Galenos

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Galenou Apanta, 1538

Galenos von Pergamon, auch (Aelius) Galenus (altgriechisch Γαληνός, deutsch Galen, in mittelalterlichen Handschriften und frühneuzeitlichen Drucken auch Galienus;[1] * zwischen 128 und 131[2] in Pergamon in Kleinasien; † zwischen 199 und 216[3] in Rom), war ein vorwiegend in Rom tätiger griechischer Arzt und Anatom. Galen gilt als einer der bedeutendsten Ärzte des Altertums, dessen umfassende Lehre über Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers für 1500 Jahre die gesamte Heilkunde beherrschte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Galens Geburtsort Pergamon befand sich das um die Mitte des 2. Jahrhunderts berühmteste Heiligtum des Asklepios. Sein Vater, ein Architekt und Mathematiker namens Nikon, unterrichtete Galen in aristotelischer Philosophie, Mathematik und Naturlehre.

Häufig wird in Fachpublikationen außerhalb der Altertumswissenschaft angegeben, Galenos habe den Gentilnamen Claudius – abgekürzt Cl. – getragen. In den antiken Quellen und der handschriftlichen Überlieferung des Mittelalters ist dieser jedoch nicht bezeugt. Erst in neuzeitlichen Werken, beginnend mit dem 15. Jahrhundert, wurde dem Namen des Galenos bzw. des Galenus ein „Cl.“ vorangestellt.[4] Karl Kalbfleisch schlug im Jahr 1902 vor, hierin nicht die Abkürzung von „Claudius“, sondern die Kurzform des ehrenden Attributs „clarissimus“ („hochberühmt“) zu erkennen, mit dem die humanistischen Schriftsteller der beginnenden Neuzeit den Arzt versahen.[5] Auf antike Belege könnte sich auch diese Erklärung nicht stützen, setzte sie doch römisches Bürgerrecht und Zugehörigkeit zum Senatorenstand voraus.[6]

Häufig wird davon ausgegangen, dass er über das Bürgerrecht verfügte, womit er notwendigerweise nach dem römischen Namensrecht einen dreiteiligen Namen (die tria nomina) getragen hätte. Neben dem Namen Claudius (der nicht antik bezeugt ist) werden vor allem die Namen Aelius und Iulius als Gentilnamen Galens in Betracht gezogen. Dies hängt damit zusammen, dass durch Inschriften aus Pergamon zwei Männer namens Aelius Nicon und Iulius Nicodemus bekannt sind, von denen einer möglicherweise mit Galens Vater „Nikon“ identisch sein könnte.[7] Letztlich lässt sich die Vaterschaft aber für beide nicht nachweisen, und es ist nicht feststellbar, ob Galenos das römische Bürgerrecht besaß oder ob er als Peregrinus wirkte.[8]

Medizinische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab etwa 146 beschäftigte sich Galen vornehmlich mit Medizin. Er studierte in der Nähe von Smyrna. Im Alter von 19 Jahren reiste er nach Alexandria, das zu jener Zeit ein Zentrum der Heilkunst und der einzige Ort war, an dem anatomische Sektionen und Untersuchungen an menschlichen Leichen durchgeführt werden durften. Die reichhaltige Bibliothek von Alexandria besaß auch viele Schriften mit detaillierten Zeichnungen, die seine wissenschaftliche Ausbildung unterstützten. Heilkuren und Pflege fanden zu der Zeit in einem Asklepieion statt, in dem sowohl Priester als auch professionelle Heilkundige tätig waren. Im Jahr 158 kehrte Galen nach Pergamon zurück. Dort betreute er als Sport- und Wundarzt Gladiatoren und unterhielt gleichzeitig eine eigene ärztliche Praxis. Während der Olympischen Spiele leistete er den Athleten medizinische Hilfe. Dabei versorgte er deren frische Verletzungen, die er so auch wissenschaftlich beschreiben konnte.

Nach seiner Tätigkeit als Gladiatorenarzt war Galen ab 161 oder 162 in Rom. Die Heilung des geachteten Philosophen Eudemos von Pergamon ermöglichte ihm eine Tätigkeit als Arzt der römischen Aristokratie. Um 166 verließ er Rom, wahrscheinlich wegen einer dort ausgebrochenen Epidemie (Antoninische Pest). Zurück in Pergamon nahm er seine Arbeit als Gladiatorenarzt wieder auf. 168 reiste er auf Bitte des römischen Kaisers Marcus Aurelius nach Aquileia, wo eine „Pest“ unter den römischen Soldaten ausgebrochen war. Seine präzise Beschreibung der vorgefundenen Krankheitssymptome lässt vermuten, dass es sich bei dieser Seuche wohl nicht um die Pest, sondern um eine Pockenepidemie gehandelt hatte.

Dem Wunsch des Kaisers entsprechend wurde er ab 169 in Rom Leibarzt des Kaisersohnes und Thronfolgers Commodus, später vermutlich auch des Kaisers Septimius Severus. Bei einem Großbrand in Rom im Jahr 192 wurde auch Galens Bibliothek vernichtet, was er in einem erst 2007 entdeckten Werk namens Über die Unverdrossenheit[9] beklagte.[10]

Galen starb in Rom, der genaue Zeitpunkt ist unbekannt. Teile der Forschung gehen vom Sterbejahr 199 oder 200 aus,[11] doch wird mittlerweile sein Tod meist um das Jahr 216, oftmals zumindest nach 204 datiert.[12]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelseite der 1547 in Venedig erschienenen „Opera“

Galens medizinisches Hauptwerk ist der ab etwa 175[13] entstandene Methodus medendi („Die therapeutische Methode“), es besteht aus 14 Büchern. Der Leitgedanke darin ist, dass alle Erscheinungen in der Natur und beim Menschen einen bestimmten Zweck erfüllen. Galen begriff den Menschen als eine Leib-Seele-Einheit, die von zwei Seiten beeinflusst wird, vom Spirituellen und von der Materie.

In seinen zwischen 161 und 177 entstandenen neun Büchern „Über die Lehrmeinungen des Hippokrates und des Platon“ (De placitis Hippocratis et Platonis) versucht Galen nachzuweisen, dass die Vorstellungen des Arztes Hippokrates und des Philosophen Platon über die, die geistigen und physischen Körpervorgänge steuernden, Seelenkräfte übereinstimmen.[14]

Er nahm die in der Philosophie entwickelte Vier-Elemente-Lehre auf, wonach Feuer, Erde, Luft und Wasser in unterschiedlicher Zusammensetzung die Grundelemente allen Seins darstellen. Ebenso knüpfte er an die in der hippokratischen Medizin bereits in Ansätzen entwickelte Viersäftelehre an, welche den vier Körperssäften Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle jeweils die vier Qualitäten (Primärqualitäten) warm und feucht, kalt und feucht, warm und trocken und kalt und trocken zuordnete. Galen nahm an, dass jede Krankheit durch eine Verschiebung des Gleichgewichts zwischen den vier Körpersäften entstehe.[15] Die von Galen postulierten vier Geschmacksqualitäten (Sekundärqualitäten)[16] sind: Blut – süß, Schleim – salzig, gelbe Galle – bitter, schwarze Galle – sauer und scharf. Darüber hinaus verknüpfte er die vier Säfte auch mit den vier Lebensphasen des Menschen. Krankheit war für ihn eine Dyskrasie, eine fehlerhafte Mischung der Säfte. Galen legte bei der Diagnose von Krankheiten besonderen Wert auf die Untersuchung von Puls[17] und Harn. Dabei hatte, wie er in der zu seinen Alterswerken gehörenden, sechs Bücher umfassenden, Schrift De locis affectis („Über die erkrankten Körperteile“) es darstellte, die Beobachtung des Pulsus für Galen eine vorrangige Bedeutung bei den Diagnosemethoden lokaler Erkrankungen.[18]

Diesem Ansatz folgend entwickelte Galen ein eigenständiges pharmakotherapeutisches System, das er in einigen seiner Schriften darlegte. Unter diesen der Medikamentenherstellung gewidmeten Schriften sind insbesondere sein De compositione medicamentorum in 17 und sein (zwischen 169 und 180 und nach 193 entstandenes Werk) De simplicium medicamentorum temperamentis et facultatibus („Über die Mischung und Wirkung der einfachen Heilmittel“) in 11 Büchern zu nennen. Ziel war eine aus Erfahrung abgeleitete, auf Erkenntnis ursächlicher Zusammenhänge und Vernunft basierende Pharmakologie, die mittels des geschriebenen Wortes weitergegeben, überprüft und weiterentwickelt werden konnte.[19][20] Denn „die Vernunft lehrt uns das allgemeine Ziel der Heilung bei jedem Leiden, die Erfahrung die Kräfte des Stoffes.“[21] Entsprechend stellte der erste Teil seines De compositione medicamentorum die theoretischen Grundlagen seiner Arzneimittellehre dar, während im zweiten Teil die speziellen Rezepte im Einzelnen folgten. Bei ihnen legte Galen Wert darauf, dass sie erprobt seien und auf Erfahrung beruhten und dass ihr Wert von den anerkanntesten Pharmakologen bestätigt würde.[22] Als Hauptquelle seiner theoretischen Pharmakologie ist jedoch seine Schrift De simplicium medicamentorum temperamentis et facultatibus anzusehen. Zu Galens praktisch-pharmakologischen Schriften gehört das zwei Bücher umfassende Werk De antidotis („Über Gegenmittel“).[23]

Die von ihm angewandten Medikamente unterteilte er in elementare, die nur eine der vier elementaren Qualitäten besaßen, kombinierte – sie wiesen zwei Qualitäten, eine Haupt- und eine Nebenwirkung auf – sowie spezifische für besondere Fälle, etwa Abführ-, Brech- oder Entwässerungsmittel. Während die simplicia genannten elementaren Medikamente zum Teil auf die materia medica des im 1. Jahrhundert wirkenden Arztes Pedanios Dioskurides zurückgingen, hatte Galen viele seiner composita durch empirische Untersuchungen entwickelt. Jede Krankheit verlangte nach einem eigenen Medikament, für dessen Auswahl und Dosierung man das temperamentum, das heißt die angemessene Mischung der Säfte des Kranken selbst, und des erkrankten Körperteils im Speziellen, sowie den Wirkungsgrad des Medikamentes beachten müsse. Er stellte damit die Therapie und Pharmakologie auf eine systematische Basis.

Die Wirkungsgrade (bzw. Intensitäten)[24] seiner Stoffe unterschied er folgendermaßen:

  1. kaum merklich
  2. mit den Sinnen deutlich wahrnehmbar
  3. heftig, leicht schädigend
  4. heftig, zerstörend.

Krankhaften Veränderungen der ausgewogenen Mischung der Säfte, die sich durch Erhitzen, Anfeuchten, Erkälten oder Austrocknen der betroffenen Körperteile zeigten, müsse mit entgegengesetzt wirkenden Medikamenten begegnet werden. Hierbei sei die Anziehungskraft eines Körperteils auf bestimmte Medikamente, die durch die ähnliche Beschaffenheit auf elementarer Ebene hervorgerufen werden könne, zu berücksichtigen.

An den komplizierten Rezepturen Galens orientierte sich die Pharmakologie des islamischen und des abendländischen Kulturraums bis ins Spätmittelalter. Erst unter dem Einfluss der medizinischen Lehre des Paracelsus verlor diese, Galenik genannte, Lehre von Herstellung und Zubereitung der Medikamente im Verlauf der frühen Neuzeit an Bedeutung, der Begriff blieb erhalten.[25]

Galens Hauptwerk zur Physiologie stellt die aus 17 Büchern bestehende, zwischen 162 und 180 entstandene Schrift De usu partium corporis humani („Über den Nutzen der Körperteile“) dar.[26]

In seinem, laut einleitendem Text auf Vorschlag eines Hieron und anderer Personen aus dem Freundeskreis Galens[27] entstandenen Werk vereinigte Galen zwei über Jahrhunderte hinweg im Widerstreit stehende medizinische Herangehensweisen.

  • Die „empirische“ Tradition, der Galen (im erste Buch seines Methodus medendi) auch kritisch[28] gegenüberstand, wurde von Hippokrates (um 400 v. Chr.) begründet. Diese Herangehensweise war ausdrücklich nichtanatomisch und prognostisch; sie bestand ausschließlich in der Analyse von Symptomen. Der Körper wurde vor dem Hintergrund der Humoralpathologie vor allem als aus vier Säften bestehend verstanden. Atomistische Vorstellungen lehnte er hingegen, wie aus seiner Schrift Über die Elemente nach Ansicht des Hippokrates hervorgeht,[29] ab.
  • Die „dogmatische“ Tradition geht auf die alexandrinische Medizin aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. zurück. Im Gegensatz zu der empirischen Tradition beschäftigt sich die dogmatische mit den festen Bestandteilen des Körpers. Deren Urheber Herophilos von Chalkedon und Erasistratos waren möglicherweise die Ersten, die jemals einen Menschen seziert haben. Die Symptome eines Patienten wurden als Folgen von anatomischen Veränderungen betrachtet.

Diese methodische Synthese, die auch die Anatomie und Physiologie bzw. Naturphilosophie des Aristoteles[30] miteinbezog, begründete Galens maßgeblichen Einfluss auf die mittelalterliche Medizin bis hin zur Renaissance. Er führte umfangreiche Sektionen und Vivisektionen an Tieren durch und verfasste nahezu 400 Schriften, die nach seinem Tod durch Oreibasios (326–403) in 70 Büchern zusammengefasst wurden. Knapp ein Viertel davon ist im griechischen Original oder in lateinischen, arabischen oder syrischen Übersetzungen erhalten. Bis ins 17. Jahrhundert und darüber hinaus dienten sie als medizinische Lehrgrundlage an den Universitäten.

Sein 15 Bücher umfassendes, zwischen 168 und dem Tod Galens entstandenes Anatomiewerk Über die Verfahrensweisen beim Sezieren ist vollständig nur in arabischer Übersetzung erhalten. Vom griechischen Original sind die ersten acht Bücher und der Anfang des neunten Buches erhalten.[31]

Viele von Galens Ansichten über die menschliche Anatomie waren jedoch falsch, da er die anhand seiner Sektionen von Schweinen, Affen und Hunden gewonnenen Erkenntnisse einfach auf den Menschen übertragen hatte, wie etwa die Vorstellungen von Bau und Funktion einer zweiteiligen Gebärmutter (Uterus bicornis). Seine Werke dienten als Grundlage anatomischer Vorlesungen und wurden als so vollständig angesehen, dass man lange Zeit keinen Anlass zur Überprüfung sah. Es war nicht üblich und häufig sogar verboten, menschliche Körper zu sezieren. Stellten Ärzte zufällig bei einer Leiche Abweichungen von Galens Lehre fest, hielten sie das untersuchte Organ für eine Missbildung. Vesalius war in den 1530er Jahren der Erste, der erkannte, dass Galen wohl nie einen Menschen seziert hatte.[32] Er beklagte, man hätte bei einem Metzger mehr über Anatomie lernen können als bei anatomischen Vorlesungen. Vesalius’ eigene Leichensektionen in den 1540er Jahren, die er dank guter Beziehungen zur Obrigkeit hatte durchführen können, belebten die anatomische Forschung.

Bis heute gültig sind die von Celsus beschriebenen, und später von Galen ergänzten, Kardinalzeichen der Entzündung:

  • Rubor (Rötung)
  • Calor (Überwärmung)
  • Tumor (Schwellung)
  • Dolor (Schmerz)
  • Functio laesa (Funktionseinschränkung)

Galens pathophysiologische Vorstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sind sämtliche Körperbestandteile – darunter versteht Galen die Säfte, das Pneuma und die res naturales (die „konstitutionellen Bedingtheiten“ des individuellen Lebens) – in ausreichender Qualität und Quantität vorhanden und diese körperlichen Funktionen im Sinne einer Zweckmäßigkeit (Teleologie)[33] im freien Fluss, resultiert Gesundheit, sanitas.

Für Galen gibt es fließende Übergänge zwischen dem Zustand der Gesundheit, sanitas, des Krankseins, aegritudo, und einem Zwischenzustand, neutralitas. Dieses Gleich- oder Ungleichgewicht wird durch Größen der res naturales, res non naturales (die nicht-konstitutionellen und damit „konditional-physiologischen Bedingtheiten bzw. prozessualen Abläufe“ im individuellen Organismus) und res praeter naturales geregelt. Die Einflussfaktoren jener drei Gruppierungen bestimmen den Umgang hinsichtlich einer Prophylaxe, praeservatio,[34] Gesunderhaltung, conservatio sanitatis, oder Therapie, curatio. Als „res naturales“ betrachtet Galen:

  • elementa, Feuer, Luft, Wasser, Erde und ihre Qualitäten warm, kalt, feucht und trocken;
  • complexiones sive commixtiones, die verschiedenen Mischungsverhältnisse der elementa und deren innewohnenden Qualitäten;
  • compositiones sive humores, die vier Körpersäfte Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle und deren Wechselwirkungen aufeinander;
  • membra, die Organe des Körpers;
  • virtutes, die im Körper wirkenden Kräfte virtus animalis, virtus naturalis und virtus spiritualis;
  • operationes sive actiones, die Wirkungen der virtutes im Körper
  • spiritus, die durch eine hauchartige, auch Pneuma genannte, Substanz vermittelte organbezogene Kraft, die als spiritus vitalis („Lebenspneuma“, gespeichert in der linken Herzkammer) vom, nach Galens, Aristoteles entgegenstehender, Vorstellung aus zwei Kammern bestehenden, Herzen in die Arterien, unter anderem zu einem Arteriengeflecht unter der Schädeldecke, fließt. Dort erfährt sie eine Umwandlung in einen spiritus animalis („Seelenpneuma“), welcher dann in die Hirnventrikel und von dort zu den Nerven gelangt und als spiritus naturalis von der Leber in die Venen zieht.[35][36][37][38][39] Ein Teil des von der Leber ausgehenden Blutes gelangte Galen gemäß über die große Hohlvene in die rechte Herzkammer und von dort in die Lunge. In der Herzscheidewand nahm er Poren an, die diesem Blut den Weg in die linke Herzkammer ermöglichen.[40]

Hingegen sind die sogenannten sex res non naturales (die Bezeichnung stammt nicht direkt von Galen[41]) jene sechs fundamentalen Bedingungen bzw. Grundgegebenheiten[42] menschlicher Gesundheit, welche die richtige Mischung der Körpersäfte beeinflussen:

  • aer, die Qualität der umgebenden Luft (Helligkeit, Temperatur, Feuchte, Geruch und Reinheit sowie Windverhältnisse und das jahreszeitliche Klima in bestimmten Gegenden; ebenso die Qualität von Wohnung und Kleidung);
  • cibus et potus, die Qualität der Nahrung und der Getränke nach ihren Eigenschaften warm, kalt, feucht, trocken, ob vegetabiler oder animalischer Herkunft, und die Art ihrer Zubereitung; ebenso der Zeitpunkt und die Art der Nahrungsaufnahme;
  • motus et quies, der Einfluss von maßvoller, aber auch übermäßiger Bewegung des Körpers oder einzelner Körperteile bei Arbeit, motus, und Ertüchtigungsübungen, exercitia, sowie die Zeit der Ruhe und Erholung;
  • somnus et vigilia, die Bedeutung von rechter Zeit und Dauer der Schlaf- und Wachzeiten für den Ablauf physiologischer Prozesse; ebenso die gesundheitsförderliche Gestaltung des Bettes (Kopfende höher als Fußteil) und richtige Schlafhaltung;
  • repletio et evacutio, die Regulierung und Beobachtung der Körperausscheidungen wie Stuhl und Winde, Urin, Sperma und Menstruationsblut, Tränenflüssigkeit und Speichel, Auswürfe aus Mund und Nase, Erbrochenem, Ohrenschmalz;
  • accidentia animi, der förderliche oder schädliche Einfluss der sechs Affekte Zorn, ira, Freude, gaudium sive laetitia, Angst, angustia, Furcht, timor, Traurigkeit, tristitia, und Scham, verecundia.

Nachwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galen, lithographisches Phantasieporträt der Neuzeit

Rezeption in der Medizin, Galenismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galens systematisch ausgebautes Werk, das im frühen Mittelalter von Hunain ibn Ishāq (808–873) auch ins Syrische und Arabische übersetzt wurde (siehe auch Articella), war in seinem Umfang und in seinem wissenschaftlichen Niveau[43] für die Nachwelt von solcher Autorität, dass es 1400 Jahre brauchte, bis es durch neuere Forschungen langsam überwunden wurde. Seine Hypothese der Blutströmung vom Zentrum, wo das Blut in der Leber gebildet werde, zur Peripherie des Körpers wurde erst im 17. Jahrhundert durch William Harvey und Marcello Malpighi (zum Teil auch schon im 13. Jahrhundert von Ibn an-Nafīs) gegen erhebliche Widerstände revidiert.

Im 16. Jahrhundert standen sich die „Galenisten“ (etwa Leonhart Fuchs) als Anhänger der Lehren Galens und die „Arabisten“, welche sich vor allem auf Avicenna beriefen, gegenüber. Der „Galenismus“[44] nahm zu dieser Zeit zu, der „Arabismus“[45][46][47] ab.[48][49]

Galens Auffassung der Humoralpathologie hatte als Krankheitskonzept Bestand bis ins 19. Jahrhundert. Seine Lehren wurden, vor allem im Mittelalter, anderen gegenüber zu Recht bevorzugt und waren bis zum 19. Jahrhundert Grundlage des medizinischen Wissens an europäischen Universitäten.[50]

Galen als Namensgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der anatomischen Fachsprache werden die Vena cerebri magna manchmal noch als „Galens Vene“ und der Ventriculus laryngis als „Galens Ventrikel“ bezeichnet.
  • Nach Galenus ist die Galenik benannt, die Lehre von der Zubereitung der Arzneimittel.
  • Carl von Linné gab einer Gattung in der Pflanzenfamilie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) den Namen Galenia.[51]
  • Nach Galenus ist der Mondkrater Galen benannt.
  • Nach Galenus sind auch Straßen benannt.
  • Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wird seit 1985 die pharmakologische Forschung in Deutschland gefördert.
  • Galen Peak, Berg auf der Brabant-Insel im Palmer-Archipel in der Antarktis
  • Nach Galen werden zudem die pseudogalenischen Schriften bezeichnet,[52] die seit dem Mittelalter dem Corpus Galenicum in Handschriften und in frühen Buchdrucken beigefügt wurden und unter seinem Namen kursierten, aber nicht der Hand Galens entstammen, wie etwa das Harnbüchlein des Magnus von Ephesus.[53]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderne Gesamtausgaben

  • Claudii Galeni Opera omnia. 20 Bände. Hrsg. von Karl Gottlob Kühn, Leipzig 1821–1833 (= Medicorum Graecorum opera quae exstant. Band 1–20; Digitalisate); Neudruck (mit einem Nachwort von Konrad Schubring) Olms, Hildesheim 1965 — (Weiterhin maßgebliche moderne Gesamtausgabe, enthält jedoch auch nicht-galenische Texte und ist in Teilen durch textkritische Einzelausgaben ersetzt).
  • Galenus Latinus. Hrsg. von R. F. Durling und Fridolf Kudlien, Berlin 1976 und Stuttgart 1992.

Ausgaben der Renaissance

  • Recettario di Galieno : a tutte le Infirmita de che acadeno ali Corpi humani: Cosi di dentro como di Fora. [S.l.], 1520 (Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf).
  • Claudii Galeni Pergameni Historiales Campi / Per D. Symphorianum Campegium, Equitem auratum … Lotharingiae Ducis archiatrum, in quatuor libros congesti, & commentarijs … illustrati. – Basileae : Apud And. Cratandrum, Et Io. Bebelium, Mense Augusto, 1532 (Digitalisierte Ausgabe).
  • Claudii Galeni Pergameni De Compositione Medicamentorum Secundum Locos : … libri decem … / nunc primum latinitate donatum ac in lucem aeditum per Ioannem Guinterium Andernacum. – Basileae : Cratander, 1537 (Digitalisierte Ausgabe).
  • Epitomes omnium Galeni operum. Venedig 1548.
  • Claudii Galeni Pergameni De Sanitate tuenda : libri sex. Nuperrime ad Exemplar Venetum recogniti, & divulgati. – Lugduni : Rouil, 1549 (Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf).
  • Galeni septima Classis : curandi Methodum tum diffuse tum breviter descriptam, Victus Rationem in Morbis acutis, singulorum Morborum facile paranda Remedia, privatam quorundarum Morborum Curationem, Chirurgiae Constitutionem, Fracturarum ac Luxationum Sanationem, Fasciarum denique & Laqueorum & Machinamentorum Tractatum continet. – Venetiis : Iunta, 1550 (Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf).

