Garde du Corps

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Garde du Corps (französisch für Leibgarde) sind Verbände der Garde. Erstmals wurde 1445 in Frankreich eine Garde du Corps aufgestellt. Seit dem 17. Jahrhundert wurde der Begriff in mehreren deutschen Staaten und zum Beispiel auch im Königreich beider Sizilien für einige Regimenter der schweren Kavallerie verwendet, deren Inhaber oft der Landesfürst war.

Preussen[Bearbeiten]

In Kur-Brandenburg erhielt 1692 die Trabantengarde die Bezeichnung Garde du Corps, wurde aber um 1715 wieder aufgelöst. 1740 errichtete König Friedrich II. ein Kürassierregiment Gardes du Corps, das bis zum Ende der preußischen Armee im Jahre 1918 bestand. (Nur in Preußen hieß der Verband Regiment der Gardes du Corps, im Gegensatz zu Garde du Corps in den anderen deutschen Ländern.)

Bayern[Bearbeiten]

In der Bayerischen Armee bestand seit 1814 ein Regiment Garde du Corps, das man 1826 aus Kostengründen mit dem 1. Kürassier-Regiment verschmolz

Sachsen[Bearbeiten]

Das sächsische Garde du Corps existierte seit 1620 und ging 1812 im Russlandfeldzug unter.

Andere deutsche Heere[Bearbeiten]

Auch das Kurfürstentum Hessen, die Landgrafschaft Hessen und die Markgrafschaft Baden unterhielten ein Regiment Garde du Corps. Im Königreich Westfalen und im Königreich Württemberg bestanden von 1808 bis 1814 beziehungsweise von 1809 bis 1815 jeweils eine Eskadron Garde du Corps, die ähnlich den französischen Kürassieren uniformiert war, jedoch mit Halbkürass und Raupenhelm. Das Königreich Hannover verfügte von 1816 ebenfalls bis zur Auflösung seiner Armee 1866 über ein Regiment Garde du Corps. Es war in einem 1736 zur Kaserne umgebauten Maultierstall am Königsworther Platz in Hannover untergebracht. Nach der preußischen Annexion von 1866 lag dort das Königs-Ulanen-Regiment in Garnison.