Gailbach

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Gailbach
Kreisfreie Stadt Aschaffenburg
Ehemaliges Wappen der Gemeinde
Koordinaten: 49° 56′ 48″ N, 9° 12′ 18″ O
Höhe: ca. 220 (194–391) m ü. NHN
Einwohner: 1705 (31. Dez. 2014)
Eingemeindung: 1. April 1975
Postleitzahl: 63743
Vorwahl: 06021

Gailbach ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Aschaffenburg mit 1705 Einwohnern (31. Dezember 2014) und gehört zum Regierungsbezirk Unterfranken im Freistaat Bayern der Bundesrepublik Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil grenzt im Norden an die Gemeinde Haibach und deren Ortsteil Dörrmorsbach im Landkreis Aschaffenburg; im Süden an den Ortsteil Soden der Marktgemeinde Sulzbach am Main im Landkreis Miltenberg, an die Waldabteilung Weißberg, die, abweichend von der Abb. "Stadtgliederung" in Wikipedia Aschaffenburg nicht zum Stadtteil Gailbach, sondern zum Stadtteil Schweinheim gehört, und reicht dort bis vor die Söder Eiche. Im Südwesten grenzt Gailbach entlang des Waldrandes und mit seinen Sportplätzen an die Waldabteilung Reichenbacher Wald und bis vor den Aussichtsturm auf dem Stengerts an die Waldabteilung Salzlacke, die zum Stadtteil Schweinheim gehören. Im Westen grenzt Gailbach an die Waldabteilung Scheidgraben und den Walddistrikt VI Elterwald des Stadtteils Schweinheim. Der Stadtteil wird vom gleichnamigen Gailbach durchflossen. Der höchste Gipfel ist der des Findberges mit ca. 355 m ü. NN. Ebenfalls auf dem Gemarkungsgebiet liegt unterhalb des Senders Pfaffenberg bei 391,477 m der höchste Punkt des Aschaffenburger Stadtgebietes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gailbach (Ausschnitt aus dem Pfinzigatlas 1594)
Neue Matthäuskirche

Jungsteinzeitliche Funde lassen eine frühe Besiedelung vermuten. Erstmals erwähnt wurde Gailbach am 28. März 1262 in einem Nekrolog des Stiftes St. Peter und Alexander. Eine urkundliche Aufzeichnung ist für 1284 nachgewiesen. Der Name veränderte sich von Galinbach, Gauelbach, Geuelbach und Gauwelnbach, 1325 zu Geuwelinbach, 1784 zu Gaulbach und 1812 zu Gailbach.[1] Die Bezeichnung Geilbach taucht erstmals auf einer Karte im Jahre 1575 auf, gefolgt von Gaylenbach im Jurisdictionalbuch des Vicedomamtes Aschaffenburg von 1624. Zu Ende des Kurfürstentums Mainz gehörte Gailbach zur Amtsvogtei Schweinheim des Vizedomamts Aschaffenburg, die ihren Sitz in Aschaffenburg hatte.

1812 hatte Gailbach 41 Feuerstellen und 230 Seelen (Einwohner) und gehörte zur Districtsmairie Schweinheim im Departement Aschaffenburg des Großherzogtums Frankfurt. Maire war Peter Hasenstab, Adjunct Johann Roth, Schullehrer Joseph Hornung.

Nach dem Übergang an die Krone Bayern gehörte Gailbach zu dem am 1. Oktober 1814 errichteten Landgericht Aschaffenburg. 1830 hatte Gailbach 308 Einwohner, die in 41 Häusern wohnten. Es hatte eine Schule und war Filiale der Pfarrei Schweinheim. Mit dem Landgericht Aschaffenburg kam Gailbach 1862 zum Bezirksamt Aschaffenburg, das ab 1939 als Landkreis Aschaffenburg bezeichnet wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zahlreiche Heimatvertriebene nach Gailbach. Die Einwohnerzahl stieg in wenigen Jahren von ca. 800 auf 1100. Im Jahre 1970 wurde die Verbindungsstraße zum Sulzbacher Ortsteil Soden dem Verkehr übergeben (Weißbergstraße, bzw. Kreisstraße MIL 30). Noch vor der Eingemeindung wurde die Hauptstraße in "Aschaffenburger - " und "Dörrmorsbacher Straße", 1975 die "Ohmbachgasse" in "Waldackerstraße" umbenannt. Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wurde die Gemeinde Gailbach am 1. April 1975 mit 1367 Einwohnern in die Stadt Aschaffenburg eingegliedert.[2] Bereits zuvor hatte eine städtische Buslinie bestanden. 2012 feierte Gailbach am 14. und 15. Juli die 750-Jahr-Feier des Ortes mit einer Festmeile in der Glaserstraße (ehemals Friedensstraße) unterhalb der Turnhalle und der Einweihung eines Modells der alten Kirche.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemals selbständige Gemeinde Gailbach hatte ein Gemeindewappen: Ein rotgeflügelter, ansonsten silberner Speer teilt aufgerichtet sowie eine silberne Wellenlinie teilt liegend ein rotes Schild. Jedes der beiden oberen Viertel wird von einem silbernen Hufeisen geziert.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Fachwerkhaus Kitz-Haus ist ein ehemaliger Bauernhof aus dem Jahr 1803.
  • Neue Kirche St. Matthäus
  • Zweiteilige Höhle im Wald unterhalb Dörrmorsbach

Vereine und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Vereine existieren in Gailbach, darunter

  • der ansässige Fußballverein Kickers Gailbach
  • der Verein für Heimat-Geschichte und Kultur Gailbach e. V.
  • der Musikverein Gailbach 1923 e. V.
  • der TSV Gailbach 1895 e. V. mit den Abteilungen Turnen, Leichtathletik, Jiu Jitsu, Tischtennis und Ringen, wobei Gailbach in der 2. Bundesliga ringt.
  • die Freiwillige Feuerwehr Gailbach – Löschzug 7 der Stadt Aschaffenburg
  • die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG Gailbach)
  • der Wanderverein „Wanderlust Gailbach 1930 e. V.“

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gebürtigen Gailbacher werden von den Einwohnern der umliegenden Orte und der Aschaffenburger Stadtteile, also etwa von den Haibacher Wellenkippern, Schweinheimer Häffen und den Aschaffenburger Pflasterschissern mit dem Scherznamen „Gailbacher Rehböcke“ (mundartlich auch: „Gaalmischer Räibeck“) gehänselt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aschaffenburger Studien. II. Dokumentationen, Band 15 – GAILBACH – Vom Dorf zum Stadtteil im Grünen, Ulrike Klotz M. A. und Renate Welsch, zusammengestellt vom Arbeitskreis Gailbacher Bildband, Verlag: Stadt Aschaffenburg, 2000, ISBN 3-922355-22-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage St. Matthäus, Gailbach -Geschichte- (Memento des Originals vom 9. Dezember 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.st-matthaeus-gailbach.de
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.