Einzelausgaben

Übersetzungen

Bibliographische Hilfsmittel

  • Gerhard Fichtner: Corpus Galenicum. Verzeichnis der galenischen und pseudogalenischen Schriften. Institut für Geschichte der Medizin, Tübingen 1985 und 1997.
  • Vivian Nutton: Karl Gottlob Kühn and his edition of the works of Galen. A bibliography. Oxford Microform Publications, Oxford 1976.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gotthelf Bergsträsser: Ḥunain ibn Isḥāq und seine Schule. Sprach- und literaturgeschichtliche Untersuchungen zu den arabischen Hippokrates- und Galen-Übersetzungen. Leiden 1913.
  • Gotthelf Bergsträsser (Hrsg.): Ḥunain ibn Isḥāq Über die syrischen und arabischen Galen-Übersetzungen. Leipzig 1925 (= Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. Band 17, 2).
  • Gotthelf Bergsträsser: Neue Materialien zu Ḥunain ibn Isḥāq’s Galenbibliographie. Leipzig 1932 (= Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. Band 19, 2).
  • Véronique Boudon: Galien de Pergame. In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 3. CNRS Éditions, Paris 2000, ISBN 2-271-05748-5, S. 440–466.
  • Michael Boylan: Galen. In: J. Fieser, B. Dowden (Hrsg.): Internet Encyclopedia of Philosophy.
  • Cajus Fabricius: Galens Exzerpte aus älteren Pharmakologien (= Ars medica. Texte und Untersuchungen zur Quellenkunde der Alten Medizin. II. Abteilung, 2). De Gruyter, Berlin u. a. 1972.
  • Robert J. Hankinson (Hrsg.): The Cambridge Companion to Galen. Cambridge University Press, Cambridge 2008, ISBN 978-0-521-52558-9 (Rezension).
  • Jürgen Helm: Galen-Rezeption im 16. Jahrhundert am Beispiel Philipp Melanchthons. In: Europäische Geschichte Online, hrsg. vom Institut für Europäische Geschichte (Mainz), 2010, abgerufen am: 13. Juni 2012.
  • Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Bibliographia Galenia. Die Beiträge des 20. Jahrhunderts zur Galenforschung. In: Wolfgang Haase (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der Römischen Welt. Band II, 37, 2. Berlin/ New York 1994, S. 1351–1420.
  • Margaret T. May: Galen on the Usefulness of the Parts of the Body, Ithaca. N.Y.: Cornell University Press, 1968
  • Theodor Meyer-Steineg: Studien zur Physiologie des Galenos. In: Archiv für Geschichte der Medizin. Band 5, 1912, S. 172–224, und Band 6, 1913, S. 417–448.
  • Diethard Nickel: Galenos von Pergamon. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 448–452.
  • Vivian Nutton: The chronology of Galen’s early career. In: Classical Quarterly. Neue Folge, Band 23, 1973, S. 158–171.
  • Vivian Nutton: Galenos aus Pergamon. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 4, Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01474-6, Sp. 748.
  • Peer-Gunnar Ottosson: Scholastic medicine and philosophy. A study of commentaries on Galen’s „Tegni“ (ca. 1300–1450). Neapel 1984.
  • Heinrich Schipperges: Galenos. In: Exempla historica. Epochen der Weltgeschichte in Biographien, X: Imperium Romanum und frühes Mittelalter: Forscher und Gelehrte. Fischer, Frankfurt am Main 1985, ISBN 978-3-596-17010-4, S. 189–209.
  • Heinrich Schipperges, Richard J. Durling: Galen im Mittelalter. In: Lexikon des Mittelalters. Band 4. Artemis, München/Zürich 1989, Sp. 1082–1084.
  • Heinrich Schlange-Schöningen: Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte (= Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte. Band 65). De Gruyter, Berlin/New York 2003, ISBN 3-11-017850-8.
  • Rudolph E. Siegel: Galen’s system of physiology and medicine: An analysis of his observations on bloodflow, respiration, humors and internal diseases. Basel und New York 1968.
  • Rudolph E. Siegel: Galen on Sense Perception. His Doctrines, Observations and Experiments on Vision, Hearing, Smell, Taste, Touch and Pain, and Their Historical Sources. S. Karger, Basel 1970.
  • Rudolph E. Siegel: Galen on Psychology, Psychopathology and Function and Diseases of the Nervous System. S. Karger, Basel 1973.
  • Raymond Villey: Die Medizin in Rom: Galen. In: Illustrierte Geschichte der Medizin. Deutsche Bearbeitung von Richard Toellner u. a., Sonderauflage in sechs Bänden, 1986, Band 2, S. 394–423.
  • Leonard G. Wilson: Galen. In: Charles Coulston Gillispie (Hrsg.): Dictionary of Scientific Biography. Band 5: Emil Fischer – Gottlieb Haberlandt. Charles Scribner’s Sons, New York 1972, S. 227–237.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Galenus of Pergamum – Sammlung von Bildern

