Galerie Thaddaeus Ropac

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Galerie Thaddaeus Ropac Salzburg: Villa Kast

Die Galerie Thaddaeus Ropac ist eine auf internationale zeitgenössische Kunst spezialisierte Galerie mit Niederlassungen in Salzburg, Paris und Paris Pantin. Sie veranstaltet mit einem Team von derzeit 60 Mitarbeitern ca. 30 Einzel- und Gruppenausstellungen pro Jahr in den Räumlichkeiten der Galerie und bei internationalen Kunstmessen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge in Lienz und Salzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1960 in Klagenfurt geborene Thaddäus Josef Ropač begann seine Laufbahn als Galerist 1981[1] mit einer ersten kleinen Galerie in Lienz,[2] die er dort bis Anfang 1985 unter teilweise wechselnden Namen (zuerst als Thaddäus J. Ropač - Galerie Rotha, dann als Thaddäus J. Ropač - Forum für Avantgardekunst) betrieb. 1983 kam (zunächst parallel zu Lienz) der Standort Salzburg (damals Kaigasse 40) hinzu, der von Anfang an als "Galerie Thaddäus J. Ropač, Salzburg" betrieben wurde.

Galerie Ropac in Salzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Salzburger Galerie Ropac wechselte 1989 den Salzburger Standort und befindet sich seither in der historischen Villa Kast,[3] die seit dem 19. Jahrhundert am Mirabellplatz im Herzen der Salzburger Altstadt liegt.

Im März 2010 wurde die Galerie um die sog "Salzburg Halle", ein mehr als 2.500 m² großer Ausstellungsraum in einem Industriegebäude unweit der Salzburger Innenstadt, erweitert.[4]

Galerie Ropac in Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie Thaddaeus Ropac Paris, Pantin

Im Jahr 1990 eröffnete Thaddaeus Ropac seine erste Pariser Galerie im Marais-Viertel. Heute erstreckt sie sich dort über vier Stockwerke und eine 1.000 m² große Ausstellungsfläche. Sie umfasst auch eine umfangreiche permanente Sammlung von Zeichnungen, die neben den wechselnden Exhibitionen von Künstlern zu sehen sind.

Im Oktober 2012 wurde in Pantin, im Nordosten von Paris, ein neues Projekt verwirklicht: die Verwandlung einer ehemaligen Kesselfabrik aus dem frühen 20. Jahrhundert und mehrerer anschließender Gebäude in ein Kunst- und Ausstellungsensemble von etwa 5.000 m², das auch eine Präsentation monumentaler Kunstwerke ermöglicht. Durch diesen nahe an der neuen Philharmonie de Paris gelegenen Standort ergaben sich für die Galerie neue Kooperationen mit benachbarten kulturellen Institutionen.[5][6]

Galerie Ropac in London[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 2017 war die Eröffnung einer Niederlassung in London geplant.[7], die im Mai des Jahres stattfand. Die Umgestaltung der ehemaligen Residenz des Bischofs von Ely aus dem Jahre 1772 wurde von der deutschen Architektin mit Sitz in New York City Annabelle Selldorf realisiert.[8]

Wirken der Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstmarkt und Kunstsammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Galerie Thaddaeus Ropac vertritt und präsentiert ihre Künstler weltweit bei allen großen Kunstmessen, wie der Art Basel an deren derzeitigen Standorten: Art Basel#Art Basel in Basel, Art Basel#Art Basel in Miami Beach (Florida/ USA) und Art Basel#Art Basel in Hongkong (China), oder der Armory Show – The International Fair of New Art in New York, der Frieze Art Fair in London, sowie der Pariser Foire internationale d’art contemporain, und bei ausgewählten anderen internationalen Kunstmessen.

Die Galerie ist im Kunsthandel sowohl im primären Kunstmarkt (Direktverkauf von Künstlern über Galerien) als auch im sekundären Kunstmarkt (Auktionen) aktiv.[9]

Darüber hinaus erfüllt die Galerie als Berater bei Sammlungsankäufen für Museen und öffentliche Institutionen, aber auch für Unternehmens- und Privatsammlungen, eine kuratorische Funktion.[10]

Vertretene Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute vertritt die Galerie Thaddaeus Ropac ca. 60 internationale Künstler, darunter den chinesischen Künstler Yan Pei-Ming, US-amerikanische Künstler wie Alex Katz, Robert Longo, Tom Sachs, britische Künstler wie Tony Cragg, Gilbert & George und Antony Gormley, den aus Wales stammenden Richard Deacon, die aus der Schweiz stammenden Künstler Sylvie Fleury und Not Vital sowie die deutschen Künstler und Bildhauer Georg Baselitz, Stephan Balkenhol, Anselm Kiefer, Imi Knoebel und Wolfgang Laib, sowie österreichische Künstler wie Erwin Wurm, Gerwald Rockenschaub oder Arnulf Rainer.

