Gare de l’Est (Métro Paris)

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Metro-M.svg Gare de l’Est
Verdun
Die Station der Linien 5 und 7
Tarifzone 1
Linie(n) 04Paris m 4 jms.svg 05Paris m 5 jms.svg 07Paris m 7 jms.svg
Ort 10. Arrondissement
Eröffnung 15. November 1907
Station der Linie 4, im Hintergrund der querende Gleistrog der Linien 5 und 7
Von Adolphe Dervaux im Stil des Art déco entworfener Kandelaber an einem der Zugänge
Empfangsgebäude des Gare de l'Est vor 1919, rechts ein Zugang zur Métro
Zugang zur Métro von der Schalterhalle des Gare de l'Est

Gare de l’Est ist ein unterirdischer Umsteigebahnhof der Pariser Métro. Er wird von den Linien 4, 5 und 7 bedient und trägt den Namenszusatz „Verdun“.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der U-Bahnhof befindet sich etwa mittig im 10. Arrondissement von Paris. Seine Stationen liegen unmittelbar südlich des Fernbahnhofs Gare de l’Est unter dessen Vorplatz,[1] der den Namen Place du 11 Novembre 1918 trägt.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Namen gibt der darüberliegende Fernbahnhof, der 1854 seinen heutigen Namen erhielt. Im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) wie auch im Ersten Weltkrieg (1914-1918) wurden von dort die Soldaten in Richtung Osten an die Front befördert. Daran erinnert der Beiname „Verdun“: In der Schlacht um Verdun verloren 1916 mehr als 600.000 Soldaten ihr Leben.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Station wurde am 15. November 1907 mit der Eröffnung der nördlichen Verlängerung der Linie 5 von der Station Lancry (seit 1946: Jacques Bonsergent) bis zur damaligen Endstation Gare du Nord in Betrieb genommen.[3] Sie wurde im westlichen Teil für vier Gleise an drei Bahnsteigen angelegt, um drei Jahre später auch die Linie 7 aufnehmen zu können.

Am 21. April 1908 wurde die Station der Linie 4 eröffnet, die zunächst von Porte de Clignancourt nur bis Châtelet führte.[4] Als letzte Erweiterung folgte am 5. November 1910 die Eröffnung der Station der Linie 7. Deren erster Abschnitt verband die U-Bahnhöfe Porte de la Villette und Opéra.[5]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gleise der Linien 5 und 7 liegen auf derselben Ebene, wobei die der Linie 5 einer Krümmung folgen. Ihre Seitenbahnsteige in Fahrtrichtung Nord vereinigen sich etwa auf halber Länge zu einem gemeinsamen Mittelbahnsteig, im östlichen Bereich existieren niveaugleiche Übergänge. Für die Fahrt in Richtung Süden hat die Linie 7 auf der Nordseite der Anlage, die Linie 5 auf deren Südseite einen separaten Seitenbahnsteig.

Während die östlichen Abschnitte beider Stationen elliptische Querschnitte aufweisen, ist der Querschnitt nach ihrer Vereinigung rechteckig. Dort besteht die Decke aus eisernern Quer- und Längsträgern, auf denen kleine, aus Ziegelsteinen gemauerte Gewölbe aufliegen. Westlich der gemeinsamen Station liegt ein einfacher Gleiswechsel zwischen den nach Norden führenden Gleisen, anschließend unterfahren die Gleise der Linie 7 die der Linie 5. Vorher wird, am westlichen Stationsende, die Station der Linie 4 überquert.

Der Querschnitt der tiefer gelegenen Station der Linie 4 ist durchgehend elliptisch. Die Wölbung der Decke ist jedoch an der Stelle unterbrochen, an der die Gleise der beiden anderen Linien die Station queren.

Von den insgesamt acht Ausgängen führt einer direkt in die Schalterhalle des Fernbahnhofs.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linie 4 gehört zu den Linien, deren Fahrzeuge auf gasgefüllten Gummireifen laufen. Dort sind Züge der Baureihe MP 89 CC unterwegs. Auf den Linien 5 und 7 verkehren die Züge auf herkömmlichen Schienen. Die Linie 5 wird mit MF 01-Zügen befahren, die Linie 7 mit solchen der Baureihe MF 77.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der U-Bahnhof ist ein wichtiger Umsteigeknoten im Zentrum der Stadt. Mit etwa 43.000 Fahrgästen täglich war er 2004 die am fünftstärksten frequentierte Station der Metro.[6] Es besteht eine Umsteigemöglichkeit zum RER E am Tunnelbahnhof Magenta, der östlich des Gare du Nord liegt. Der Gare de l’Est ist der wichtigste Bahnhof für Fern- und Hochgeschwindigkeitszüge in Richtung Straßburg, Metz und Süddeutschland.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jean Tricoire: Un siècle de métro en 14 lignes. De Bienvenüe à Météor. 2. Auflage. La Vie du Rail, Paris 2000, ISBN 2-902808-87-9, S. 197.
  2. Gérard Roland: Stations de métro d'Abbesses à Wagram. Christine Bonneton, Clermont-Ferrand 2011, ISBN 978-2-86253-382-7, S. 109.
  3. Jean Tricoire: op. cit., S. 197
  4. Jean Tricoire: op. cit., S. 183
  5. Jean Tricoire: op. cit., S. 222
  6. Sommaire. S. 16, abgerufen am 16. Juli 2010 (PDF; 1,1 MB, französisch).
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Paris m 4 jms.svg Château d’Eau
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Paris m 5 jms.svg Jacques Bonsergent
Place d’Italie →
Château Landon
← La Courneuve – 8 Mai 1945
Paris m 7 jms.svg Poissonnière
Mairie d’Ivry bzw.
Villejuif – Louis Aragon →

Koordinaten: 48° 52′ 34″ N, 2° 21′ 30″ O