Galette des Rois

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Galette des Rois
Selbstgebackene Galette des Rois

Die Galette des Rois ist die in Frankreich verbreitete Variante des Dreikönigskuchens. Sie wird am 6. Januar, dem Dreikönigstag, zur Erinnerung an die heiligen drei Könige serviert.

Die Geschichte der Galette des Rois geht auf zwei Ursprünge zurück: zunächst auf die römische Saturnwoche, ein 7-tägiges Fest, bei dem üblicherweise die Kinder mit Kuchen beschenkt wurden. Der Termin fiel mit der Zeit der Lehnsabgaben zusammen, und der Kuchen erhielt daher den Namen „Königskuchen“. Der zweite Ursprung geht auf das Konkordat von 1801 zurück, das als Datum für das Epiphaniasfest (Erscheinungsfest/Heilige Drei Könige) den 6. Januar festlegte. Das Epiphaniasfest gedenkt des Besuchs der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, die gekommen waren, um dem Jesuskind die Geschenke Myrrhe, Weihrauch und Gold zu bringen. Ihren Weg zur Krippe in Betlehem fanden die Heiligen Drei Könige, indem sie dem Stern folgten, der ihnen den Weg wies.

Diesem Doppelursprung ist die heutige Tradition zu verdanken, eine „Königstags-Galette“ untereinander zu teilen. In der Galette ist eine Fève (dicke Bohne) genannte kleine (Porzellan-)Figur eingebacken. Wer in seinem Kuchenstück die Figur oder die Bohne findet, wird mit einer Pappkrone gekrönt und ist König für einen Tag. Er darf sich seine Königin aussuchen, die sich auch eine Krone aufsetzen darf. Immer wenn der König sein Glas zum Mund führt, müssen alle Familienmitglieder „Le roi boit“ (Der König trinkt) ausrufen, eine für Franzosen schwierig auszusprechende Wortkombination. Der Brauch wird vor allem in Familien mit Kindern und in Kindergärten gepflegt.

In einigen Familien legt man das „Armenstück“ oder das „Liebe-Gott-Stück“ beiseite, um es unvorhergesehenen Besuchern zu geben.

Die runde Form des flachen Kuchens symbolisiert die Sonne. Die goldene Farbe ist wie das Licht. Der blättrige Teig ist das Buch der Weisheit und das Figürchen ist die Weisheit.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von „Galette des Rois“, la brioche (Hefeteig) und galette feuilletée (Blätterteig). Weiter besteht die Wahl zwischen

  • brioche nature, ganz einfach, in Form eines großen Rades mit Zuckerstreusel
  • und besonders in der Provence: die brioche, immer rund, aber gefüllt mit kandierten Früchten
  • der „trockenen“ Galette (Galette sèche); Blätterteig nur mit Zucker
  • der Galette aus Blätterteig, mit Mandelcreme (frangipane), benannt nach einem Marchese Muzio Frangipani.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wie bei anekdotischen Berichten über kulinarische Erfindungen üblich, werden in der Literatur die widersprüchlichsten Details angegeben. Allen Varianten gemein ist, dass der italienische Marchese Muzio Frangipani im 16. Jahrhundert in Paris gelebt haben soll und dort einen Duft zum Parfümieren von Handschuhen erfand, der nach roter Frangipani (rotem Jasmin) roch, weshalb die Pflanze, der Duft und auch die (ähnlich riechende oder in früheren Rezepturen mit seinem Duft versetzte) Mandelcreme nach ihm benannt wurden.

Weblinks[Bearbeiten]