Darüber hinaus repräsentiert die Galerie Thaddaeus Ropac Nachlässe wie von Robert Rauschenberg, Robert Mapplethorpe, Andy Warhol, Joseph Beuys, Elaine Sturtevant, Jean-Michel Basquiat, Harun Farocki und andere.

Edition von Katalogen und Kunstpublikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Galerie fungiert auch als Verlag für die Publikation von Katalogen zu ihren Ausstellungen.[11]

Ausstellungskataloge Galerie Salzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thaddaeus Ropac (Hrsg.): Zeitschnitt Österreich. (Katalog zu Arbeiten von Siegfried Anzinger, Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Gunter Damisch, Clemens Kaletsch, Alfred Klinkan, Brigitte Kowanz, Franz Graf, Hubert Scheibl, Hubert Schmalix, Josef Strau und Johannes Zechner), (1) Oktober - November 1983, Galerie T. J. Ropac, Salzburg; (2) März - April 1984, Forum Avantgardekunst/ Galerie T. J. Ropac, Lienz.[12]
  • Thaddaeus Ropac (Hrsg.): Ensemble moderne: Das moderne Stilleben/ The Still-Life in Modern Art. (Katalog zu den Ausstellungen (1) Salzburg: 25. Juli bis 31. August 1998 und (2) Paris: 12. September bis 30. Oktober 1998). Edition Ropac, Salzburg u. a. 1998, ISBN 3-901935-03-7;
  • Norman Rosenthal (Hrsg.): Georg Baselitz: Schlafende Knaben nach Caspar David Friedrich. (Katalog zur Ausstellung vom 7. April bis 26. Mai 2001 in Salzburg). Edition Ropac, Salzburg u. a. 2001, ISBN 3-901935-09-6;
  • Arne Ehrmann (Hrsg.): Andy Warhol: Flowers on Paper. (Katalog zur Ausstellung Juni bis Juli 2006 in Salzburg). Edition Ropac, Salzburg u. a. 2006, ISBN 3-901935-32-0;
  • Rod Maugham (Hrsg.): Ataxia II. Antony Gormley. (Katalog zur Ausstellung 4. April bis 23. Mai 2009 in Salzburg). Edition Ropac, Salzburg u. a. 2009, ISBN 978-3-901935-40-4;
  • Arne Ehrmann (Hrsg.): Daniel Richter: Spagotzen. (Katalog zur Ausstellung Juli bis August 2010 in Salzburg). Edition Ropac, Salzburg u. a. 2010, ISBN 978-3-901935-43-5;
  • Maryam Ekhtiar, Greg Lindquist (Hrsg.): Ali Banisadr. We Haven't Landed on Earth yet. (Katalog zur Ausstellung Mai bis Juli 2012 in Salzburg). Edition Ropac, Salzburg u. a. 2012, ISBN 978-3-901935-46-6;
  • Eric Darragon (Hrsg.): Georg Baselitz. Das Negativ: eine andere Umkehrung. (Katalog zur Ausstellung 26. Juli bis 29. August 2012 in Salzburg). Edition Ropac, Salzburg u. a. 2012, ISBN 978-3-901935-47-3;

Ausstellungskataloge Galerie Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henri Loyrette u. a. (Hrsg.): Yan Pei-Ming: Help! (Katalog zur Ausstellung 21. Oktober bis 23. November 2013 in Paris-Marais). Edition Ropac, Paris u. a. 2013, ISBN 978-2-910055-57-8.
  • Allessandra Bellavita, Sévérine Waelchli (Hrsg.): Disaster/ The End of Days. (Katalog zur Ausstellung 3. März bis 1. Juni 2013 in Paris-Marais). Edition Ropac, Paris u. a. 2013, ISBN 978-2-910055-54-7.[13]
  • Abraham Orden, Hella Pohl (Hrsg.): Erwin Wurm. Samurai & Zorro. (Katalog zu den Ausstellungen (1) 31. August bis 31. Oktober 2012 in Salzburg; (2) 1. Jänner bis 28. Februar 2013). Edition Ropac, Paris u. a. 2012, ISBN 978-3-901935-48-0.
  • Matthieu Lelièvre, Arne Ehmann (Hrsg.): Joseph Beuys. Hirschdenkmäler. (Katalog zur Ausstellung vom 14. Oktober 2012 bis 24. November 2012 in Paris-Marais). Edition Ropac, Paris u. a. 2012, ISBN 978-2-910055-50-7.
  • Jörg Schellmann, Arne Ehmann (Hrsg.): Joseph Beuys. Iphigenie. (Katalog zur Ausstellung vom 14. Oktober 2012 bis 27. Januar 2013 in Paris-Pantin). Edition Ropac, Paris u. a. 2012, ISBN 978-3-901935-49-7.
  • Adrien Götz, Suzy Menkes (Hrsg.): Alex Katz: 45 Years of Portraits 1969–2014. (Katalog zur Ausstellung in Paris-Pantin). Edition Ropac, Paris u. a. 2014, ISBN 978-2-910055-58-5.
  • Margit Zuckriegel (Hrsg.): Hubert Scheibl: Committed to Memory. (Katalog zur Ausstellung in Paris 2009). Edition Ropac, Paris u. a. 2009, ISBN 978-2-910055-38-7.

Weitere Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Texte von Persönlichkeiten, wie des britischen Kunsthistorikers und Kurators Norman Rosenthal, des türkischen Literatur-Nobelpreisträgers Orhan Pamuk, oder des deutschen Literaten und Filmemachers Alexander Kluge sind in den Katalogen der Galerie enthalten:

Bedeutung in der Kunstwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Galerie zählt über ihren Inhaber Thaddaeus Ropac zu den 100 bedeutendsten Einrichtungen/ Personen der globalen und internationalen Kunstwelt, wie sie das britische Magazin ArtReview seit 2002 in einem Ranking erfasst. Ropac wird dort 2015 als One of Europe's foremost blue-chip gallerists beschrieben. Er ist der einzige Österreicher, den die ArtReview seit 2002 kontinuierlich als jemand von globalem Impact (2015 als Nr. 84, vorher bis max. Nr. 66) eingereiht hat.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 20 Jahre Galerie Thaddaeus Ropac. abgefragt am 25. Juli 2016.
  2. Eintrag Thaddäus Ropac im Salzburgwiki, abgefragt am 25. Juli 2016.
  3. Infos zur Villa Kast im Salzburg-Wiki
  4. Anne Feßler: Das Fort Knox der Kunst an der Salzach. In: Salzburger Nachrichten. 2010, abgefragt am 26. Juli 2016.
  5. Thaddaeus Ropac à Pantin. In: Le Figaro. abgefragt am 26. Juli 2016.
  6. Amin Haase: Die Giganten entdecken die Vorstädte. Thaddaeus Ropac erhofft sich in Pantin Anschluss an die Tanz- und Musik-Szene von La Villette - Larry Gagosian setzt auf Le Bourget und eröffnet seine zwölfte Galerie direkt neben dem Rollfeld. In: Kunstforum international. Band 219, 2012, S. 346. (auch online, abgefragt am 26. Juli 2016)
  7. Thaddaeus Ropac Plans to Open London Branch. In: artnet-News. 12. Mai 2016, abgefragt am 26. Juli 2016.
  8. Im Vertrauen auf Londons Strahlkraft in FAZ vom 6. Mai 2017, Seite 13
  9. Zum Ersten, zum Zweiten und – zum Dritten. Infos zur Unterscheidung primärer und sekundärer Kunstmarkt. In: UZHBusiness Insight. Nr. 3, September 2012, S. 14ff, abgefragt am 11. August 2016.
  10. siehe z.B. dazu den Artikel im Art-Magazin, auch online, abgefragt am 6. August 2016.
  11. siehe die Publikationen der Galerie, abgefragt am 11. August 2016.
  12. siehe z.B. die Erfassung in der Dt. Nationalbibliothek, abgefragt am 25. Juli 2016.
  13. Die Schrecken des Endes. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 5. Mai 2013, S. 43. (online auf: faz.net), abgefragt am 11. August 2016.
  14. Komplettes Ranking der Zeitschrift ArtReview 2015 der 100 This year's most influential people in the contemporary artworld. abgefragt am 25. Juli 2016.