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In den englischen Canterbury Tales des 14. Jahrhunderts auch Galien.
  2. Siehe etwa Johannes Ilberg: Wann ist Galenos geboren? In: Sudhoffs Archiv für Geschichte der Medizin. Band 23, 1930, S. 289–292 (dort wie auch bei Kollesch und Nickel explizit 129 n. Chr.); bisweilen wird in der älteren Literatur, insbesondere der fachfremden, auch das Jahr 131 als Geburtsjahr angegeben; Joseph Walsh: The Date of Galens Birth. In: Annals of Medical History. Neue Folge 1, 1929, S. 378–382, und Refutation of Ilberg as to the Date of Galen’s Birth. In: Annals of Medical History. Neue Folge 4, 1932, S. 126–146, vertrat mit Nachdruck 130 als Geburtsjahr.
  3. Diethard Nickel: Galenos von Pergamon. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner: Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 448–452, hier S. 448, gibt das Jahr 199 an, ohne ein späteres Jahr auszuschließen; ca. 216 vertritt beispielsweise Vivian Nutton: Galenos aus Pergamon. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 4, Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01474-6, Sp. 748.
  4. Dies stellte erstmals fest: Elimar Klebs: Prosopographia Imperii Romani. Band 1. Georg Reimer, Berlin 1897, S. 374.
  5. Karl Kalbfleisch: ‘Claudius’ Galenos. In: Berliner Philologische Wochenschrift. Jahrgang 22, 1902, Nummer 13, Sp. 413 (Digitalisat). Außerdem zu dieser Frage: Walter von Brunn: Darf man Galenos „Claudius“ nennen? In: Ciba Zeitschrift. 4. Jahrgang, Nummer 43, März 1937, S. 1505.
  6. Fridolf Kudlien: Die Stellung des Arztes in der römischen Gesellschaft. Freigeborene Römer, Eingebürgerte, Peregrine, Sklaven, Freigelassene als Ärzte (= Forschungen zur antiken Sklaverei. Band 18). Steiner, Stuttgart 1986, S. 84; Heinrich Schlange-Schöningen: Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2003, ISBN 3-11-017850-8, S. 5 f. Anm. 9
  7. Ausführlich zu dieser Gleichsetzung Heinrich Schlange-Schöningen: Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 45–54.
  8. Heinrich Schlange-Schöningen: Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 54–60.
  9. Kai Brodersen (Hrsg.): Galenos, Die verbrannte Bibliothek. Peri Alypias / Über die Unverdrossenheit (Zweisprachige Ausgabe). Marix, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-7374-0962-9.
  10. Galenos, Über die Unverdrossenheit 10; siehe auch Galenos, De compositione medicamentorum per genera 1,1; Heinrich Schlange-Schöningen: Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2003, S. 27 mit Anm. 37.
  11. Siehe etwa Wolfgang U. Eckart: Geschichte der Medizin. Springer, Berlin 1990, S. 57, mit dem Todesjahr 199; oder derselbe: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Springer, Berlin 2013, S. 25.
  12. Die Suda gibt an, dass Galen im Alter von 70 Jahren starb, also um 199. Die Galen zugewiesene Abhandlung De antidotis liefert einen Hinweis auf Ereignisse im Jahr 204. Ishāq ibn Hunain gibt sein Sterbealter mit 87 Jahren an, nach 17 Jahren von der Geburt bis zum Ende seines Medizinstudiums und nach 70 Jahren Berufsausübung, also um das Jahr 217. Vivian Nutton: Ancient Medicine. Routledge, London / New York 2004, S. 226–227.) nimmt an, dass De antidotis echt ist, dass die arabische bei Abu Sulayman Sijistani erhaltene Überlieferung stimmt und dass die Suda irrigerweise die 70 Jahre, die nach der arabischen Quelle für Galens Karriere angegeben werden, für seine gesamte Lebensspanne hielt. Véronique Boudon-Millot (Galien: Introduction générale; Sur l'ordre de ses propres livres; Sur ses propres livres; Que l'excellent médecin est aussi philosophe, Les Belles Lettres, Paris 2007, S. LXXVII–LXXX) stimmt dem mehr oder weniger zu und favorisiert das Jahr 216 als sein Sterbejahr. Laut Heinrich Schlange-Schöningen (Die römische Gesellschaft bei Galen. Biographie und Sozialgeschichte. De Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-017850-8, S. 147 f.) sollte das Lebensende ungefähr auf das Jahr 215 datiert werden.
  13. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 179.
  14. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 185.
  15. Ortrun Riha: Konzepte: Säfte und Symbole. In: Medizin im Mittelalter. Zwischen Erfahrungswissen, Magie und Religion (= Spektrum der Wissenschaften. Spezial: Archäologie Geschichte Kultur. Band 2.19), 2019, S. 6–11, hier: S. 10.
  16. Georg Harig: Verhältnis zwischen Primär- und Sekundärqualitäten in der theoretischen Pharmakologie Galens. In: NTM 9, 1973, Heft 1, S. 64–81.
  17. Werner Friedrich Kümmel: Der Puls und das Problem der Zeitmessung in der Geschichte der Medizin. In: Medizinhistorisches Journal. Band 9, 1974, S. 1–22, hier: S. 3.
  18. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 122–125 (Galen, Über die erkrankten Körperteile, Buch V, Kap. 8) und 194.
  19. Cajus Fabricius: Galens Exzerpte aus älteren Pharmakologien. De Gruyter, Berlin u. a. 1972, S. 36–38.
  20. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 202.
  21. Galen, De compositione medicamentorum secundum locos 2,1. 12,501,13–15; Übersetzung: Cajus Fabricius: Galens Exzerpte aus älteren Pharmakologien. De Gruyter, Berlin u. a. 1972, S. 36.
  22. Cajus Fabricius: Galens Exzerpte aus älteren Pharmakologien. De Gruyter, Berlin u. a. 1972, S. 41–45.
  23. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 38, 202 und 204.
  24. Georg Harig: Bestimmung der Intensität im medizinischen System Galens. Ein Beitrag zur theoretischen Pharmakologie, Nosologie und Therapie in der Galenischen Medizin. Akademie, Berlin 1974 (= Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin: Zentralinstitut für alte Geschichte und Archäologie. Schriften zur Geschichte und Kultur der Antike. Band 11).
  25. Wolf-Dieter Müller-Jahncke: Galenische Heilmittel. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 446 f.
  26. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 183.
  27. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 49 und 179, Anm. 1.
  28. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 179.
  29. Gotthard Strohmaier: Avicenna. Beck, München 1999, ISBN 3-406-41946-1, S. 65.
  30. Paul Moraux: Der Aristotelismus bei den Griechen von Andronikos bis Alexander von Aphrodisias. Band 2: Der Aristotelismus im I. un II. Jh. n. Chr., De Gruyter, Berlin/ New York 1984 (= Peripatoi. Philologisch-historische Studien zum Aristotelismus. Band 6). ISBN 3-11-009919-5, S. 730 f.
  31. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 188.
  32. Vgl. Richard Toellner: „Renata dissectionis ars“. Vesals Stellung zu Galen in ihren wissenschaftsgeschichtlichen Voraussetzungen und Folgen. In: August Buck (Hrsg.): Rezeption der Antike. Zur Problematik der Kontinuität zwischen Mittelalter und Renaissance. Hamburg 1981, S. 85–95.
  33. Karl Groß: Galens teleologische Betrachtung der menschlichen Hand in „de usu partium“. In: Sudhoffs Archiv. Band 58, 1974, S. 13–24.
  34. Hierzu zählte er auch Leibesübungen als eine Art Bewegungstherapie. Vgl. Arnd Krüger: Geschichte der Bewegungstherapie. In: Präventivmedizin. Springer Loseblatt Sammlung, Heidelberg 1999, 07.06, S. 1–22.
  35. Jul. Wiberg: The anatomy of the brain in the works of Galen and ʿAli ʿAbbās: a comparative historical-anatomical study. In: Janus, Band 9, 1914, S. 17–32 und 84–104.
  36. Wolfram Schmitt: Medizinische Lebenskunst: Gesundheitslehre und Gesundheitsregimen im Mittelalter. LIT Verlag, Münster 2013, ISBN 3-643-11932-1, S. 42 f.
  37. Karl Eduard Rothschuh: Vom Spiritus animalis zum Nervenaktionsstrom. In: Ciba-Zeitschrift 8, 1958, S. 89.
  38. Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. Philipp Reclam jun., Leipzig 1979 (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 771); 6. Auflage ebenda 1989, ISBN 3-379-00411-1, S. 183 f.
  39. Irmgard Hort, Axel Karenberg: Überlegungen salernitanischer Magistri zur Apoplexie. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 18, 1999, S. 87–92, hier: S. 88.
  40. Gotthard Strohmaier: Avicenna. Beck, München 1999, ISBN 3-406-41946-1, S. 118 f.
  41. Saul Jarcho, Galen’s Six Non-Naturals: A Bibliographic Note and Translation. In: Bulletin of the History of Medicine: Band 44, Nr. 4, 1970, S. 372–377.
  42. Gundolf Keil: Vegetarisch. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 34, 2015 (2016), S. 29–68, hier: S. 32 f.
  43. Vgl. etwa Iwan von Müller: Über Galens Werk vom wissenschaftlichen Beweis. In: Abhandlungen der königlichen bayerischen Akademie der Wissenschaften, I. Classe. Band 20, 2. Abteilung. München 1895, S. 405–478.
  44. Vgl. etwa Veit Scherer: Die „Epistula de ratione ventris vel viscerum“. Ein Beitrag zur Geschichte des Galenismus im frühen Mittelalter. Zahnmedizinische Dissertation FU Berlin 1976.
  45. Gerhard Baader: Medizinisches Reformdenken und Arabismus im Deutschland des 16. Jahrhunderts. In: Sudhoffs Archiv. Band 63, 1979, S. 261–296.
  46. Vgl. Heinrich Schipperges: Ideologie und Historiographie des Arabismus (= Sudhoffs Archiv. Beiheft 1). Steiner, Stuttgart 1961, ISBN 3-515-00284-7.
  47. Vgl. auch Heinrich Schipperges: Die Assimilation der arabischen Medizin durch das lateinische Mittelalter (= Sudhoffs Archiv für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. Beihefte. Heft 3). Steiner, Stuttgart 1964, ISBN 3-515-00286-3.
  48. Gotthard Strohmaier: Avicenna. Beck, München 1999, S. 153–156.
  49. Richard J. Durling: Leonhart Fuchs and his Commentaries on Galen. In: Medizinhistorisches Journal. Band 24, 1989, S. 42–47.
  50. Heinrich Schipperges †: Galenismus. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 447 f.
  51. Carl von Linné: Critica Botanica, Leiden 1737, S. 92; Carl von Linné: Genera Plantarum, Leiden 1742, S. 168.
  52. Gerhard Fichtner: Corpus Galenicum. Verzeichnis der galenischen und pseudogalenischen Schriften. Institut für Geschichte der Medizin, Tübingen 1985 und 1997 (PDF mit dem Bearbeitungsstand 2012).
  53. Magnus von Ephesus (Pseudogalen): Das Harnbüchlein Pseudogalens 'De urinis […]'. Aus dem Griechischen übersetzt von Renate Thieme. Dissertation München 1937.