Galvaniseur

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Galvaniseure bei der Arbeit (circa 1910)[1]
Historische Zeichnung (1911)

Galvaniseur ist in Deutschland ein Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO). Er wird ohne weitere Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in Industrie und Handwerk angeboten. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

In der Schweiz ist die Bezeichnung Galvaniker üblich.

Berufsinhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galvaniseure (seit August 2005 neue Berufsbezeichnung Oberflächenbeschichter) sind Fachkräfte des Handwerks oder der Industrie. Sie sind in der Lage, in meist wässrigen Lösungen von Salzen, Metalle auf leitende und nichtleitende Grundwerkstoffe aufzubringen. Diese Metallschichten sollen den Werkstoffen bestimmte Eigenschaften vermitteln, die der Untergrundwerkstoff selbst nicht erreicht. Dies sind Verbesserungen der Eigenschaften in seiner Optik, seiner Mechanik, seiner Korrosionsbeständigkeit, seiner Formgebung.

Die Galvaniseure sind in der Lage, Elektrolyte so in ihren Zusammensetzungen zu verändern, dass bestimmte Eigenschaften von Metallen bevorzugt entwickelt werden und die so entstandenen Eigenschaften des Überzugmetalls dem Basisgrundstoff zugutekommen. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die Härte und Kratzbeständigkeit des Chroms auf relativ weichen und empfindlichen Kunststoffen.

Galvaniseure beschichten mit Hilfe der Galvanotechnik Metall-, Kunststoff- und andere Werkstoffoberflächen, um deren Eigenschaften zu verbessern. Sie bereiten galvanische Bäder vor, prüfen deren Funktionsfähigkeit und Zusammensetzung und bedienen die speziellen Galvanikanlagen, in denen sie in einer Vielzahl von Reinigungs-, Beschichtungs- und Nachbehandlungsbädern (Galvanik) die zu beschichtenden Werkstoffe metallisieren.

Das Galvanisieren beinhaltet häufig auch eine sehr gute mechanische Vorbearbeitung der zu beschichtenden Bauteile. Deshalb bezeichnet sich der Meister dieses Handwerks in Deutschland als Meister im Galvaniseur- und Metallschleiferhandwerk [2] oder ab 1. Januar 2015 einfach als Meister im Galvaniseur-Handwerk.[3]

Ausbildung in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberflächenpraktiker EBA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausbildung zum Oberflächenpraktiker dauert zwei Jahre.

Es gibt drei Fachrichtungen:[4]

Oberflächenbeschichter EFZ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Pro Woche wird ein Tag die Berufsfachschule besucht. Bei sehr guten Leistungen kann parallel die Berufsmatur besucht werden.

Mit Bestehen der Abschlussprüfung erhält man das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis als Oberflächenbeschichter/in.

Frühere Berufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galvaniker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Galvaniker war der Vorgängerberuf zum Oberflächenbeschichter EFZ und dauerte vier Lehrjahre. Übergangsbestimmungen gelten bis 31. Dezember 2015.[5]

Feuerverzinker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorgänger vom Oberflächenpraktiker EBA war die dreijährige Lehre zum Feuerverzinker.[6]

Weiterbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweiz
Deutschland
  • Techniker/in der Fachrichtung Galvanotechnik an der LGA Fachschule in Nürnberg
  • Galvanotechniker/-in in Schwäbisch Gmünd oder Solingen und Pforzheim
  • Chemietechniker/in als Aufstiegsweiterbildung neben dem Beruf (SgD, ILS etc.)
  • Bachelor-/Masterstudium in Chemietechnik, bei vorausgesetzten Abitur.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://archive.org/stream/appliedelectroch00thomrich#page/34/mode/1up/search/figure+15
  2. Verordnung über das Berufsbild und über die Prüfungsanforderungen im praktischen und im fachtheoretischen Teil der Meisterprüfung für das Galvaniseur- und Metallschleiferhandwerk vom 25. Juni 1984 (BGBl. I S. 768)
  3. Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Galvaniseur-Handwerk vom 12. September 2014 (BGBl. I S. 1522)
  4. http://www.vsa-asa.ch/jwa/de/aus-weiterbildung/oberflaechenpraktiker.jsp
  5. Archivlink (Memento des Originals vom 16. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sbfi.admin.ch
  6. Archivlink (Memento des Originals vom 16. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sbfi.admin.ch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland:

Schweiz: