Gambia (Fluss)

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Gambia
Ba Dimma, Fura
Einzugsgebiet des Gambia

Einzugsgebiet des Gambia

Daten
Lage Westafrika
(Guinea, Senegal und Gambia)
Flusssystem Gambia
Quelle bei Labé
Quellhöhe 438 m
Mündung Atlantischer Ozean bei BanjulKoordinaten: 13° 28′ 0″ N, 16° 34′ 0″ W
13° 28′ 0″ N, 16° 34′ 0″ W
Länge 1120 km
Einzugsgebiet 77054 km²[1]
Abfluss am Pegel Brücke von Gouloumbo[2]
AEo: 41240 km²
Lage: 492 km oberhalb der Mündung
NNQ (1984-01-26)
MQ 1975/1980
Mq 1975/1980
HHQ (1975-10-03)
4,48 m³/s
162 m³/s
3,9 l/(s km²)
1410 m³/s
Linke Nebenflüsse Koulountou, Bintang Bolong
Rechte Nebenflüsse Niokolo Koba, Niéri Ko, Sandougou, Bao Bolong
Mittelstädte Basse Santa Su, Janjanbureh, Banjul
Schiffbar Von der Mündung bis zu Fatoto
~ 500 km
Der Fluss beim Niokolo-Koba National Park

Der Fluss beim Niokolo-Koba National Park

Satellitenbild

Satellitenbild

Fischerboot am Gambia-Fluss bei Janjanbureh Island

Fischerboot am Gambia-Fluss bei Janjanbureh Island

Der 1120 Kilometer lange Gambia (Ba Dimma, auch Fura ‚Fluss‘) ist einer der Hauptströme in Westafrika. Der Staat Gambia ist nach dem Fluss benannt, der zur Hälfte auf dessen Staatsgebiet fließt.

Flusslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gambia entspringt im Bergland von Fouta Djallon bei Labé (Nord-Guinea) wo auch die Flüsse Senegal und Niger entspringen.

Er fließt nordwestlich in die Regionen Kédougou und Tambacounda in Senegal und dabei durch den Nationalpark Niokolo-Koba. Der erste namhafte Nebenfluss, den er aufnimmt, ist von rechts der Niokolo Koba, gefolgt von dem Niéri Ko und dem einzigen großen linken Zufluss Koulountou. Bei Barrakunda verlässt der Gambia das Bergland und tritt mit Stromschnellen in die breite und ebene Küstenzone ein, um dieselbe in vielfachen Windungen zu durchziehen.

Das Staatsgebiet von Gambia ist bei Fatoto erreicht. Hier nimmt der Fluss von Norden noch den Sandougou auf. Die Mündung in den Atlantischen Ozean bei Banjul, der Hauptstadt von Gambia, hat die Form eines sogenannten Ästuars (Mündungstrichter). Sie liegt zwischen Cape St. Mary und Jinnak Bolon (Senegal) und hat eine Breite von ungefähr 22 Kilometern.

Trocken- und Regenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Fattatenda hat der Fluss selbst in der Trockenzeit, die von Dezember bis April dauert, bei 100 Meter Breite eine Tiefe von vier bis sechs Metern, während er in der Regenzeit einen zwölf bis 16 Meter höheren Stand erreicht. In der Trockenzeit dringt das Salzwasser des Atlantiks teilweise bis zu 200 Kilometer in das Flussbett ein, wodurch sich das Flusswasser dann nur bedingt zu Bewässerungszwecken eignet. In der Regenzeit überschwemmt der Gambia von Barrakunda an das ganze Flachland weit und breit und lässt dabei einen ähnlich befruchtenden Schlamm zurück wie der Nil; dann dringt das Süßwasser des Gambia einige Kilometer weit in den Ozean vor.

Flusslänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Länge des 1120 Kilometer langen Gambia wird in den verschiedensten Nachschlagewerken teils auch auf 1127 oder 1130 Kilometer beziffert.

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fluss – nahe Juffure – liegt die Insel James Island mit dem Fort James, ein Platz, an dem früher Sklavenhandel betrieben wurde, und ein Ort, der zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde.

Bedeutung als Verkehrsweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von seegängigen Schiffen kann der Gambia bis ungefähr 248 Kilometer hinein nahe dem Ort Kuntaur befahren werden. Kleinere Schiffe erreichen nach weiteren 229 Kilometern, knapp 477 Kilometer von der Mündung entfernt, die Ortschaft Fatoto.


Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Roman Roots (Wurzeln) von Alex Haley stellte der Gambiafluss einen der Anhaltspunkte dar, der ihm half, seine amerikanische Familiengeschichte zurück nach Afrika zu verfolgen. Die Wörter Kamby Bolongo gehörten zu den wenigen Wörtern, die seine Familie von Generation zu Generation weitergegeben hatte. Er entdeckte, dass ein bolongo (= Bolong) in der Sprache der Mandinka ein „bewegliches Wasser“ oder einen „Fluss“ bezeichnete, woraus er schließen zu können glaubte, dass die Phrase sich vermutlich auf den Gambiafluss bezog.

Haley glaubte seine Theorie bestätigt, als er nach Juffure auf der Nordseite des Flusses reiste und fand, dass seine mündlich überlieferte Familiengeschichte von den Erzählungen der Bewohner des Ortes unterstützt und ergänzt wurde. Haleys Recherchen werden von der heutigen Forschung jedoch als sowohl inhaltlich als auch methodisch zweifelhaft betrachtet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ORSTOM – OMVG: Monographie Hydrologique Du Fleuve Gambie (Stand: 1987) Einzugsgebiet auf Seite 30 der PDF-Datei 3,81 MB
  2. Monographie Seite 30 und 137; Gouloumbo bei Geonames

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gambia (Fluss) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien