Gabriella di Vergy

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Werkdaten
Titel: Gabriella di Vergy
Form: Durchkomponiert
Originalsprache: Italienisch
Musik: Gaetano Donizetti
Libretto: Andrea Leone Tottola
Literarische Vorlage: Gabrielle de Vergy, Tragödie von Pierre de Belloy
Uraufführung: 29. November 1869
Ort der Uraufführung: Teatro San Carlo in Neapel
Spieldauer: ca. 2:30 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Burgund, 13. Jahrhundert
Personen
  • Gabriella di Vergy (Sopran)

  • Fayel, Graf von Vergy (Bariton)

  • Raoul de Coucy (Tenor)
  • Philipp II., König von Frankreich, (Bass)
  • Almeide, Fayels Schwester (Sopran)

  • Armando, Fayels Freund (Bass)

Gabriella di Vergy ist eine Oper (opera seria) in drei Akten von Gaetano Donizetti. Die Uraufführung (2. Fassung) fand am 29. November 1869 im Teatro San Carlo in Neapel statt. Die Hauptrollen sangen Marcella Lotti della Santa (Gabriella), Carolina Certoné (Almeide), Giuseppe Villani (Fayel), Gottardo Aldighieri (Raoul), Marco Arati (Filippo Augusto) und Memmi (Armando).

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehungsgeschichte der Gabriella erstreckt sich über manche Jahrzehnte und ist nicht immer ganz klar zu verfolgen.

Erste Fassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Fassung mit zwei Akten komponierte Donizetti 1826 in Neapel. Dazu verwendete er ein Libretto von Andrea Leone Tottola der gleichnamigen Oper von Michele Carafa, die zehn Jahre zuvor aufgeführt worden war. Diese Urfassung wurde nie aufgeführt, jedoch verwendete Donizetti Teile davon in späteren Werken.

Zweite Fassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch eine neue Libretto-Ausgabe von Francesco Lucca (Mailand) aus dem Jahr 1868 wurde nicht umgesetzt. Die eigentliche zweite Fassung entstand 1869 in Neapel; Premiere war am 29. November 1869 unter dem Titel «Gabriella». Giovanni Puzone und Paolo Serrao, musikalische Direktoren des San Carlo Theaters, krempelten mit Hilfe eines unbekannten Librettisten das Original zu einem Pasticcio um. Sie veränderten Stimmlagen und Instrumentierung, strichen Passagen und fügten neue ein, von denen nicht immer klar ist, wer sie komponiert hatte. Gabriella wurde nach vernichtenden Kritiken nur vier Mal aufgeführt.

Dritte Fassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der dritten Fassung erfuhr man erst 1978, als Don White und Patric Schmid von Opera Rara in der Sterling Library der Londoner Universität das Manuskript Donizettis einer 1838 überarbeiteten und ergänzten Version der Urfassung von 1826 entdeckten. Das ursprüngliche Libretto Tottolas war von Salvatore Cammarano ergänzt worden, so dass die dritte Fassung nun drei Akte umfasste. Aber auch diese Fassung wurde nicht aufgeführt, weil das San Carlo-Theater einer alten Gabriella von Saverio Mercadante den Vorzug gab. Donizetti verwendete Teile der dritten Fassung für Adelia und Maria de Rudenz und da er seine zwar neue, aber musikalisch geplünderte Version niemandem mehr anbieten konnte, verschwand sie in der Versenkung.

Die Fassung von 1838 wurde konzertant am 9. November 1978 in Belfast aufgeführt. Die fehlenden Teile wurden von Adelia und Maria von Rudenz übernommen. Auf der Bühne wurde Gabriella di Vergy am 31. August 1985 von der Dorset Opera Company an der Sherborne School erstmals aufgeführt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Duell zwischen Fayel und Raoul

Gabriella wird von ihrem Vater dazu gezwungen, den Grafen Fayel von Vergy zu heiraten. Da sie glaubt, ihre wahre Liebe Raoul sei tot, willigt sie ein. Zu spät erfährt sie, dass Raoul noch am Leben ist. Raoul kommt im Gefolge des Königs an den Hof Vergys und bezichtigt Gabriella der Untreue.

Da Raoul dem König das Leben gerettet hat, bittet der König Fayel, Raoul als Belohnung seine Schwester Almeide zur Frau zu geben. Gabriella fleht Raoul an, sie zu lassen und Almeide zu lieben. Als sie ihm gestanden hat, sie liebe ihn immer noch, erscheinen Almeide, Fayel und der König. Fayel beschuldigt Gabriella, ihn betrogen zu haben und fordert Raouls Tod. Der König bestimmt, ein Duell zwischen Fayel und Raoul möge den Entscheid herbeiführen.

Der Sieger Fayel lässt Raoul das Herz aus der Brust schneiden und bringt es Gabriella in einer Urne ins Gefängnis. Obwohl bedrängt von seinen Höflingen, weigert sich Fayel, ihr zu vergeben. Entseelt fällt sie zu Boden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Steiner-Isenmann: Gaetano Donizetti. Sein Leben und seine Opern. Hallwag, Bern 1982. ISBN 3-444-10272-0.
  • Booklet zur Oper, Opera Rara 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]