Garßen

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Garßen
Stadt Celle
Koordinaten: 52° 39′ 33″ N, 10° 7′ 47″ O
Höhe: 57 m ü. NN
Fläche: 32,89 km²
Einwohner: 2819 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 29229
Vorwahl: 05086
Lachmunds Mühle in Garssen 1914

Garßen ist ein niedersächsischer Ort in der südlichen Lüneburger Heide und seit 1973 Stadtteil von Celle. Er liegt am nordöstlichen Rand des Stadtgebietes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname entwickelte sich aus der Bezeichnung Gersnede (1235) und Gersnethe (1248). Historisch gehörte Garßen zum Kirchspiel Groß Hehlen. Die reichsfreien Edelherren von Meinersen waren in Garßen begütert. Ein Hof, der Kirche in Groß-Hehlen zugehörig und ein zweiter Hof, waren Eigenbesitz des Edlen Hermann von Meinersen (erwähnt 1219–1235), von diesem zwischen 1233 und 1235 von Herzogin Agnes, Witwe des Pfalzgrafen Heinrich von Sachsen, gekauft und dem von ihr gestifteten Kloster Wienhausen geschenkt.[1]

Am 1. Januar 1973 verlor Garßen seine Selbständigkeit und wurde in die Stadt Celle eingemeindet.[2]

Der Ort wird durch die von Celle nach Eschede und Uelzen führende Bundesstraße 191 in einen alten und einen neuen Ortsteil getrennt. Während der neue Ortsteil hauptsächlich aus neuen Wohnhäusern besteht, findet man im alten Ortsteil noch drei landwirtschaftliche Höfe und viel alte Bausubstanz.

Historische Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1821 hatte Garßen nur 215 Einwohner (einschließlich 21 aus dem Ortsteil Hornshof und 7 aus der zu Garßen gehörenden Rathsziegelei) in 26 Wohnhäusern (2 Hornshof, 1 Rathsziegelei). Für 1848 sind es 296 Einwohner, 1900 357, 1910 457, 1919 554 und 1925 565 Einwohner in nun bereits 100 Wohnhäusern. Für 1913 werden in Garßen 85 viehhaltende Haushalte angegeben mit 57 Pferden, 334 Rindern, 34 Schafen, 719 Schweinen, 25 Ziegen und 3072 Obstbäumen, für 1919 werden 20 Kaninchen und für 1921 200 Bienenstöcke angegeben.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat Garßen hat sieben Sitze (3 CDU, 1 SPD, 1 Grüne und 1 AFD, 1 Unabhängige).[4]

Ortsbürgermeister ist Andreas Reimchen(CDU).[5]

Gebäude, Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus-Kirche aus der Mitte des 14. Jahrhunderts
Messpunkt Garßen, Gauss, Vermessung der Welt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Kirche befinden sich die Grundschule und die Erich-Kästner-Förderschule. Zusätzlich sind in Garßen ein DRK-Kindergarten und ein großer Verbrauchermarkt, ein Discounter, sowie mehrere kleine Handwerksbetriebe ansässig.

Garßen ist bundesweit bekannt durch den Sportverein SV Garßen Celle, der unter der Kurzbezeichnung SVG Celle seit 1998 in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen (Nord) spielte und 2011 erneut in die 1. Handball-Bundesliga der Frauen aufstieg.

Ferner besteht seit einigen Jahren am Ostrand des Ortes an der Straße nach Lachendorf ein Golfplatz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Garßen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Przybilla: Die Edelherren von Meinersen, Hrsg.: Uwe Ohainski und Gerhard Streich, Hahnsche Buchhandlung Hannover 2007, S. 486
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.
  3. Friedrich Helmke, Heinrich Hohls: Der Speicher, Heimatbuch für den Landkreis Celle, 1930
  4. Ergebnisse Ortsratswahl 2021.
  5. Ortsbürgermeister Garßen
  6. Briefwechsel Carl Friedrich Gauß