Gappenach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gappenach
Gappenach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gappenach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 16′ N, 7° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Maifeld
Höhe: 170 m ü. NHN
Fläche: 3,51 km2
Einwohner: 305 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56294
Vorwahl: 02654
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 027
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 4
56751 Polch
Webpräsenz: www.maifeld.de
Ortsbürgermeister: Udo Heinemann
Lage der Ortsgemeinde Gappenach im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte
Ortsansicht

Gappenach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Maifeld an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Polch hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gappenach liegt etwa drei Kilometer nordwestlich der Stadt Münstermaifeld sowie dreieinhalb Kilometer südöstlich der Stadt Polch. Die Ortschaft erstreckt sich auf einem nach Nordosten zum Nothbach leicht abfallenden Gelände. Naturräumlich lässt sich das Gemeindegebiet der sanft gewellten Niedermaifelder Senke zuordnen. Zu Gappenach gehören die Wohnplätze Birkenhof, Gänsmühle, Geismühle, Mehlmühle und Neumühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1215 wird Heinrich von Gappenaco genannt. Gappenach war ein Reichsdorf, das 1338 die Grafen von Virneburg übertragen erhielten.

Über die Geschichte von Gappenach liegen umfangreiche Forschungen vor. Der keltische Name Gappiniacum soll sich von dem Personennamen Gappius als Siedlung des Gappinius herleiten. Römische Villen und fränkische Gräber wurden mehrfach in der Gemarkung ans Tageslicht gehoben. Die erste Erwähnung datiert aus dem Jahre 1257, wo in Gappenache eine Schäferei vererbt wird. Anfang des 13. Jahrhunderts tritt ein dort ansässiges Rittergeschlecht (drei silberne Lilien als Wappen) in Erscheinung. In einer großen Zahl von Schenkungsurkunden findet sich der Name (Gapinacha, Gabnach, Gappnach, Gabbenach u. ä.) während des ganzen Mittelalters. Lange Jahrhunderte wird Gappenach als „kaiserfreies Reichsdorf“ genannt, das zu keinem Hochgericht Schöffen (Heimburger) entsandte, da der Kaiser oberster Gerichtsherr war. Kaiser Ludwig der Bayer wies 1338 den Ort vorübergehend dem Grafen Heinrich von Virneburg zu.

Im Trierer Feuerbuch von 1563 wird Gappenach mit 22 Feuerstellen ausdrücklich mit dem Zusatz „kaiserfrei“ erwähnt. Erst nach 1589 kommt der Ort in kurtrierischen Besitz und zum Hochgericht Münstermaifeld. Im Jahre 1813 zählte man 49 Häuser und 268 Personen.

Die Kirche des Ortes, St. Maximin geweiht, wurde 1670 erbaut unter Einbeziehung älterer Teile und eines romanischen Turmes. Der alte Altar, in der Kunstwissenschaft als „Gappenacher Altar“ bezeichnet, ist eine Schöpfung des moselländischen Renaissance-Bildhauers Johannes Gross und steht nach wechselvollem Schicksal seit 1957 in der Bantus-Kapelle im Bering des Bischöflichen Generalvikariats, Trier.

In Gappenach bestand im Mittelalter eine nicht unbedeutende Glockengießerei, in der möglicherweise auch Gebrauchsgegenstände wie Kannen und Maifelder Zinngeschirr hergestellt wurden.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Gappenach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 268
1835 291
1871 296
1905 271
1939 245
1950 328
Jahr Einwohner
1961 248
1970 223
1987 220
1997 304
2005 341
2015 305

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gappenach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemeinde führt seit 1978 ein Wappen. Die Wappenbeschreibung lautet: „Unter silbernem Schildhaupt mit durchgehendem roten Kreuz, in Schwarz 3 (2:1) silberne Lilien.“

Das rote Kreuz erinnert an Kurtrier, während die Lilien aus dem Siegel eines Ritters Arnold Hering von Gappenach 1326 entnommen sind.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist im Kern romanisch und weist eine Tür aus dem 13. Jahrhundert auf.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Gappenach

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gappenach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 25 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen