Gaillères

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Gaillères
Gaillères (Frankreich)
Gaillères
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Mont-de-Marsan
Kanton Mont-de-Marsan-1
Gemeindeverband Mont-de-Marsan Agglomération
Koordinaten 43° 56′ N, 0° 22′ WKoordinaten: 43° 56′ N, 0° 22′ W
Höhe 63–102 m
Fläche 14,04 km2
Einwohner 610 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 43 Einw./km2
Postleitzahl 40090
INSEE-Code

Rathaus von Gaillères

Gaillères ist eine französische Gemeinde mit 610 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Mont-de-Marsan-1 (bis 2015: Kanton Mont-de-Marsan-Nord).

Der Name der Gemeinde leitet sich vom lateinischen Präfix gal- ab, das verwendet wurde, um Steine zu benennen.[1]

Die Einwohner werden Gaillerois und Gailleroises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaillères liegt ca. 10 km nordöstlich von Mont-de-Marsan im Landstrich Pays de Marsan der historischen Provinz Gascogne am südöstlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Gaillères von den Nachbargemeinden:

Lucbardez-et-Bargues Bostens Pouydesseaux
Saint-Avit Nachbargemeinden Sainte-Foy
Bougue Saint-Cricq-Villeneuve

Gaillères liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Ruisseau du Penin, ein Nebenfluss der Midouze, entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde ebenso wie sein Nebenfluss, der Ruisseau de l’Église, sowie der Ruisseau de Lagrabe, ein Zufluss des Ruisseau du Roumat.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besiedlung des Landstrichs während der gallischen, später während der gallorömischen Zeit erscheint sehr wahrscheinlich angesichts mehrerer kleiner Erdhügel im Viertel Arricau oder Ricau, die heute noch erkennbar sind. Es handelt sich um Reste eines Hügelgrabs oder einer Motte. Im 14. Jahrhunderts richtete sich eine Grundherrschaft inmitten des Dorfes von Gaillères ein. Die Vicomté des Béarn regierte über das Territorium im Namen des französischen Königs. Im Jahre 1343 wurde der Grundherr von Gaillères zum Cour del Sers, zum Gerichtshof der Vicomté von Marsan mit Sitz in Bascons, berufen. Dort wies er seine Ehrerbietung der Vicomtesse Aliénor des Béarn. Ein anderer Grundherr von Gaillères, Sanche Deytz, erwies seine Ehrerbietung 1538 an Heinrich II., König von Navarra. Die Heirat von Gaston du Lyon und Marguerite, Tochter des Grundherrn von Gaillères im Jahre 1573 verband die Grundherrschaft mit der von Campet und Geloux. Das Lehen von Gaillères ging zur Vicomté von Juliac im Jahre 1572 durch eine Heirat von Clarianne d’Orty, Grundherrin von Gaillères, mit Renaud de Pardaillan, Vicomte von Juliac, über.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen ersten Höchststand von 460. In der Folgezeit konnte die Gemeinde eine Größe von rund 390 Einwohnern bis in die 1920er Jahre halten. Nachfolgend sank die Größe bis zu den 1960er Jahren auf 260 Einwohner, bevor eine zeitweise kräftige Wachstumsphase einsetzte, die bis heute andauert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 278 261 265 348 396 430 541 571 610
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[4] INSEE ab 2010[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption

Die Apsis und das Langhaus der Mariä Aufnahme in den Himmel gewidmeten Kirche datieren aus der Romanik. Die halbrunde Apsis ist hierbei erhöht gebaut worden, um sie zu befestigen. Ihr oberer Teil aus Bruchstein und Ziegelsteinen zeigt entsprechend einen Wehrgang und Schießscharten. Die ursprüngliche Apsis besaß bereits die bildhauerisch ausgestalteten Konsolen unter dem Gesims, das als Rollenfries verschönert ist. Eine kleine Sakristei ist an die Mitte der Apsis angebaut. An der nördlichen und südlichen Seite sind zwei ehemalige Fensteröffnungen teilweise mit Ziegelsteinen zugemauert. Die beiden Seitenschiffe sind 1855 hinzugefügt worden. Sie sind an ihrer Seite mit rundbogenförmigen Fenstern ausgestattet worden und schließen ihrerseits in halbrunde Apsiden mit Okuli ab. Im Westen erstreckt sich ein 1869 angebauter Vorraum über die gesamte Breite des Gebäudes. Er wird erhellt durch Zwillingsarkaden in Form von Hufeisenbögen, die von Säulen mit bildhauerisch ausgestalteten Kapitellen getragen werden. In der Mitte erhebt sich der Glockenturm mit rundbogenförmigen Fenstern und einem polygonalen, mit Schiefer gedeckten Helm. Am Fuß des Helms sind an jeder Turmecke pyramidenförmige Dachreiter angebracht, die ebenfalls mit Schiefer gedeckt sind. Am Fuße des Glockenturms erlaubt ein hufeisenbogenförmiges Eingangsportal den Zutritt zum Vorraum und damit zur Kirche.[6]

Naturerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischotter Rundblättriger Sonnentau
Fischotter
Rundblättriger Sonnentau

Ein Teil des Gemeindegebiets liegt in der Zone naturelle d’intérêt écologique, faunistique et floristique (ZNIEFF), ein Naturgebiet, das aufgrund seiner spezifischen, schützenswerten Merkmale in einem frankreichweiten Register geführt wird. Besonders geschützte Tiere und Pflanzen sind hier der Fischotter, die Reichenbach-Segge und der Rundblättrige Sonnentau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche kleine Seen bieten der Gemeinde ein großes Potenzial auf dem Gebiet des Tourismus.[1]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[7]
Gesamt = 39

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vorschule mit 151 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[8]

Logo des Jakobswegs

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Étang de Massy ist Teil des Parc Naturel Urbain de Marsan und bietet Anglern und Spaziergängern breite Möglichkeiten. Ein Rundweg mit einer Länge von 6,6 km führt durch an allen Seen von Gaillères vorbei.[10][11]
  • Ein weiterer Rundweg mit einer Länge von 6 km führt vom Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde durch Waldgebiete und u. a. am Étang de Massy vorbei.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaillères wird durchquert von den Routes départementales 392 und 933N, der ehemaligen Route nationale 133.

Die Autoroute A65, genannt Autoroute de Gascogne, durchquert ebenfalls das Gemeindegebiet mit der Ausfahrt 4, die die Gemeinde direkt bedient.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gaillères – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Gaillères (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 12. April 2018.
  2. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 12. April 2018.
  3. Ma commune : Gaillères (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 12. April 2018.
  4. Notice Communale Gaillères (fr) EHESS. Abgerufen am 12. April 2018.
  5. Populations légales 2015 Commune de Gaillères (40103) (fr) INSEE. Abgerufen am 12. April 2018.
  6. Eglise Notre-Dame-de-l’Assomption (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 12. April 2018.
  7. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Gaillères (40103) (fr) INSEE. Abgerufen am 12. April 2018.
  8. École maternelle (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 12. April 2018.
  9. La voie de Vézelay (fr) Agence de Coopération Interrégionale et Réseau „Chemins de Saint-Jacques de Compostelle“. Abgerufen am 12. April 2018.
  10. Étang de Massy à Gaillères (fr) Gemeindeverband Mont-de-Marsan Agglomération. Abgerufen am 12. April 2018.
  11. A Gaillères, circuit des étangs (fr) Comité Départemental du Tourisme. Abgerufen am 12. April 2018.
  12. A Gaillères, circuit des airials (fr) Comité Départemental du Tourisme. Abgerufen am 12. April 2018.