Gandalf (Tolkien)

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Zeichnung von Gandalf dem Grauen.

Gandalf der Graue (später: der Weiße), auch Gandalf Graurock, Mithrandir (Sindarin für: Grauer Pilger), Olórin (sein Name in Valinor) oder Gandalf Sturmkrähe genannt, ist eine der Hauptfiguren in J. R. R. Tolkiens Romanreihen Der Hobbit und Der Herr der Ringe, sowie dessen Verfilmungen. Er ist in der fiktiven Welt Mittelerde ein Maia, eine Art Halbgott, in Form einer der fünf Istari, einer Gruppe von fünf mächtigen Zauberern. In den Filmen wird er von Sir Ian McKellen verkörpert.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Gandalf stammt aus dem Altnordischen (Gandálfr) und bedeutet Zauberelf. In der älteren Edda wird in Völuspá 12 ein Zwerg mit diesem Namen im Rahmen der sogenannten Dvergatal erwähnt. Der Bedeutung nach handelt es sich bei Gandalf jedoch um einen Elfennamen, wie die Endung verrät.

Original:
Veggr ok Gandálfr,
Vindálfr, Þorinn,
Þrár ok Þráinn,
Þekkr, Litr ok Vitr,
Nýr ok Nýráðr,
nú hefi ek dverga,
Reginn ok Ráðsviðr,
rétt um talða.[1]

Übersetzung nach Simrock:
Weigr, Gandalfr,
Windalfr, Thrain,
Theckr und Thorin,
Thror, Witr und Litr,
Nar und Nyradr;
nun sind diese Zwerge,
Regin und Raswidr,
richtig aufgezählt.

Erscheinung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Vorbild für Gandalf: Der Gott Odin als Wanderer auf einem Werk von Hans Thoma.

Das Erscheinungsbild Gandalfs entspricht der herkömmlichen Vorstellung eines typischen Zauberers. Er hat ein etwas faltiges Gesicht, trägt einen spitzen Hut, einen langen grauen Mantel und einen ebenfalls grauen Schal. Mit sich führt er einen langen Zauberstab aus Holz mit einem kleinen Edelstein an der Spitze sowie ein Schwert, welches unter dem Namen Glamdring oder auch Feind-Hammer bekannt ist und einst dem König von Gondolin gehörte, allerdings nach dem Untergang dieses Königreiches verschwand und erst im dritten Zeitalter von Gandalf, Bilbo und den Zwergen in einer Trollhöhle gefunden wurde. Außerdem ist er in Besitz einer überdimensional langen Tabakpfeife, mit welcher er ab und zu auch einige Kunststücke erzeugt wie Rauchringe, fliegende Rauchschmetterlinge und in der Luft segelnde Rauchschiffe. Gandalf ist zudem in Erscheinung und Wirken sichtlich an den germanischen Zauber- und Kriegsgott Odin (engl. Woden, dt. Wodan) angelehnt, der Skandinavist Rudolf Simek bezeichnet den Zauberer in Tolkiens Werk als „odinische Führerfigur“.[2]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Verfilmung (2001–2003)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gandalf zu Frodo über Gollum

„Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand.“


Frodo und Gandalf in Moria

Frodo: „Ich wünschte, ich hätte den Ring nie bekommen. Ich wünschte, all das wäre nie passiert.“

Gandalf: „Das tun alle, die solche Zeiten erleben. Aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist.“


Pippin und Gandalf während des Kampfes in Minas Tirith

Pippin: „Ich hätte nie gedacht, dass es so enden wird.“

Gandalf: „Enden? Nein hier endet die Reise nicht. Der Tod ist nur ein weiterer Weg, den wir alle gehen müssen. Der graue Regenvorhang dieser Welt zieht sich zurück und Alles verwandelt in sich in silbernes Glas. Und dann siehst du es...“

Pippin: „Was Gandalf? Was sehe ich?“

Gandalf: „Weiße Strände. Und dahinter...ein fernes, grünes Land unter einer rasch aufgehenden Sonne.“

Pippin: „Dann ist es nicht schlimm...?“

Gandalf: „Nein das ist es nicht.“


Gandalf und Bilbo, als Gandalf ihm das Schwert Stich überreicht

Bilbo: „Ich habe noch nie in meinem Leben ein Schwert geführt.“

Gandalf: „Und ich hoffe du musst es nicht. Denke daran! Wahrer Mut heißt nicht ein Leben nehmen zu können, sondern es zu bewahren.“

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://etext.old.no/Bugge/voluspa/voluspa1.html
  2. Rudolf Simek: s.v. Gandálfr, in: ders.: Lexikon der germanischen Mythologie, 3. Auflage, Stuttgart 2006, S. 125.