Garganega

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Garganega
Synonyme Grecanico – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Garganega
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe weiß
Verwendung
Herkunft Italien
VIVC-Nr. 4419
Liste von Rebsorten

Garganega ist eine Weißweinsorte, die vor allem in der italienischen Region Veneto verbreitet ist. Die Rebe ist auch häufig in den italienischen Regionen Lombardei und Umbrien anzutreffen.

Sie ist mit ca. 13.050 Hektar (1998) Anbaufläche eine der wichtigsten italienischen Weißweinreben und Hauptbestandteil wichtiger Weißweine, zum Beispiel Colli Berici, Colli Euganei, Gambellara oder Soave. Zudem wird die Rebsorte zur Produktion von süßem Recioto di Soave verwendet.

In getrocknetem Zustand können die Beeren zu Vino Santo verarbeitet werden. Lokal ist die Sorte auch als Tafeltraube beliebt.

Die spätreifende Sorte ist sehr ertragreich und bringt duftige Weine mit angenehmem, wenn auch nur leichtem Mandel- und Zitronenaroma (→ Aromen im Wein) hervor. Bei rigoroser Ertragsbeschränkung können dichte, füllige Weine hergestellt werden.

Garganega weist eine genetische Nähe zu den Rebsorten Oseleta, Corvina Veronese, Rondinella, Dindarella und Pelara auf [1] In einer 2008 veröffentlichten Untersuchung wurde sowohl bei Catarratto Bianco comune als auch Catarratto Bianco lucido eine Verwandtschaft mit der Rebsorte Garganega hergestellt. Aufgrund der noch nicht ermittelten Eltern der Sorte Garganega lässt sich das genaue verwandtschaftliche Verhältnis noch nicht präzisieren.[2] Bei gleicher Gelegenheit wurde die schon früher veröffentlichte Vermutung bestätigt, dass die Sorten Garganega und Grecanico Dorato identisch sind.

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist weißwollig behaart mit sehr leicht rötlichem Anflug. Die grünen, leicht weißfarbenen Jungblätter sind leicht wollig behaart.
  • Die mittelgroßen Blätter (siehe auch den Artikel Blattform) sind meist fünflappig und stark gebuchtet. Die Stielbucht ist lyren-förmig geschlossen. Der Blattrand ist stumpf gezahnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten mittelbreit gesetzt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb.
  • Die walzenförmige Traube ist groß, 20 bis 25 cm lang und lockerbeerig. Die rundlichen Beeren sind mittelgroß und von rosé bis weißlicher Farbe. Die Beere ist saftig und von leicht parfürmiertem Geschmack; der Saft ist farblos.

Garganega ist recht resistent gegen Pilzkrankheiten. Die Erträge sind regelmäßig und hoch.

Garganega reift ca. 30 Tage nach dem Gutedel und zählt somit zu den spätreifenden Sorten. Sie ist eine Varietät der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera). Sie besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend. Beim Weinbau wird der ökonomische Nachteil vermieden, keinen Ertrag liefernde, männliche Pflanzen anbauen zu müssen.

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garganega ist auch unter den Namen D'Oro, Decanico, Dorana Di Venetia, Garganega Bijela, Garganega Comune, Garganega Di Gambellara, Garganega Gentile, Garganega Grossa, Garganega Piramidale, Garganega Veronese, Gracanico Dorato, Grecani, Grecanico, Grecanico Bianco, Grecanico Dorato, Grecanicu Biancu, Grecanio, Greccanico, Lizzara, Malvasia De Manresa, Ora, Ora D'oro, Oro, Ostesa, Ostesona und Recanicu bekannt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. F. Vantini, G. Tacconi, M. Gastaldelli, C. Govoni, E. Tosi, P. Malacrinò, R. Bassi und L. Cattivelli: Biodiversity of grapevines (Vitis vinifera L.) grown in the Province of Verona. In: Vitis, Heft 42. S. 35 bis 38, abgerufen am 13. März 2015 (PDF).
  2. M. Crespan, A. Calò, S. Giannetto, A. Sparacio, P. Storchi und A. Costacurta: ‘Sangiovese’ and ‘Garganega’ are two key varieties of the Italian grapevine assortment evolution. In: Vitis, Heft 47. S. 97 bis 104, abgerufen am 13. März 2015 (PDF; 545 kB).
  3. Garganega in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]