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Labkräuter

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(Weitergeleitet von Galium)
Labkräuter

Weißes Labkraut (Galium album)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Unterfamilie: Rubioideae
Tribus: Rubieae
Gattung: Labkräuter
Wissenschaftlicher Name
Galium
L.

Die Labkräuter (Galium) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Die meisten der über 600 Arten gedeihen im gemäßigten Klima der Nord- und Südhalbkugel.

Beschreibung und Ökologie

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Illustration des Waldmeisters (Galium odoratum)
Illustration des Kletten-Labkrautes (Galium aparine)

Erscheinungsbild und Blätter

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Die Galium-Arten sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen, selten Halbsträucher. Die aufrechten oder kletternden Stängel sind, mindestens so lang sie jung sind, vierkantig und oft deutlich stachelig oder klettenartig. Es sind Raphiden[1] vorhanden.[2]

Bei vielen Arten sieht es so aus, als sei ein vielblättriger (vier bis zwölf) Blattquirl vorhanden. Es handelt sich um gegenständige Laubblätter und ihre gleichgeformten, laubblattähnlichen Nebenblätter. Diese Blätter sind meist sitzend, nur selten gestielt. Blätter und Nebenblätter können miteinander verwachsen sein. Die interpetiolaren Nebenblätter sind bei manchen Arten reduziert. Die Blattränder sind glatt oder gesägt. Auf der Blattunterseite können Drüsen vorhanden sein. Auf den Blattflächen ist meist ein Hauptnerv vorhanden, aber es können manchmal auch drei oder mehr sein.[2]

Blütenstände und Blüten

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Die Blüten stehen einzeln oder zu vielen in einem einfachen oder verzweigten, zymösen Blütenstand zusammen. Der Blütenstiel verlängert sich manchmal bis zur Fruchtreife, aber meist ist er relativ kurz bis fehlend.[2]

Die Blüten sind meist zwittrig, manchmal sind sie eingeschlechtig und dann sind die Arten andromonözisch, seltner polygamo-diözisch oder diözisch.[2] Die relativ kleinen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist vierzählig, seltener drei- oder fünfzählig. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist mit den Fruchtknoten verwachsen.[2] Es sind meist vier, manchmal drei oder fünf Kelchblätter vorhanden, oft aber ist der Kelch nur rudimentär ausgebildet oder fehlt. Die meist vier, selten drei oder fünf Kronblätter sind mehr oder weniger breit trichterförmig bis selten glockenförmig verwachsen; manchmal ist die Kronröhre so kurz, dass es wirkt, als seien die Kronblätter frei. Die Farbe der innen kahlen Kronblätter ist weiß bis gelb, gelblich-grün bis grün, seltener rosafarben über rot bis purpurfarben.[2] Es ist nur ein Kreis aus meist vier, selten drei oder fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Die gut entwickelten bis mehr oder weniger reduzierten Staubfäden sind in der Nähe der Basis der Kronröhre inseriert. Die Staubbeutel sind dorsifix.[2] Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, zweikammerigen, eiförmigen, ellipsoiden oder kugeligen Fruchtknoten verwachsen, dessen Oberfläche je nach Art glatt, papillös, warzig, mit hackenförmigen oder selten geraden Trichomen bedeckt ist. Es ist nur eine aufrechte Samenanlage je Fruchtknotenkammer vorhanden. Die ursprünglich zwei Griffel sind bis oben hin frei oder verwachsen, dann aber mit zwei deutlichen Narbenästen, die die Blütenkrone überragen.[2] Es ist ein Diskus vorhanden. Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten (Entomophilie).

Früchte und Samen

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Die Früchte sind bei Reife grün, grau, selten weiß, rot, orangefarben oder schwarz. Die ellipsoid bis fast kugeligen Spaltfrüchte zerfallen in zwei einsamige Teilfrüchte. Die Spaltfrüchte sind meist trocken bis ledrig, seltener schwammig, selten mehr oder weniger fleischig sowie beerenartig. Die fast kugeligen, ellipsoid-länglichen oder nierenförmigen Teilfrüchte sind glatt sowie kahl bis warzig und/oder mit Trichomen, die oft hakenförmig sind, bedeckt.[2] Die relativ kleinen Samen sind auf der Bauchseite gerillt. Die Samenschale (Testa) ist häutig. Der gekrümmte Embryo besitzt zwei laubblattähnliche Keimblätter (Kotyledone).[2]

Der Name Labkraut geht auf seine Verwendung als Gerinnungsmittel bei der Käseherstellung zurück. Auch der wissenschaftliche Name Galium (v. griech.: Gala = Milch) leitet sich davon her.

Systematik und Verbreitung

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Galium andrewsii
Ungleichblättriges Labkraut (Galium anisophyllum)
Galium antarcticum auf der Macquarieinsel
Kletten-Labkraut (Galium aparine)
Habitus, Blätter und Blüten von Galium arenarium
Galium bifolium
Nordisches Labkraut (Galium boreale)
Galium buxifolium
Blätter und Blüten von Galium catalinense
Habitus und Blüten von Galium cespitosum im Habitat
Habitus und Blätter von Galium friedrichii
Blaugrünes Labkraut (Galium glaucum)
Galium grayanum
Galium hypocarpium
Glanz-Labkraut (Galium lucidum)
Galium obtusum
Waldmeister (Galium odoratum)
Blätter und Blütenstand von Galium oreganum
Sumpf-Labkraut (Galium palustre)
Weißgelb-Labkraut (Galium ×pomeranicum)
Vierzählige Blüten von Galium pyrenaicum
Rundblättriges Labkraut (Galium rotundifolium)
Dreiblütiges Labkraut (Galium rotundifolium) mit Blattwirtel und den für diese Art typischen drei Blüten
Harzer Labkraut (Galium saxatile)
Galium scabrum
Galium serpenticum
Galium setaceum
Kleinfrüchtiges Kletten-Labkraut (Galium spurium)
Vierzählige Blüten von Galium stellatum var. eremicum
Habitus, Blätter und Blütenstand des Wald-Labkraut (Galium sylvaticum)
Dreihörniges Labkraut (Galium tricornutum)
Habitus, Blätter und Blütenstand des Traunsee-Labkraut (Galium truniacum)
Moor-Labkraut (Galium uliginosum)
Echtes Labkraut (Galium verum)

Die Gattung Galium wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, Seite 105. aufgestellt. Synonyme für Galium L. sind: Aparinanthus Fourr., Aparine Guett., Aparinella Fourr., Bataprine Nieuwl., Chlorostemma Fourr., Eyselia Neck., Galion St.-Lag., Gallion Pohl, Gallium Mill., Relbunium (Endl.) Hook. f., Trichogalium Fourr., Aspera Moench.[3]

Die Gattung Galium gehört zur Subtribus Rubiinae der Tribus Rubieae[4] in der Unterfamilie Rubioideae Verdc. innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Die Gattung Galium ist fast weltweit verbreitet. Die Arten gedeihen hauptsächlich in meridionalen bis gemäßigten Zonen, aber auch in alpinen sowie arktischen Gebieten oder in subtropischen bis tropischen Zonen in größeren Höhenlagen. In China gibt es etwa 63 Arten, 23 davon nur dort.[2] Beispielsweise Galium saxatile, Galium schultesii, Galium verum gelten in einigen Gebieten, beispielsweise Kalifornien, als invasive Pflanzen.[5]

Die Gattung Galium wird in Sektionen gegliedert (Auswahl):

Galium Sektion Aparinoides (Jordan) Grenier
Galium Sektion Baccogalium
Galium Sektion Bataprine
Galium Sektion Depauperata Pobed.
Galium Sektion Galium
Galium Sektion Hylaea (Griseb.) Ehrend.
Galium Sektion Jubogalium
Galium Sektion Kolgyda Dumort.
Galium Sektion Leiogalium Ledebour
Galium Sektion Leptogalium
Galium Sektion Lophogalium
Galium Sektion Miscellaneous
Galium Sektion Orientigalium Ehrend.
Galium Sektion Platygalium W.D.J.Koch
Galium Sektion Relbunium
Galium Sektion Trachygalium K.Schum.

Die Gattung Galium enthält über 600 Arten:[3]

Inhaltsstoffe und Nutzung

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Die Galium-Arten enthalten das Labferment. Aus den Wurzeln wurde früher ähnlich wie beim verwandten Färberkrapp rote Farbe für Textilien gewonnen.

Einzelnachweise

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  1. Kristalline Einschlüsse, auf biologie.uni-hamburg.de
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 Tao Chen, Friedrich Ehrendorfer: In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 19 - Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 28. Februar 2011, ISBN 978-1-935641-04-9. Galium, S. 104 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599 600 601 602 603 604 605 606 607 608 609 610 611 612 613 614 615 616 617 618 619 620 621 622 623 624 625 626 627 628 629 630 631 632 633 634 Rafaël Govaerts, 2003: World Checklist of Selected Plant Families Database in ACCESS: 1-216203. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Galium. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 4. Juni 2020.
  4. Valerie L. Soza & Richard G. Olmstead: Molecular systematics of tribe Rubieae (Rubiaceae): Evolution of major clades, development of leaf-like whorls, and biogeography. In: Taxon. Band 59, Nr. 3, 2010, S. 755–771 (englisch, washington.edu [PDF]).
  5. Robert E. Preston, Lauramay T. Dempster, 2013: Galium Eintrag in der Jepson eFlora.
  6. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 Karol Marhold, 2011: Rubiaceae. Datenblatt bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
Commons: Labkräuter (Galium) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Galium im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 14. Februar 2015.
  • Galium bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 14. Februar 2015.
  • Galium bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  • Suche nach „Galium“ in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN.