Ganzzahlige unimodulare Matrix

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Eine ganzzahlige unimodulare Matrix, im entsprechenden Kontext auch nur unimodulare Matrix, ist in der Algebra eine quadratische Matrix, deren Einträge alle ganzzahlig sind und deren Determinante oder ist. Diese Bedingung ist äquivalent dazu, dass die Einträge ganzzahlig sind, die Matrix invertierbar ist, und die inverse Matrix ebenfalls nur ganzzahlige Einträge besitzt. Die ganzzahligen unimodularen Matrizen mit Zeilen und Spalten bilden mit der Matrizenmultiplikation die allgemeine lineare Gruppe .

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine quadratische Matrix heißt unimodular, falls für ihre Determinante

gilt.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Matrix

ist unimodular: Ihre Determinante ist . Die inverse Matrix

ist wiederum ganzzahlig und unimodular. Wichtige Klassen ganzzahliger unimodularer Matrizen sind Permutationsmatrizen, für die genau ein Eintrag pro Zeile und Spalte ist, und monomiale Matrizen, bei denen genau ein Eintrag pro Zeile und Spalte oder ist, und alle übrigen Einträge sind.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede ganzzahlige unimodulare Matrix ist regulär und ihre Inverse ist wiederum ganzzahlig und unimodular. Auch das Produkt zweier unimodularer Matrizen ergibt wieder eine unimodulare Matrix aufgrund des Determinantenproduktsatzes

.

Die ganzzahligen unimodularen Matrizen mit einer festen Anzahl an Zeilen und Spalten bilden daher mit der Multiplikation eine Gruppe, die allgemeine lineare Gruppe . Anders ausgedrückt handelt es sich um die Automorphismengruppe der freien abelschen Gruppe vom Rang , , mit komponentenweiser Addition. Auch das Kronecker-Produkt zweier unimodularer Matrizen und ergibt wieder eine unimodulare Matrix, denn es gilt

.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Festkörperphysik und insbesondere der Kristallographie treten ganzzahlige unimodulare Matrizen als Transformationen zwischen primitiven Einheitszellen auf: Es lässt sich eine Operation der unimodularen Matrizen auf dem so wählen, dass sie ein gegebenes Gitter auf sich selbst und jede primitive Einheitszelle eines Gitters wiederum auf eine solche abbilden. Je zwei primitive Einheitszellen lassen sich über eine unimodulare Matrix ineinander überführen.[1]

Verallgemeinerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der kommutativen Algebra werden unter anderem Matrizen über kommutativen Ringen betrachtet. Eine Matrix mit ganzzahligen Einträgen ist gerade eine Matrix über dem Ring der ganzen Zahlen. Es gilt allgemein, dass eine quadratische Matrix über einem kommutativen Ring mit Eins genau dann invertierbar ist, wenn ihre Determinante eine Einheit ist, das heißt, wenn ihre Determinante in dem zugrundeliegenden Ring invertierbar ist. Im Ring der ganzen Zahlen sind und die einzigen beiden Einheiten (das heißt, sie sind die einzigen ganzen Zahlen mit einem ganzzahligen Kehrwert). Der Beweis ist konstruktiv durch Verwendung der Adjunkten möglich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Shoon Kyung Kim: Group Theoretical Methods and Applications to Molecules and Crystals. Cambridge University Press, 2004, ISBN 0-511-03620-5, S. 297 (online).