC3A7 Midnight BSD swap
0394Ef8B-237E-11E1-B4B3-E89A8F7FC3A7 Midnight BSD UFS
85D5E45D-237C-11E1-B4B3-E89A8F7FC3A7 Midnight BSD ZFS
85D5E45C-237C-11E1-B4B3-E89A8F7FC3A7 Midnight BSD Vinum
824CC7A0-36A8-11E3-890A-952519AD3F61 0xa6[11] OpenBSD OpenBSD data
55465300-0000-11AA-AA11-00306543ECAC 0xa8 Mac OS X Apple UFS Partition, die ein Unix File System enthält. Entspricht dem APM-Partitionstyp Apple_UFS.
516E7CB4-6ECF-11D6-8FF8-00022D09712B 0xa9 FreeBSD FreeBSD Disklabel FreeBSD, NetBSD, OpenBSD (unter OpenBSD wird MBR-Typ 0xa6 verwendet[11])
49F48D32-B10E-11DC-B99B-0019D1879648 NetBSD NetBSD swap
49F48D5A-B10E-11DC-B99B-0019D1879648 NetBSD FFS
49F48D82-B10E-11DC-B99B-0019D1879648 NetBSD LFS
2DB519C4-B10F-11DC-B99B-0019D1879648 NetBSD concatenated
2DB519EC-B10F-11DC-B99B-0019D1879648 NetBSD encrypted
49F48DAA-B10E-11DC-B99B-0019D1879648 NetBSD RAID
426F6F74-0000-11AA-AA11-00306543ECAC 0xab Mac OS X Apple boot
48465300-0000-11AA-AA11-00306543ECAC 0xaf Apple HFS/HFS+ Partition für das Dateisystem HFS+, entspricht APM-Partitionstyp Apple_HFSX. Das ältere Hierarchical File System (HFS), APM-Partitionstyp Apple_HFS, findet auf GPT-Partitionen normalerweise keine Verwendung mehr.
52414944-0000-11AA-AA11-00306543ECAC Apple RAID Beherbergt eine Partition aus einem RAID-Verbund. Entspricht dem APM-Partitionstyp Apple_RAID.
52414944-5F4F-11AA-AA11-00306543ECAC Apple RAID offline Beherbergt eine aus einem RAID-Verbund entfernte Partition.
4C616265-6C00-11AA-AA11-00306543ECAC Apple Label “Apple Label” ist eine Disklabel-Variante für Mac OS X.[15]
5265636F-7665-11AA-AA11-00306543ECAC AppleTV Recovery Apple TV verwendet ein Betriebssystem auf Basis von Mac OS X mit einer für Fernseher optimierten Benutzeroberfläche.
53746F72-6167-11AA-AA11-00306543ECAC Apple Core Storage Eine Core-Storage-Partition für FileVault 2 (verschlüsselt). Apple Fusion Drive verwendet ebenfalls eine Partition dieses Typs.
6A82CB45-1DD2-11B2-99A6-080020736631 0xbe Solaris Solaris boot
6A85CF4D-1DD2-11B2-99A6-080020736631 0xbf Solaris root
6A898CC3-1DD2-11B2-99A6-080020736631 Solaris /usr Beherbergt bis Solaris 9 üblicherweise das Dateisystem UFS und ab Solaris 10 ZFS. MacZFS[16] verwendet dieselbe GUID.
6A87C46F-1DD2-11B2-99A6-080020736631 Solaris swap
6A8B642B-1DD2-11B2-99A6-080020736631 Solaris backup
6A8EF2E9-1DD2-11B2-99A6-080020736631 Solaris /var
6A90BA39-1DD2-11B2-99A6-080020736631 Solaris /home
6A9283A5-1DD2-11B2-99A6-080020736631 Solaris alternate sector
6A945A3B-1DD2-11B2-99A6-080020736631 0xbf Solaris Reserved
6A9630D1-1DD2-11B2-99A6-080020736631
6A980767-1DD2-11B2-99A6-080020736631
6A96237F-1DD2-11B2-99A6-080020736631
6A8D2AC7-1DD2-11B2-99A6-080020736631
75894C1E-3AEB-11D3-B7C1-7B03A0000000 0xc0[11] HP-UX HP-UX data
E2A1E728-32E3-11D6-A682-7B03A0000000 HP-UX service
BC13C2FF-59E6-4262-A352-B275FD6F7172 0xea freedesktop.org[13] Freedesktop $BOOT
42465331-3BA3-10F1-802A-4861696B7521 0xeb Haiku Haiku BFS Obwohl BeOS selbst keine GUID-Partitionstabelle unterstützte, wird diese Partition von dessen Weiterentwicklung Haiku für ein Be File System verwendet.
BFBFAFE7-A34F-448A-9A5B-6213EB736C22 0xed ESP, herstellerspezifisch Lenovo system partition Herstellerspezifische EFI System Partition (ESP), die von der spezifischen Firmware (UEFI) als ESP identifiziert wird.
F4019732-066E-4E12-8273-346C5641494F Sony system partition
C12A7328-F81F-11D2-BA4B-00A0C93EC93B 0xef EFI EFI System (ESP) Diese Partition wird als EFI System Partition (ESP) bezeichnet. Sie enthält ein FAT-Dateisystem, von dem die Firmware eine ausführbare Datei (PE/COFF), z. B. /EFI/BOOT/BOOTX64.EFI, lädt und ausführt. Unter parted wird diese Partition mit “boot flag”, also als Startpartition, angezeigt.[17]
024DEE41-33E7-11D3-9D69-0008C781F39F MBR partition scheme Diese Partition enthält eine eingebettete vollständige MBR-Partitionstabelle samt Partitionen. Da die enthaltenen Partitionen jedoch keine Hybrid-Partitionen sind, kann darauf nicht aus der GUID-Partitionstabelle zugegriffen werden. Doch ist es damit möglich, eine Partition zu Virtualisierungszwecken an eine Virtuelle Maschine durchzureichen, die darauf eine vollständige MBR-Partitionstabelle einrichtet und verwendet.
21686148-6449-6E6F-744E-656564454649 BIOS boot partition Eine Partition, die von GRUB zum Starten auf BIOS-basierten PCs verwendet wird. Die GUID liest sich „!haHdInotNeedEFI“ in Hexadezimaldarstellung.
4FBD7E29-9D25-41B8-AFD0-062C0CEFF05D 0xf8[18] Ceph Ceph OSD Ceph Object Storage Daemon
4FBD7E29-9D25-41B8-AFD0-5EC00CEFF05D Ceph dm-crypt OSD Ceph Object Storage Daemon (verschlüsselt)
45B0969E-9B03-4F30-B4C6-B4B80CEFF106 Ceph journal
45B0969E-9B03-4F30-B4C6-5EC00CEFF106 Ceph dm-crypt journal
89C57F98-2FE5-4DC0-89C1-F3AD0CEFF2BE Ceph disk in creation
89C57F98-2FE5-4DC0-89C1-5EC00CEFF2BE Ceph dm-crypt disk in creation
AA31E02A-400F-11DB-9590-000C2911D1B8 0xfb VMware ESX VMware VMFS
9198EFFC-31C0-11DB-8F78-000C2911D1B8 VMware reserved
9D275380-40AD-11DB-BF97-000C2911D1B8 0xfc VMware kcore crash protection
A19D880F-05FC-4D3B-A006-743F0F84911E 0xfd Linux Linux RAID

Da bei vielen Systemen eine Überführung von MBR- in GUID-Partitionen möglich ist, gibt es für viele GUID-Partitionstypen einen entsprechenden MBR-Partitionstyp. Auch bei der Verwendung von Hybrid-MBRs werden die entsprechenden Partitionen einmal mit GUID- und einmal mit dazu passendem MBR-Partitionstyp erstellt.

Konvertierung[Bearbeiten]

Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, von der Master-Boot-Record-Patitionstabelle zur GUID-Partitionstabelle zu konvertieren, jedoch wird dabei genügend freier Platz zwischen MBR und erster Partition sowie nach der letzten Partition vorausgesetzt, um die nötige Datenstruktur für die GUID-Partitionstabelle aufnehmen zu können. Unter anderem das Programm gptfdisk bietet diese Möglichkeit.[19] Auch die Überführung von einigen BSD-Disklabel-Partitionen in GPT ist damit möglich.

Begrenzungen[Bearbeiten]

Die GPT verwendet Logical Block Addressing (LBA) mit 64 Bit umfassenden Einträgen, sodass – bei einer Sektorengrößen von 512 Byte – Festplatten bis zu einer Gesamtgröße von 8 Zebibyte adressiert und diese in beliebig viele Partitionen aufgeteilt werden können.

Hybrid-MBR[Bearbeiten]

Ein Hybrid-MBR bezeichnet das definieren einzelner Partitionen sowohl in der GUID-Partitionstabelle (GPT) als auch in der Partitionstabelle des Master Boot Record (MBR). Ein Zugriff auf die Partitionen ist dadurch sowohl über GPT als auch über MBR möglich, was Dual-Boot zwischen Betriebssystemen ermöglicht, die nur jeweils eine der beiden Partitionstabellen verwenden oder unterstützen.

