Garath

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Garath (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen der Landeshauptstadt Düsseldorf
Garath

Stadtteil der Landeshauptstadt Düsseldorf
Wappen der Landeshauptstadt Duesseldorf.svg
Lage im Stadtgebiet
Basisdaten[1]
Geographische Lage: 51° 9′ N, 6° 54′ OKoordinaten: 51° 9′ N, 6° 54′ O
Fläche: 3,64 km²
Einwohner: 18.500 (31. Dezember 2014)
Bevölkerungsdichte: 5.082 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. August 1929
Stadtbezirk: Stadtbezirk 10
Stadtteilnummer: 101
Verkehrsanbindung
Autobahn: A59
Bundesstraße: B8
S-Bahn: S 6 S 68
Schnellbus: SB 57
Buslinie: 789 778 779

Düsseldorf-Garath ist ein Stadtteil im Süden von Düsseldorf (zum Stadtbezirk 10 gehörend) mit 18.454 Einwohnern auf einer Fläche von 3,64 Quadratkilometern. Er ist 1964 aus dem Besitz der Familie von Burgsdorff, einem kleinen Siedlerdorf, entstanden.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benannt wurde der Düsseldorfer Stadtteil nach dem Schloss Garath. Es war geographischer, organisatorischer, politischer und nicht zuletzt auch wirtschaftlicher Mittelpunkt eines halben Dutzends Häuser und Höfe.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garath liegt in der fruchtbaren Niederterrasse des Rheins. Begrenzt wurde das alte Garath im Westen Richtung Urdenbach durch den alten Rheinarm, den Urdenbacher Kämpen. Dies ist eine der wenigen nicht eingedeichten Flussauen des Rheins. Im Osten grenzt Garath an das ostbergische Hügelland, dort liegt auch die Stadt Hilden. Nach Norden, nach Benrath zu gab es keine klare geographische Abgrenzung, ebenso wenig nach Süden, wo sich die Landschaft in Monheim am Rhein fortsetzt.

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte bis 1929[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Nachweise von einem Rittergeschlecht „Von Garderode“ gibt es seit dem 13. Jahrhundert. Der Ritter Bruno von Garderode wurde am 2. Juli 1271 als Zeuge in einem Vertrag zwischen dem Ritter Hermann von Betzendorf und dem Kloster Dünnwald bei Köln-Mülheim angeführt. Auch 1300 siegelte dieser Ritter eine Urkunde für eine Hofübertragung im Kirchspiel Rommerskirchen an das Deutschordenshaus als „Brunodis de Garderoede“.[2]

Diese Geschlecht besaß auch Besitzungen im Raum Garath. Nach dem Aussterben dieses Geschlechtes 1414 kaufte ein Simon von Aldenbrüggen genannt Velmerken den „Hoff zu Garderaide“.[3] Für 1447 und 1503 wird die Zugehörigkeit von drei weiteren Höfen zum Haus Garath angegeben. Einer dieser drei Höfe war der Hellerhof. Ab 1703 bis Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte dieser Hof nicht mehr zu Haus Garath. 1610 baut Bernhard von Vellbrück das Anwesen Garath um und errichtete dabei den noch aktuell vorhandenen Torturm mit geschweiften Dach.[3] Am 11. Juni 1719 wurde Franz Karl von Velbrück, der spätere Fürstbischof von Bistum Lüttich, in Garath geboren. 1776 starb der letzte aus dem Geschlecht der Velbrücks ohne Nachkommen. Danach wurde Freiherr Emmerich Hubert von Raitz zu Frenz Besitzer des Gutes.[4] Weitere Eigentümer von Haus Garath waren ab 1825 Freiherr von Kylmann, 1890 Paul Poensgen und ab 1907 Albert von Burgsdorff. Dieser errichtete 1912/13 das aktuelle Schloss, ein 2-stöckiges von zwei Türmen flankiertes Gebäude mit zusätzlich dem alten Torturm von 1610. 1913 wird durch Albert von Burgsdorff die Freiwillige Feuerwehr Garath gegründet. 1978 erwirbt die Stadt Düsseldorf Haus Garath mit den zugehörigen Ländereien.[3]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird Garath wie andere Gemeinden im Düsseldorfer Süden als selbstständige Gemeinde der Bürgermeisterei Benrath zugeteilt. Dies änderte sich auch 1908 nicht. Die zu diesem Zeitpunkt noch verbliebene anderen selbständigen Landgemeinden in der Landbürgermeisterei Benrath waren durch einen Erlass des Kaisers Wilhelm II. vom 21. April 1908 zur Grossgemeinde Benrath zusammengefasst worden. Garath war von dieser Zusammenlegung nicht betroffen. In der Bürgermeisterei Benrath blieb Garath neben Benrath die zweite selbständige Einzelgemeinde. Am 23. Mai 1929 hatte der Gemeinderat von Garath dafür gestimmt, die Selbständigkeit innerhalb der Bürgermeisterei Benrath zu beenden. Dies hatte jedoch praktisch keine Bedeutung mehr. Die Selbstständigkeit von Benrath endete am 31. Juli 1929 mit der Eingemeindung nach Düsseldorf. Dies betraf damit auch Garath.[5]

Geschichte ab 1929[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Nachfolgend die wichtigsten Daten zum Ausbau und der Entwicklung des Stadtteiles in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts:

  • 1956 bis 1957: Stadtplaner Friedrich Tamms entwickelt eine Bebauungskonzeption für Benrath-Süd (später Garath)
  • Februar 1958: Wettbewerb für Städteplanung. Gewinner ist Max Guther, Darmstadt
  • 2. Februar 1959: Planungsauftrag der Stadt Düsseldorf geht an Max Guther
  • 1959: Das gemeinsame Planungsbüro – städtische Behörden/Max Guther – wird eingerichtet.
  • 18. Februar 1961: Erster Spatenstich, der ein Baggeraushub ist, für Garath
  • 1962: Baubeginn in Garath-Nordwest. An der Lüderitzstraße wird eine Dependance der Volksschule an der Südallee fertiggestellt.
  • 16. Februar 1963: Erster evangelischer Gottesdienst in der Schule an der Lüderitzstraße; Pfarrer: Helmut Ackermann
  • 23. Juni 1963: Erste Familien ziehen nach Garath-Nordwest
  • Juli 1963: Baubeginn in Garath-Südwest
  • Juni 1964: Erste Bewohner ziehen nach Garath-Südwest
  • August 1964: Baubeginn des zentralen Heizkraftwerks
  • 27. August 1964: Vereinbarung zwischen dem Land NRW, der Bundesbahn und der Stadt Düsseldorf zum Bau der S-Bahnstrecke
  • 27. Juni 1965: Einweihung der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche; Pfarrer: Hans-Werner Grebenstein; Architekten: Hentrich + Petschnigg
  • 1965: Baubeginn Zentrum Garath-West
  • 7. November 1966: Gründung des Garather Sportverein 1966 e.V. (GSV)
  • 4. Dezember 1966: Grundsteinlegung der Kirche St. Norbert mit einem 700 Jahre alten Quaderstein vom Xantener Dom; Architekt: Gerhard Nitschke
  • 1966: Erste Familien ziehen in Garath-Nordost ein
  • 28. September 1967: Die S-Bahn nimmt ihren Betrieb auf von Garath nach Ratingen-Ost
  • 12. November 1968: Gründung der Pfarrgemeinde St. Theresia; Pfarrer: Albert Hopmann
  • 1968 Eröffnung der Gemeinschaftsgrundschule Neustrelitzer Straße 10
  • Dezember 1968: Benediktion/Segnung der Kirche St. Norbert; Pfarrer: Norbert Schütz
  • 4. August 1969: Gründung des Heimatverein Garather Jonges 1969 e.V.
  • 1970: Das Ladenzentrum Garath-Nordost wird fertiggestellt; Architekt: Dansard-Hellenkamp-Kalenborn
  • 20. September 1970: Benediktion/Segnung der Kirche St. Matthäus; Architekt: Gottfried Böhm
  • 1971: Garath-Süd/Süd wird in Hellerhof umbenannt
  • 3. Oktober 1971: Konsekration/Weihe der Kirche St. Theresia durch Weihbischof Hubert Luthe; Architekt: Paul Hopmann
  • 1972: Das Wohngebäude Ecke Fritz-Erler-Straße und Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße wird fertiggestellt; Architekten Dansard-Hellenkamp-Kalenborn
  • 1972: Eröffnung der Jugendfreizeiteinrichtung (Jugendclub) Frankfurter Straße
  • 5. Mai 1974: Eröffnung des Abenteuerspielplatzes an der Rheinhold-Schneider-Straße
  • 1975: 13 Rheinbahn-Elektrobusse der Linie 39 (später 779; heute 779 und 778 – gleiche Strecke, entgegengesetzte Fahrtrichtung) übernehmen die Strecken zwischen Garath und Benrath
  • 25. April 1975: Eröffnung der Freizeitstätte Garath; Architekt: Olaf Jacobsen
  • 25. Juli 1976: Einweihung der "Kinetischen Räder" (Sonnenrad), die von Friedrich Becker geschaffen wurden
  • 1. August 1976: Eröffnung des Jugendclubs an der Lüderitzstraße
  • Ende 1977: Die Arbeiten am Lärmschutzwall und der Bahntrasse beginnen
  • 29. April 1978: Die Stadt Düsseldorf erwirbt von der Deutschen Bundespost Schloss Garath für 1,3 Millionen DM
  • Dezember 1978: Baubeginn der Feuer- und Rettungswache Garath
  • 17. Juni 1980: Mahnmal für Heimatvertriebene im Garather Schlosspark enthüllt
  • 24. August 1980: Eröffnung des Anne-Frank-Hauses
  • 1. September 1980: Eröffnung des Kinderclubs Lüderitzstraße
  • 27. Oktober 1981: Aufstellung der drei Quarzit-Blöcke als "Jahrtausendsteine", Prähistorie in Nordost, Güstower-Straße; Initiator: Anton Tripp
  • Herbst 1983: Aufstellung des Gedenksteins an der Rostocker Straße "Wir wollen nie wieder Krieg"
  • 28. Juli bis 12. August 1984: Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles gewinnt Sabine Everts (Mitglied im GSV) die Bronzemedaille im Siebenkampf
  • 15. Juni 1989: Michail Gorbatschow, Generalsekretär der KPdSU, trifft im Sonderzug am S-Bahnhof Garath ein, Empfang durch die Landesregierung
  • 1993: Erste Unterkunft für Asylbewerber bei St. Theresia – gemeinsame Aktion der ev.und kath. Pfarrgemeinde, Aufstellung von Wohncontainern zur vorübergehenden Unterbringung von 360 Asylbewerbern und Aussiedlern an der Duderstädter Straße (Abbau 2002)
  • 1993/1994: Die Schule an der Lüderitzstraße wird abgerissen, es werden stattdessen mehrgeschossige Wohnhäuser gebaut
  • 1. Februar 1995: Die öffentliche Bücherei St. Norbert wird nach 27 Jahren geschlossen. Langjähriger Leiter: Karl-Heinz Müller
  • 1996: Die nicht mehr genutzten Holzklassen an der Josef-Kleesattel-/Bruno-Schmitz-Straße werden abgerissen; auch hier werden mehrgeschossige Wohnhäuser gebaut
  • 1996: Das Martin-Luther-King-Haus muss wegen Rückgang der Gemeindemitglieder schließen
  • 2001: Der 90 m hohe Schornstein des Heizkraftwerkes wird abgerissen
  • 2001: Die Jugendfeuerwehr Düsseldorf-Garath wird gegründet
  • 31. Januar 2002: Gründung HELL-GA e.V. in den Räumen der Hoffnungskirche mit der Konzeption vom deutschen Jugendinstitut "Mütterzentrum"
  • 2003: Der Bahnsteig des S-Bahnhofs-Garath wird zur Niveauangleichung um zwei Stufen angehoben
  • 2004: Sanierungsbeginn der Gemeinschaftsgrundschule Neustrelitzer Straße 10
  • 2004: Die heutige Freie-Wähler-Gemeinschaft Garath-Hellerhof (F.W.G.) wird gegründet; sie versteht sich als Zusammenschluss von politisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die auf kommunaler Ebene tätig sind.
  • 1. Januar 2007: St. Matthäus wird zur Pfarrkirche der fusionierten Kirchengemeinden St. Norbert und St. Theresia ernannt
  • Mai 2007: Der Verein HELL-GA e.V. beginnt mit der Modernisierung/Sanierung der Hoffnungskirche, unterstützt durch das NRW-Landesförderprogramm "Initiative ergreifen"
  • 18. Februar 2011: Der Heimatverein Garather Jonges erhält aus den Händen des Oberbürgermeister Dirk Elbers die Urkunde über die Patenschaft der Grundsteinplatte "Erster Spatenstich in Garath" an der Josef-Kleesattel-Straße
  • 3. November 2012: Die Solarsiedlung in Garath hat den NRW-Landespreis für Architektur erhalten. Solarsiedlungen stehen dafür, besonders umweltfreundlich und sozial zu sein. Die Solarsiedlung in Garath hat der Rheinwohnungsbau, neben der bereits realisierten Solarsiedlung am Medienhafen, errichtet.
  • 20. April 2013: Der Heimatverein Garather Jonges übernimmt die Patenschaft über die Pflege der "Jahrtausendsteine" an der Güstrower Straße
  • Mai 2015: Oberbürgermeister Thomas Geisel startet das „Stadtteilprojekt Garath 2.0“. In Arbeitsgruppen sollen Bürger Ideen und Standpunkte zu den derzeitigen Entwicklungen des Stadtteiles und seinen Problemen mitteilen. Fachleute der Stadtplanung und das Planungsbüro Stadt-Raum-Konzept sollen ab dem Frühjahr 2016 damit beginnen, mit Bürgern in einer Zukunftskonferenz, den Stadtteil Garath als Wohn- und Lebensstandort attraktiver zu machen und Probleme zu lösen.

Das „neue“ Garath[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „neue“ Garath

Aufgrund steigender Einwohnerzahlen und der vorherrschenden Wohnungsknappheit beschloss die Stadt Düsseldorf Ende der 1950er Jahre, einen neuen Stadtteil im Südosten Düsseldorfs zu gründen. So entwickelte der Stadtplaner Friedrich Tamms von 1956 bis 1957 eine Bebauungskonzeption auf einem Gelände im Süden von Benrath auf ca. 230 ha zwischen der „Urdenbacher Kämpe“ am Altrhein im Westen und dem „Eichenforst“ im Osten. Somit entstand das größte zusammenhängende geplante Wohnprojekt Düsseldorfs. 8000 Wohnungen für mehr als 30.000 Einwohner sollten dort gebaut werden. Das Gelände wurde ausgewählt, weil das Areal an die Bahnstrecke Düsseldorf–Köln gut angebunden war. Weiter war es an der parallel geführten Bundesstraße gelegen.

Im Februar 1958 wurde ein Wettbewerb für Städteplanung ausgeschrieben, den der Darmstädter Architekt Max Guther zusammen mit Rudolf Hartog und Rudolf Stalling gewann. Planungsbeginn war 1959. So erging am 2. Februar 1959 der Planungsauftrag der Stadt Düsseldorf an Max Guther. Das gemeinsame Planungsbüro als Arbeitsgemeinschaft Guther/Planungsamt Düsseldorf wurde 1959 unter dem Namen „Planungsbüro Düsseldorf Garath“ eingerichtet. 1961 entstand mit der Erstellung eines Flächennutzungsplanes die „Wohnstadt Garath“. So wurde dort am 18. Februar 1961 ein Erster Spatenstich, der ein Baggeraushub war, für Garath vorgenommen. Der neue Stadtteil wurde in verschiedenen Abschnitten erbaut, von denen der erste im Jahre 1962 in Garath-Nordwest begonnen wurde. 1963 war dieser Abschnitt teilweise bezugsfertig, so dass am 23. Juni 1963 bereits die ersten Familien nach Garath-Nordwest ziehen konnten. Im Juli 1963 erfolgte der Baubeginn in Südwest; im Juni 1964 konnten die ersten Bewohner nach Garath-Südwest ziehen. Das Viertel Garath-Nordost war 1966 teilweise bezugsfertig, so dass die ersten Familien in Garath-Nordost einziehen konnte, 1968 war das Viertel im Nordosten fertiggestellt. 1972 wurde das Viertel im Südosten fertiggestellt. Die Architektur entspricht „einer explizit soliden, gediegenen Bauweise, die keinerlei Spielraum zuließ für architektonische Experimente oder Reformen“.[6] 1967 erfolgte der S-Bahn-Anschluss, so konnte am 28. September die S-Bahn ihren Betrieb von Garath nach Ratingen-Ost aufnehmen. In Garath-Nordost wurde im Jahre 1970 das Ladenzentrum im Stil des Beton-Brutalismus fertiggestellt. 1971 wurde Garath-Süd/Süd in Hellerhof umbenannt. 1975 übernahmen 13 Rheinbahn-Elektrobusse der Linie 39 (später 779; heute 779 und 778 – gleiche Strecke, entgegengesetzte Fahrtrichtung) die Strecke zwischen Garath und Benrath. 1980 folgte der Bau der Stadtautobahn. Die beiden Verkehrsanschlüsse trennen den Stadtteil in zwei Hälften, so dass der Umriss von Garath heute die eines Schmetterlings mit vier gleich großen Quartieren ist.

Einkaufsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Garath wurden in den letzten Jahren das Umfeld des Einkaufszentrums nahe der S-Bahn-Station durch verschiedene Baumaßnahmen verschönert, um das Einkaufszentrum attraktiver zu machen und eine weitere Abwanderung den Einzelhandels zu vermeiden. Die Initiative ging von den Geschäftsleuten in Garath aus, die, in Zusammenarbeit mit Kommunalverwaltung und Bürgern, als immer mehr Einzelhändler leere Gewerbeflächen hinterließen und immer mehr Garather in den Nachbarstadtteilen einkaufen gingen. Nach diesen Maßnahmen nahm die Attraktivität für den Einzelhandel zu, so das Garath heutzutage über ein abwechslungsreiches und großes Einkaufszentrum verfügt.

So gibt es Filialen von Aldi, DM-Markt, Kodi, Netto, Penny und Tedi, mehrere Bäckereien, Blumengeschäfte, Kioske mit Lottoannahme, Textilgeschäfte, Friseure, Apotheken, zwei türkische Lebensmittelhändler mit reichhaltigem Angebot, ein Fachgeschäft für schlesische und eines für russische Spezialitäten. Weiterhin gibt es hier eine Sparkassen-Filiale, eine Poststelle, ein Fahrradgeschäft, eine Änderungsschneiderei, ein Optiker, Fahrschulen, eine Thailändische Massage, eine Reinigung, ein Reisebüro sowie eine Filiale eines Beerdigungsinstituts. Die Gastronomie besteht aus zwei Schnellimbissen, zwei Kneipen, zwei Eis-Cafes, einer Pizzeria und dem bürgerlichen Restaurant Achteck.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heizkraftwerk Garath
  • Heizwerk
    Ein zentrales Heizwerk sollte in Garath die Wärme für Heizung (Fernwärme) und Warmwasser erzeugen. Mit diesem Fernwärmekonzept sollten die Rauchgase vieler kleiner Koks- und Ölöfen vermieden werden. Anfang der 1960er Jahre erhielten die Stadtwerke Düsseldorf von der Stadtverwaltung den Auftrag, das noch zu bauende Garath mit Wärme zu versorgen. Im Jahr 1965 ging das Heizwerk, steinkohlegefeuert in Betrieb und ersetzte stufenweise die seit 1962 arbeitenden Provisorien. Durch den etwa 100 Meter hohen Schornstein war Garath immer auch aus großer Entfernung zu erkennen. Es war das erste entschwefelte und entstickte Kraftwerk der Welt. 1998 wurde das Heizwerk auf Erdgasbetrieb umgerüstet, dadurch entfielen die unzähligen LKW-Transporte für die Kohleanlieferung und den Schlackenabtransport. Seitdem wird das Heizwerk vom größten Kraftwerk Düsseldorfs, der Lausward im Hafen, ferngesteuert, so dass die Anlage ohne Personal arbeitet. Äußerlich ist diese Umstellung an dem neuen ca. 60 Meter hohen Metallschornstein zu erkennen; der gemauerte Kamin wurde abgerissen. Seit Dezember 2002 lassen die Stadtwerke den Schornstein und das Kesselhaus, mit seiner Glasfassade, in hellem, grünem Licht erstrahlen. Da für dieses Kunstwerk nicht die von der zuständigen Landesbehörde notwendige Genehmigung eingeholt wurde, mussten die Lichter bis zur Klärung für einige Monate ausgeschaltet werden. Ende 2007 wurde das Gaskraftwerk mit einem Biomasse-Heizkraftwerk der Stadtwerke Düsseldorf ergänzt.
Schloss Garath
  • Schloss Garath
    Das heutige Schloss der Herren von Garderode entstand um 1890, als der Architekt Schleicher die mittelalterliche Vorgänger-Anlage umbaute. Im Jahre 1912 erfolgten weitere Umbauten zu einem Landsitz unter dem Architekten Wöhler. Im Park befindet sich eine neobarocke Schlosskapelle die ebenfalls durch den Architekten Wöhler erbaut wurde. Sie dient zu bestimmten Anlässen der evangelischen Kirchengemeinde Garath. 2013 fanden im Schloss Dreharbeiten für Stromberg – Der Film statt.
  • Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Lüderitzstraße
    Eine pädagogische betreute Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche (sowie zum Teil auch deren Eltern) im Alter von 8 bis 21 Jahren bietet Möglichkeiten zur attraktiven Freizeitgestaltung. Es gibt Angebote im handwerklichen, sportlichen und kreativen Bereich sowie Ausflüge, Fahrten oder Aktionen als Alternative zu kommerziellen Freizeitangeboten.
  • Kultur- und Bürgerhaus „Freizeitstätte Garath“
  • Anne-Frank-Haus
  • Altenzentrum St. Hildegardis
  • Feuer- und Rettungswache
    Die Feuer- und Rettungswache in Garath ist die sechste in Düsseldorf. Sie beinhaltet seit 1982 eine Berufsfeuerwehr, eine Freiwillige Feuerwehr und die Feuerwehrschule. Die Freiwillige Feuerwehr besteht bereits seit dem 23. Februar 1913.
  • Schützenplatz Garath
    Jeden ersten Sonntag im Monat findet auf dem Schützenplatz an der Frankfurter Straße ein Trödelmarkt statt.

Kunstwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sonnenrad
    Vor der Freizeitstätte in der Fritz-Erler-Straße wurde im Sommer 1976 eine Stahlplastik von Friedrich Becker aufgestellt. Die Plastik ist 8,50 Meter hoch und hat zwei 4,5 Meter durchmessende, gegenläufige Räder. Diese drehen sich gegenläufig und werden durch den Wind angetrieben. Die kinetischen Schmuckstücke, Objekte und Plastiken von Friedrich Becker sind für die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts prägend.
  • Countdown
    Die zehn Meter hohe Stahlplastik Countdown, ebenfalls vor der Freizeitstätte positioniert, ist ein Werk von Hans-Albert Walter.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahnhof Garath

Erreicht werden kann der Stadtteil Garath durch die Bundesstraße 8, die durch Garath verläuft und die Autobahn A59, an der es eine Anschlussstelle „Düsseldorf-Garath“ gibt. Weiterhin ist Garath gut an den öffentlichen Verkehr angebunden: Der Stadtteil besitzt einen Bahnhof, an dem die S-Bahnzüge der Linien S6 und S68 verkehren, die die Passagiere in weniger als einer viertel Stunde zum Hauptbahnhof transportieren. Die Züge fahren Richtung Norden über den Düsseldorfer Hauptbahnhof weiter bis Essen bzw. Ratingen-Ost oder als S68 Richtung Wuppertal und Richtung Süden bis Langenfeld bzw. Köln-Nippes. Jeder Bereich des Stadtteils kann außerdem durch die Buslinien 778/779 erreicht werden, die als gegenläufige Ringlinien am Benrather S-Bahnhof beginnen und enden. Weiterhin verkehren noch die Busse der Linie 789 durch Garath, die unter anderem das Haupteinkaufszentrum mit Monheim im Süden und Holthausen einschließlich Benrath im Norden verbinden.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Städtische Gemeinschaftsgrundschule – Adam-Stegerwald-Straße
  • Städtische Gemeinschaftsgrundschule – Neustrelitzer Straße
  • Städtische Katholische Grundschule – Josef-Kleesattel-Straße
  • Städtische Montessori-Grundschule – Emil-Barth-Straße
  • Willi-Fährmann-Schule – Grundschule
  • Fritz-Henkel-Schule – Städtische Gemeinschaftshauptschule
  • Städtische Montessori-Hauptschule – Emil-Barth-Straße
  • Alfred-Herrhausen-Schule – Städtische Förderschule

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Düsseldorfer Oi!-Band 4 Promille widmete ihren Song Garath nur diesem Stadtteil Düsseldorfs. Ebenso die Broilers mit dem Lied Heimat.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gert Kaiser (Hrsg.): Düsseldorf Garath/Hellerhof 1963–2003 – Idee und Verwirklichung. Stadtarchiv Düsseldorf, 2003, ISBN 3-926490-09-8.
  • Veronika Darius: Der Architekt Gottfried Böhm. Bauten der sechziger Jahre. Beton-Verlag, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7640-0236-0. (Baumeisterforum)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Düsseldorf-Garath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amt für Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Düsseldorf: Statistiken für den Stadtteil 101 – Garath
  2. Lacomblet, Theodor Josef: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Urkunde 1062. 1846, Band 2, S. [662]624. Onlinefassung
  3. a b c In: Benrath historisch, Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath, S. 37.
  4. Friedrich Everhard von Mering: Geschichte der Burgen, Rittergüter, Abteien und Klöster in den Rheinlanden. Band 12, 1861, S.[15]9.
  5. In: Benrath historisch, Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Band 15, S. 32.
  6. Roland Kanz, Jürgen Wiener (Hrsg.): Architekturführer Düsseldorf. Dietrich Reimer, Berlin 2001, ISBN 3-496-01232-3, S. 177, Objektnr. 259 (Projekt Stadtteil Garath).