Gabbro

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Handstück eines Gabbro
Star Galaxy: Ein Gabbro aus Indien. Muster ca. 25×15 cm

Gabbro ist ein kompaktes, grobkörniges magmatisches Gestein plutonischen Ursprungs, also eine Variante des Basalt, welche tiefer im Erdmantel entstanden ist.

Erscheinungsbild und Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabbro hat eine grauschwarze, gelegentlich auch blaugrüne Farbe, die von dem hohen Anteil dunkelfarbiger Minerale wie etwa Pyroxen und Olivin herrührt, aus denen es sich hauptsächlich zusammensetzt. Der helle Anteil besteht hauptsächlich aus Plagioklas-Feldspaten. Quarz oder ein Mineral aus der Gruppe der Feldspatvertreter können untergeordnet auftreten. Des Weiteren kommen die Minerale Hornblende, Biotit, Magnetit und Ilmenit und Akzessorien wie beispielsweise Pyrit, Magnetit, Apatit und weitere vor.[1] Bei einem Vorhandensein von mehr als 5 Prozent Orthopyroxen wird dieses Gestein als Norit eingeordnet. Neben den Noriten gehört Anorthosit und Hyperit zur Gruppe der Gabbros. Sie unterscheiden sich durch den Anteil der mafischen Minerale.
Mit sinkendem Anteil an Plagioklas geht Gabbro gleitend in Peridotit über, den Hauptbestandteil des oberen Erdmantels.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabbro findet sich vor allem in der ozeanischen Erdkruste, seltener auch in der kontinentalen. Er bildet sich durch das langsame Abkühlen basaltischen Magmas in meist mehr als fünf Kilometer Tiefe, wobei oft Plutone (ausgedehnte Massen Tiefengestein) entstehen. Rezent entsteht er vor allem an mittelozeanischen Rücken durch langsames Auskristallisieren des aufsteigenden Mantelmaterials. Eine schwerkraftbedingte Auftrennung der auskristallisierenden Minerale kann gelegentlich auch zu geschichteten Gabbro-Gesteinen führen. Einige dieser Gabbrovorkommen innerhalb der kontinentalen Kruste gehen möglicherweise auf die Differentiation von sauren Magmen zurück (Harz). Innerhalb einer größeren quarzreichen Magmenkammer bilden sich relativ kleinräumig auch basische, quarzarme oder -freie Gesteine, andere mögen Reste aus Kontinent-Kontinent-Kollisionen sein (inkl. Akkretionskeilen).

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einordnung von Gabbro im QAPF-Diagramm
Unterteilung der gabbroiden Gesteine
(Pl: Plagioklas, Ol: Olivin, Px: Pyroxen, Cpx: Klinopyroxen, Opx: Orthopyroxen)

Aufgrund des Bestandes an felsischen Mineralen liegt Gabbro im QAPF-Klassifikationsdiagramm auf Seiten maximaler Plagioklasführung. Gabbro s. str. (0-5 % Quarz) geht bei zunehmendem Quarzgehalt in Quarzgabbro über. Enthält das Gestein stattdessen Feldspatvertreter, so spricht man von foidführendem Gabbro. Nephelingabbro wird Theralith, Analcimgabbro Teschenit genannt. Weitere Arten können anhand des Verhältnisses mafischer Minerale unterschieden werden (s. Abb.). So leitet etwa steigender Olivingehalt zum Olivingabbro und Troktolith über.[2]

Als Mikrogabbro werden gangförmig auftretende Gabbros bezeichnet. Diese Bezeichnung bezieht sich ausschließlich auf die Lagerstättensituation des Gesteinskörpers.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabbrovorkommen sind weltweit verbreitet. Gabbro kommt in Deutschland im Harz bei Bad Harzburg, im Odenwald (Frankensteiner Pluton) und bei Furth im Wald zwischen Hoher Bogen und der tschechischen Grenze vor. Ein sehr kleines Vorkommen gibt es auch im Schwarzwald bei Ehrsberg.

Bekannte und große Vorkommen befinden sich in Südafrika um Rustenburg, in Indien in Bundesstaat Andhra Pradesh und auf Grönland im Skaergaard-Komplex.

Verwendung und Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendet wird Gabbro als Baumaterial im Außen- (Fassaden, Treppen- und Bodenbelag) und Innenbereich (Treppen- und Bodenbelag, Fensterbänke) sowie für Grabmale. Alle Bearbeitungsarten dieser Natursteine sind vom Schleifen, Polieren bis zum Beflammen möglich. Gabbro werden aber auch für Schotter und als Straßenbaumaterial eingesetzt.

Gabbro wurde erstmals durch den deutschen Geologen Christian Leopold von Buch nach einer Ortschaft bei Rosignano Marittimo in der italienischen Region Toskana benannt. Da Gabbros ähnliche Eigenschaften wie Granit haben, werden sie oft, von Gesteinskundigen eher ungern gehört, als schwarze Granite bezeichnet.

Natursteintypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karlfriedrich Fuchs: Natursteine aus aller Welt; entdecken, bestimmen, anwenden. S. X, Callwey, München 1997.
  • Walter Maresch, Hans-Peter Schertl, Olaf Medenbach: Gesteine. Systematik, Bestimmung, Entstehung 2. vollständig neu bearb. Auflage, Schweizerbart, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-510-65285-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Maresch/Medenbach: Gesteine. S. 60 (siehe Literatur)
  2. R.W. Le Maitre (Hrsg.): Igneous Rocks - A Classification and Glossary of Terms. 2nd edition. Recommendations of the International Union of Geological Sciences Subcommission on the Systematics of Igneous Rocks. Cambridge University Press 2002, Cambridge.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gabbro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien