Gaeta
| Gaeta | ||
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| Staat | Italien | |
| Region | Latium | |
| Provinz | Latina (LT) | |
| Koordinaten | 41° 13′ N, 13° 34′ O | |
| Höhe | 2 m s.l.m. | |
| Fläche | 28 km² | |
| Einwohner | 20.834 (31. Dez. 2015)[1] | |
| Bevölkerungsdichte | 744 Einw./km² | |
| Angrenzende Gemeinden | Formia, Itri | |
| Postleitzahl | 04024 | |
| Vorwahl | 0771 | |
| ISTAT-Nummer | 059009 | |
| Volksbezeichnung | Gaetani | |
| Schutzpatron | Sant'Erasmo | |
| Website | Gaeta | |
Blick auf Gaeta vom Meer aus |
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Gaeta ist eine italienische Stadt in der Provinz Latina in der Region Latium mit 20.834 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015). Sie ist Sitz eines Erzbischofs.
Inhaltsverzeichnis
Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gaeta liegt 130 km südöstlich von Rom und 90 km nordwestlich von Neapel. Der Hafen- und Badeort liegt auf einer hügeligen Landzunge, einem Ausläufer der Monti Aurunci, am Golf von Gaeta, südöstlich von Sperlonga. In Gaeta ist die typische Vegetation des Mittelmeerraumes anzutreffen. Das viele Grün in der Stadt wird geprägt von Pinien und Palmen.
Ein Teil der Gemarkung gehört zum Parco regionale Riviera di Ulisse. Darunter der Park „Monte Orlando“ an der Spitze der Landzunge.
Gaeta hat ein typisches Mittelmeerklima mit milden Wintern und warmen Sommern. Die langen Sandstrände des Stadtbezirks Serapo werden etwa von April bis Oktober von Badenden aufgesucht.
Die Stadtteile der Gemeinde sind Areanuta, Ariana, Fontania, Quattro Remi, Sant'Agostino, San Vito und Serapo. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 0 bis 491 m s.l.m.
Gaeta ist Mitglied der Comunità Montana dei Monti Aurunci.
Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).[2]
Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Itri und Formia.
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gaeta wurde bereits von Vergil in der Aeneis zitiert (Reise von Aeneas nach Rom). Es ist der Ort, an dem Aeneas nach der Legende seine Amme Caieta beerdigte. Von ihr soll sich auch der antike Name Caieta ableiten.[3] Nach Strabon stammt der Name jedoch vom lakonischen Wort für Untiefe (Καιέτας). Der natürliche Hafen wurde schon sehr früh frequentiert. Das antike Caieta erlangte im Mittelalter große Bedeutung für den Seehandel. Ab der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. kam er in das römische Einflussgebiet und entwickelte sich zu einem beliebten Kurort mit zahlreichen Villen. Unter anderem besaßen Cicero und Antoninus Pius hier Villen. Auf dem Monte Orlando befinden sich das Grabmal des römischen Konsuls Lucius Munatius Plancus (frühes 1. Jahrhunderts n. Chr.) und die Wallfahrtskirche Montagna Spaccata.
Im Mittelalter sicherte die Stadt unter der Herrschaft der Caetani, Herzöge von Gaeta, ihre Selbständigkeit gegenüber Papst und Kaiser sowie benachbarten Königen und Herzogen, unter anderem durch ein Bündnis mit den Sarazenen vom Garigliano.
Papst Pius IX. fand hier 1848 Zuflucht, nachdem ihn Aufständische während des italienischen Risorgimento aus Rom vertrieben hatten.
Der letzte König beider Sizilien, Franz II., wurde 1860 durch Garibaldi hierher vertrieben und hielt der Belagerung mit seinen letzten Truppen, befehligt von General Felix von Schumacher, mehrere Monate lang stand. Bis zum Zweiten Weltkrieg diente Gaeta aufgrund seiner geografischen Lage als Seefestung.
Seit 1967 ist in Gaeta das Flaggschiff der 6. Flotte der US Navy stationiert. Derzeit ist dies die USS Mount Whitney (LCC-20). Sie untersteht dem US-Flottenkommando (Naval Forces Europe-Africa/6th Fleet) in Neapel, wo sich auch der ehemals bedeutendere Stützpunkt der 6. Flotte befindet.
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Cosimo Mitrano (PdL) wurde bei der Stichwahl am 20./21. Mai 2012 zum Bürgermeister gewählt. Er besiegte seinen Vorgänger Antonio Raimondi (linke Bürgerliste) mit 64,1 %. Mitranos Mitte-rechts-Koalition stellt auch mit 10 von 16 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[4]
Bürgermeister von Gaeta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- 1994–2001: Silvio D'Amante, (DS)
- 2002–2006: Massimo Magliozzi, (FI)
- 2006–2007: Bruno Frattasi, kommissarischer Bürgermeister
- 2007–2012: Antonio Raimondi, (linke Bürgerliste)
- seit 2012: Cosimo Mitrano, (PdL)
Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Wappen der Stadt ist ein viergeteilter Schild mit abwechselnd silbernen und roten Feldern. Das Wappen geht auf die aus Gaeta stammende Familie Caetani zurück.
Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Partnerstädte von Gaete sind Frontignan in der französischen Region Okzitanien sowie Somerville und Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts.[5]
- Ein Freundschaftsvertrag besteht mit der Stadt Bethlehem in Palästina.
Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gaeta ist ein wichtiger Badeort zwischen Rom und Neapel. Im August verdreifacht sich die Bevölkerung der Stadt durch die Anwesenheit überwiegend italienischer Urlauber. Nur etwa 5 % der Augusturlauber in Gaeta sind Ausländer. Besonders beliebt ist der Stadtbezirk „Gaeta vecchia“ mit der mittelalterlichen Burg, den engen Gassen, alten Kirchen sowie der Kathedrale und dem Kloster. Dort befinden sich auch viele kleine Restaurants und Bars. Zwei Kilometer Richtung Sperlonga, auf der entlang der Küste führenden „Via Flacca“, befindet sich die „Disco-Meile“ mit Dutzenden von Diskotheken; die meisten davon zwischen Hang und Strand.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Historische Überreste aus der Zeit der Antike stellen touristische Attraktionen dar. Zu den bekanntesten Bauwerken gehört der um 1100 errichtete romanische Dom, der im 13. Jahrhundert um den Campanile erweitert wurde. Über der Altstadt erhebt sich das mittelalterliche Kastell (8. Jahrhundert), das heute als Staatsgefängnis genutzt wird.
Jazzfestival[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Seit 2008 findet jedes Jahr in Gaeta das "Gaeta Jazz Festival" statt. Damals mehr als ein Privatvergnügen ins Leben gerufen ist das Festival heute ein angesehenes musikalisches Event auf dem renommierte und international bekannte Jazzmusiker, wie unter anderem schon Roberto Gatto und Roy Hargrove, auftreten. Die Höhepunkte des Festivals stellen Konzerte dar, die im Innenhof des mittelalterlichen Kastells stattfinden. Das eigentliche Festival findet im Sommer statt, inzwischen gibt es allerdings auch eine Ausweitung des Festivals auf den Winter unter dem Namen "Gaeta Jazz Winter".
Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gaeta wird entlang der Küste von der SS 213 Via Flacca durchquert, die von Terracina nach Formia führt.
Kurz hinter Gaeta mündet die SS 213 in die SS 7 Via Appia, die Hauptverbindung Richtung Rom.
Über die SS 630 ist Gaeta nach Norden mit Cassino verbunden.
Über die SS 630 erreicht man auch in 42 km Entfernung die Anschlussstelle Cassino an der A1 Autostrada del Sole.
Der nächste Bahnhof liegt in 8 km Entfernung in Formia an der Bahnstrecke Roma–Formia–Napoli.
Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Johannes von Gaeta (um 1058–1119), italienischer Papst Gelasius II.
- Giovanni Caboto (um 1450–1498), italienischer Seefahrer
- Thomas Cajetan (1469–1534), italienischer Dominikaner, Kardinal und Begründer des Neuthomismus
- Scipione Pulzone (um 1550–1598), italienischer Maler
- Sebastiano Conca (um 1680–1764), italienischer Maler
- Giovanni Bausan (1757–1825), italienischer Marineoffizier und Politiker im Königreich Neapel
- Luigi Di Liegro (1928–1997), italienischer katholischer Priester
Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Cy Twombly (1928–2011), US-amerikanischer Maler, lebte und arbeitete über 50 Jahre in Gaeta[6]
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Gaeta auf www.comuni-italiani.it (italienisch)
- Reisefotos von Gaeta
- Christian Hülsen: Caietae portus. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band III,1, Stuttgart 1897, Sp. 1323 f.
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
- ↑ Italienischer Zivilschutz
- ↑ Vergil, Aeneis 7.1–7
- ↑ Information des Innenministeriums, abgerufen am 2. Juni 2012
- ↑ Website Gaeta – comuni gemellati
- ↑ Cy Twombly ist tot. n-tv, Online Ausgabe vom 6. Juli 2011, abgerufen am 6. Juli 2011.
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