Im MBR ist normalerweise nur eine den gesamten Datenbereich umfassende Schutzpartition enthalten, was als Schutz-MBR (englisch “protective MBR”) bezeichnet wird. Bei Hybrid-Partitionierung wird ein und dieselbe Partition sowohl in der GUID- als auch in der MBR-Partitionstabelle definiert: da der Master Boot Record dabei als Hybrid der eigentlichen GUID-Partitionstabelle auftritt, wird in diesem Fall die Bezeichnung „Hybrid-MBR“ verwendet.

Die Gefahr bei derart Hybrid-Partitionierung ist, dass das Verändern nur einer der beiden Partitionstabellen zu groben Partitionierungsfehlern führen kann. Daher muss eine Hybrid-Partitionierung durch dafür vorgesehene Programme erfolgen und darf keinesfalls über Partitionierungswerkzeuge eines Betriebssystems, welches nur eine der beiden Partitionstabellen verwendet, verändert werden.

Die Anzahl der Hybrid-Partitionen ist auf vier gemeinsame Partitionen beschränkt. Das Definieren einer erweiterten MBR-Partition ist nicht möglich, da GPT keine erweiterten Partitionen unterstützt. Umgekehrt gibt es nur Platz für insgesamt vier primäre Partitionen in der Partitionstabelle des Master Boot Record. Da für EFI eine primäre Partition benötigt wird – die EFI System Partition (ESP) – stehen drei Hybrid-Partitionen für Betriebssysteme oder gemeinsame Datenpartitionen zur Verfügung. Es ist die einzig sichere Lösung, mit maximal vier Hybrid-Partitionen (inklusive der ESP) den gesamten nutzbaren Speicherplatz zu partitionieren.

Mit manueller Partitionierung ist es dennoch möglich, nicht alle Partitionen als Hybrid-Partition abzubilden: dann kann zwar das Betriebssystem, das nur den MBR auswertet, nicht auf alle Partitionen zugreifen, jedoch ermöglicht es ausreichend viele gemeinsame Partitionen für einen Dual-Boot-Betrieb. Allerdings fällt in einer solchen Konfiguration der Schutz für GUID-Partitionen, welche nicht auch als MBR-Partitionen existieren, weg. Das Betriebssystem, das nur den MBR auswertet, sieht weiteren vermeintlich unpartitionierten und somit leeren Speicherplatz, der von keiner der MBR-Partitionen beansprucht wird. Es ist Sache des Anwenders, dem Betriebssystem nicht zu gestatten, von diesem Speicherplatz gebrauch zu machen, da dieser in Wirklichkeit von weiteren GUID-Partitionen genutzt wird, somit Daten enthält und ein irrtümliches Überschreiben zu Datenverlust innerhalb der GUID-Partitionen führt.

Apple nutzt unter OS X mit Boot Camp einen Hybrid-MBR. Wenn Windows gestartet wird, dann geschieht dies über ein Compatibility Support Module (CSM) der Apple-EFI-Firmware, sodass Windows wie bei einem PC mit BIOS die MBR-Partitionstabelle verwendet, nicht aber die GUID-Partitionstabelle. Wird jedoch OS X gestartet, so wird die GUID-Partitionstabelle genutzt. Das Festplattendienstprogramm von OS X erstellt automatisch einen Hybrid-MBR, sobald eine der Partitionen mit einem FAT32-Dateisystem formatiert wird und nicht mehr als insgesamt vier Partitionen auf dem Datenträger vorhanden sind.

Unterstützung in Betriebssystemen[Bearbeiten]

Für Betriebssysteme, die auf der IA64-Architektur (Intel Itanium-Prozessoren) aufbauen, ist die Unterstützung von GPT zwingend notwendig, da diese Rechner das Extensible Firmware Interface verwenden. Auch bei PCs setzte sich ab ca. 2005 zunehmend der nunmehr UEFI genannte BIOS-Nachfolger durch, sodass auch Betriebssysteme für die IA-32-Architektur GPT unterstützen. Neben den entsprechenden IA64-Versionen von FreeBSD, HP-UX, Linux, NetBSD, OpenVMS, Solaris und Windows, die GPT Firmware-bedingt unterstützen, wird spätestens seit der Ablösung des BIOS durch UEFI auch von allen IA-32-Versionen GPT unterstützt.

Seit der Umstellung der Apple-Macintosh-Rechner auf Intel-Prozessoren Anfang 2006 verwendet Mac OS X ebenfalls GPT, da Intel-basierte Macs eine Apple-eigene EFI-Variante verwenden. Mac OS X 10.4 „Tiger“ und neuer kann jedoch auch auf der PowerPC-Plattform GPT-Medien verwenden, Firmware-bedingt aber nicht davon starten.

Die Versionen von Microsoft Windows XP, die noch für die 32-Bit-Intel i386-Architektur entwickelt wurden, können dagegen auf einer GPT-Festplatte nur mit Einschränkungen installiert und betrieben werden. Unter anderem lesen sie nur den MBR, nicht aber die GPT, um Partitionierungsdaten zu erhalten. Durch die Verwendung von hybriden Partitionstabellen können die jeweiligen Partitionen sowohl als MBR- als auch als GPT-Partition eingerichtet werden, allerdings stehen im MBR maximal drei primäre Partitionen zur Verfügung, da dieser nicht mehr als vier Einträge zulässt und die erste Partition bereits für die EFI-Firmware reserviert ist. Umgekehrt werden erweiterte Partitionen des MBR, die als Container mehrere logische Partitionen enthalten können, von GPT nicht mehr unterstützt.

Bis zum Erscheinen von Windows Vista Anfang 2007 richteten sich die 64-Bit-Windows-Versionen vornehmlich an Server-Betreiber und professionelle Anwender (z. B. CAD oder Grafik/Design). Dazu zählt auch die bereits 2005 erschienene Windows XP Professional x64 Edition. Bei deren Erscheinen war die umfassende GPT-Unterstützung durch entsprechende 64-Bit-Treiber nur bei ausgesuchter Hardware vorhanden. Mit Erscheinen von Vista wurde die Verfügbarkeit von 64-Bit-Treibern generell besser, sodass diese in der Regel ebenfalls die x64-Version von XP unterstützen.

Das Fachmagazin c't konnte in der Anfangsphase der Einführung während des Tests einer 4 TB großen, mit GPT partitionierten Festplatte feststellen, dass zahlreiche Festplattentreiber namhafter Hersteller beim Schreiben auf Bereiche jenseits von 2 TB die Daten statt an der gewünschten Stelle am Anfang der Festplatte ablegten, so dass es zu massiven Datenverlusten oder gar zum Verlust der Formatierung der Festplatte kam.[20] Das Problem trat anscheinend speziell bei den 32-Bit-Versionen von Windows XP auf, die zwar teilweise schon Unterstützung für GPT mit sich führten, jedoch aufgrund ihres 32-Bit-Treiberdesigns bei der früher üblichen physischen Sektor-Größe von 512 Byte die 2-TB-Grenze nicht überschreiten konnten.[21] Da der Einsatz solcher Partitionen damals noch hauptsächlich bei Servern anzutreffen war, ergaben sich diese Probleme am ehesten dann, wenn die Festplatten eines solchen Systems mit anderen Rechnern ausgetauscht wurden.

Ein 64-Bit-Linux kann – ganz ohne UEFI oder gesonderte BIOS-Unterstützung – mit GRUB2 von einer GPT-Partition booten. Es ist also kein UEFI dazu notwendig – die Kopplung von GPT an (U)EFI ist somit nicht zwingend.[1]

Bei OpenBSD ist die Unterstützung für GPT noch experimentell. Für einen Test muss das System aus den Quellen übersetzt werden[22]. Dabei ist die Option GPT in der Konfiguration des Kernels zu aktivieren[23]. Die offiziellen Releases werden ohne diese Unterstützung ausgeliefert.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Linux kann ohne gesonderte BIOS-Unterstützung GPT verwenden und von GPT-Partition booten, In: c't Nr. 4/2011, S. 170 ff.
  2. List of partition identifiers for PCs. Technische Universität Eindhoven. Abgerufen am 18. April 2012.
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  16. MacZFS.org: Official Site for the Free ZFS for Mac OS (englisch), abgerufen am 9. Juli 2015
  17. Managing EFI Boot Loaders for Linux: Basic Principles (englisch), Rod Smith, abgerufen am 9. Juli 2015
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  19. Converting to or from GPT (englisch), Rod Smith, abgerufen am 12. Juli 2015
  20. RAID-System: 4 TByte in einem Gehäuse, In: c't Nr. 2/2009, S. 54
  21. Microsoft TechNet: GUID-Partitionstabelle
  22. OpenBSD Building the System from Source [1]
  23. Mailing list openbsd-cvs [2]