Gablenz (Oberlausitz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gablenz
Gablenz (Oberlausitz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gablenz hervorgehoben
Koordinaten: 51° 32′ N, 14° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs­gemeinschaft: Bad Muskau
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 14,74 km2
Einwohner: 1619 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02953
Vorwahl: 03576
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 100
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Berliner Straße 47
02953 Bad Muskau
Bürgermeister: Dietmar Noack (CDU)
Lage der Gemeinde Gablenz im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Oberlausitz) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Ort) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Gablenz, obersorbisch Jabłońc, ist eine Gemeinde im Landkreis Görlitz in Sachsen. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Bad Muskau und liegt im sorbischen Siedlungsgebiet in der Oberlausitz.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Gablenz liegt im nordwestlichen Teil des Landkreises, etwa 5 km nordöstlich von Weißwasser entfernt. Die B 156 verläuft etwa 2 km südöstlich des Ortes. Die B 115 verläuft etwa 6 km entfernt. Die Gemeinde liegt im Wald- und Teichgebiet der Muskauer Heide.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An die Gemeinde Gablenz grenzen im Uhrzeigersinn Jämlitz-Klein Düben (N) im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße, Bad Muskau (O), Krauschwitz (SO), Weißwasser (S) und Groß Düben (W).

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Gemeindeteilen Gablenz (Jabłońc) mit etwa 1400 Einwohnern und Kromlau (Kromola) mit etwa 400 Einwohnern. Zur Gemarkung Gablenz gehört auch die Siedlung Wossinka direkt an der brandenburgischen Landesgrenze.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die urkundliche Ersterwähnung von Gablenz erfolgte 1268[2] in einer oberlausitzischen Grenzurkunde, in der auch weitere Orte wie beispielsweise die Stadt Rothenburg/Oberlausitz ihre urkundliche Ersterwähnung fanden.

Gablenz war jahrhundertelang durch die benachbarte Stadt Muskau sowie die dortige Standesherrschaft Muskau geprägt, zu der Gablenz spätestens seit dem 16. Jahrhundert gehörte. Die schlesische Exklave Kromlau an der Grenze zwischen den Markgraftümern Oberlausitz und Niederlausitz hingegen gehörte nie zur Standesherrschaft Muskau. Der Ort war historisch eher mit den angrenzenden Orten der Niederlausitz verbunden, obgleich Kromlau in Gablenz eingepfarrt ist.

Als die östliche Hälfte der Oberlausitz als Folge des Wiener Kongresses 1815 an Preußen abgetreten werden musste, wurde Gablenz im Folgejahr in den Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) eingegliedert. Seit 1874 gehörte die Landgemeinde zum Amtsbezirk Muskau I, der 1933 in die neuen Amtsbezirke Keula und Lugknitz aufgeteilt wurde. Nachdem die Gemeinde Lugknitz 1940 aufgeteilt und eingemeindet wurde, wurde der zugehörige Amtsbezirk in „Amtsbezirk Gablenz“ umbenannt. In ihm befanden sich bis 1945 die Gemeinden Gablenz und Köbeln sowie das Burglehn Muskau.

Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Mehrzahl der Gablenzer einsprachig sorbisch und sprach den Muskauer Übergangsdialekt. Arnošt Muka zählte 1884/85 insgesamt 793 Einwohner, davon 755 Sorben und 38 Deutsche.[3] Er berichtete, dass zwar in den Jahren zuvor deutsche Pfarrer den Dienst in der Pfarrgemeinde angetreten hätten, diese sich jedoch aufgrund der sprachlichen Verhältnisse in der Gemeinde gezwungen sahen, das Sorbische zu erlernen, um mit ihren Gemeindemitgliedern kommunizieren zu können.[4]

Als im Juli 1952 in der DDR die Länder zugunsten der neuen Bezirke abgeschafft und die Kreise neu geordnet wurden, wurde Kromlau bei der Gründung des Kreises Weißwasser diesem zugeordnet. Damit gehörte der Ort fortan zur gleichen Verwaltungseinheit wie Gablenz.

Zum 1. Januar 1999 schlossen sich die Gemeinden Kromlau und Gablenz zusammen.[5]

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Meschgang[6] bedeutet der sorbische Name Jabłońc ‚Niederlassung am Apfelbaum‘. Erwähnungen waren 1268 als Gabelenz, 1499 als Gabelencz und 1767 als Jabłonz (vgl. Jablonec).

Der Kromlauer Name könnte entweder aus dem Personnamen Kromola entstanden sein oder auf das altsorbische kromoła für ‚Zank‘ oder ‚Streit‘ zurückgehen. Erwähnungen waren 1542 als Kromola, Krommolau, Krumla sowie 1843 als Kromoła.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Gablenz besteht aus 12 Gemeinderäten, die sich wie folgt verteilen (zum Vergleich die Ergebnisse der vorherigen Wahl):

Partei Sitze im
Gemeinderat
Wahl 2014 Wahl 2009
CDU 7 53,0 % 42,5 %
SPD 1 12,1 % 17,4 %
Die Linke 2 14,9 % 14,8 %
UWVGK 2 17,1 % 11,9 %
Freie Wähler 0 02,9 % 10,3 %

[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rakotzbrücke im Azaleen- und Rhododendronpark Kromlau

Von überregionaler Bedeutung ist der Azaleen- und Rhododendronpark Kromlau, in dem sich das Schloss Kromlau sowie das Kavaliershaus, auch Schweizerhaus genannt, befinden.

Gablenzer Trinitatis-Kirche

Die Dorfkirche in Gablenz wurde 1759 in spätbarocker Form und mit Unterstützung des Muskauer Standesherrn neu erbaut. Zur 150-jährigen Kirchweihe hatte Pfarrer Adolf Aisch die Geschichte des Kirchspiels Gablenz und seiner Dörfer (Gablenz, Jämlitz, Klein Düben und Kromlau) verfasst. Anlässlich der 250-jährigen Kirchweihe erhielt die Kirche den Namen Trinitatis-Kirche.

In der Nähe der Kirche befindet sich der Bartelshof mit Parkanlage. Ein auf dem Hof befindliches Schrotholzhaus ist ein über 130 Jahre altes Bienenhaus.

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportclub Universum im Ortskern bietet zahlreiche Kurse, Sauna und Massage. Die Gablenzer Freizeit bietet Bowlingbahnen, Minigolf, Badminton, Squash; hinzu kommen ein Badesee mit Campingplatz und Bungalows in Kromlau sowie zwei Reiterhöfe.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar findet das Zampern mit dem anschließenden Zamperball statt. Dem schließen sich am 30. April Hexenbrennen und Maibaumstellen an. Zu Pfingsten findet mit dem Park- und Blütenfest im Kromlauer Park eins der überregional bekannten Parkfeste statt, das jedes Jahr mehrere tausend Besucher hat. Im weiteren Jahresverlauf gibt es das Vereinsfest des Gablenzer Fußballvereins sowie ein Straßenfußballturnier, in dem Gablenzer Straßenzüge oder Siedlungen gegeneinander antreten. Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober wird ein Oktoberfest mit Oktoberfeuer und Drachenfest, Fußball- und Volleyballturnier veranstaltet.

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gablenz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 117
  4. Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 79f.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  6. Jan Meschgang: Die Ortsnamen der Oberlausitz. 2. Auflage. Domowina-Verlag, Bautzen 1979 (bearbeitet von Ernst Eichler).
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014 in Gablenz auf www.statistik.sachsen.de. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 28. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gablenz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien