Gabsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gabsheim
Gabsheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gabsheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 50′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Wörrstadt
Höhe: 172 m ü. NHN
Fläche: 8,1 km2
Einwohner: 753 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55288
Vorwahl: 06732
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 029
Adresse der Verbandsverwaltung: Zum Römergrund 2 - 6
55286 Wörrstadt
Webpräsenz: www.gabsheim.de
Ortsbürgermeister: Christian Geier (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Gabsheim im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Gabsheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wörrstadt an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächste Stadt ist Wörrstadt in rund 5 km westlicher Entfernung, die Kreisstadt Alzey liegt rund 15 km südwestlich. Die 30 km entfernte Landeshauptstadt Mainz kann über die Bundesautobahn 63 erreicht werden. Als Weinbaugemeinde liegt Gabsheim im größten Weinbaugebiet Deutschlands und bildet gleichzeitig den geographischen Mittelpunkt von Rheinhessen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kopialbuch des Lorscher Codex ist Gabsheim mit zehn Urkunden erwähnt (Nr. 1309, 1439-47). Die erste schriftliche Erwähnung ist vom 5. Mai 767 [2] mit dem Stifter Giselbert (Bei der Jahreszahl ist man nicht sicher, vielleicht auch 757).

Gabsheim hieß im Mittelalter Geispisheim (Geispitzheim); urkundlich belegt sind neben vielen anderen Schreibweisen auch Geisbodesheim (767), Gessbosheim (1184), Gespisheim (1211), Geispotsheim (1266), Geispesheim (1325) Gaubsheim (1588).Im regionalen Dialekt entwickelte sich der Ortsname mit der Zeit lautlich zu Gabsheim. Da der Ort vorwiegend katholisch ist, wird er mundartlich auch als Gottes Gabsem bezeichnet.

Der 1250 erwähnte „befestigte Platz in Geisbodesheim bei der Kirche“ lässt Rückschlüsse auf eine feste Wohnstatt oder eine kleine Burg zu, die der Stammsitz des Adelsgeschlechts derer von Geispitzheim gewesen ist. Als Vasallen der Lehnsherren von Bolanden und vermehrt ab dem 14. Jahrhundert als Lehnsmannen der Grafen von Veldenz finden die Ritter von Geispitzheim (auch Ritter von Geisbodesheim genannt) Erwähnung als Burgmannen zu Odernheim am Glan (1190), auf der Moschellandsburg bei Obermoschel (1377, 1421, 1431), auf Burg Treuenfels bei Altenbamberg (1392), zu Armsheim (14. Jahrhundert) und im benachbarten Bechtolsheim (bis Anfang des 16. Jahrhunderts). Die Namensinschriften von neun erhaltenen Grabsteinen aus dem 14. und 15. Jahrhundert dokumentieren eindrücklich, dass die Ritter von Geispolzheim zu jener Zeit ihre Familien-Grablege bei der St. Alban-Kirche unweit ihres Gabsheimer Stammsitzes hatten.

Neben den Zeugnissen aus der gotischen Epoche sind aus der Barockzeit die Statue des Hl. Johann Nepomuk und die Statue des Guten Hirten aus der Werkstatt des Mainzer Barockbildhauers Martin Biterich bemerkenswert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild von Gabsheim, rechts die A63 sowie Teile des Windparks Wörrstadt

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gabsheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 7 5 12 Sitze
2009 1 8 3 12 Sitze
2004 1 7 4 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Gabsheim e.V.

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 ist Christian Geier (CDU) Ortsbürgermeister von Gabsheim. Er löste Hans Klaus Michel (CDU), der seit 2004 in diesem Amt war, ab.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Von Silber und Rot geteilt, oben drei blaue Lilien nebeneinander, unten ein liegendes silbernes Spatenblatt.“

Das abgebildete und beschriebene Wappen von Gabsheim geht auf ein bereits 1507 überliefertes Gerichtssiegel zurück. Während der Spaten vermutlich ein Ortszeichen darstellt, weisen die Lilien auf die Kämmerer von Dalberg, die Ortsherren bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die Feldfarben Silber und Rot schließlich stellen einen Bezug zur ehemaligen Erzdiözese Mainz her.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Gabsheim

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conrad Grode (1766–1832), Gutsbesitzer und Landtagsabgeordneter
  • Johann Grode (1801–1883), Gutsbesitzer und Landtagsabgeordneter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart, Gießen 1905, S. 154–155
  • Rudolf Post:
    • Die Mundart von Gabsheim in Rheinhessen. Selbstverlag, Kaiserslautern 1987.
    • Gabsheim in der Mitte Rheinhessens - Landschaft, Geschichte, Dorfleben, Gabsheim 2016. 686 Seiten, 709 Abbildungen.
  • Erich Kreit: Gabsheim – Gegenwart und Vergangenheit. In: Heimatjahrbuch Landkreis Alzey-Worms 2003, ZDB-ID 962368-1, S. 127–132.
  • Friedrich Wilhelm Weber: Die Adelsfamilie von Geispitzheim in der Nordpfalz. Mit Nachrichten über ihre Herkunft aus dem Rheinhessischen. Dargestellt nach gegenständlichen Befunden, archivalischen Quellen und der mündlichen Überlieferung. Mit zahlreichen Fotos, Zeichnungen und einer Kartenskizze. Herausgegeben von Dr. Lothar Sießl GTS-Druck GmbH, Kirchheimbolanden 1992, ISBN 3-926306-08-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gabsheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Kloster Lorsch: Urkunde 1443, Reg.-Nr. 146
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen