Gargellen

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f1f0f1

Gargellen (Dorf)
Ortschaft
Gargellen (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Bludenz (BZ), Vorarlberg
Gerichtsbezirk Montafon
Pol. Gemeinde Sankt Gallenkirch  (KG St. Gallenkirch)
Koordinaten 46° 58′ 13″ N, 9° 55′ 2″ O46.9702777777789.91722222222221423Koordinaten: 46° 58′ 13″ N, 9° 55′ 2″ Of1
Höhe 1423 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 145 (2001)
Gebäudestand 123 (2001)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 17109
Zählsprengel/ -bezirk Gargellen (80120 001)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; VoGIS
Gargellen
Altes Haus mit dem Schmalzberg im Hintergrund

Das Bergdorf Gargellen ist ein Luftkurort mit etwa 110 Einwohnern in Vorarlberg und gehört politisch zur Gemeinde St. Gallenkirch. Gargellen liegt auf 1.423 Meter, ist der höchstgelegene Ort des Montafon und liegt im vom Suggadinbach durchflossenen Gargellental. Der heute bedeutendste Wirtschaftszweig ist der Tourismus.[1] Der Ortsname bedeutet etwa „Wasserstrudel“ und soll aus dem Rätoromanischen stammen. Nordwestlich von Gargellen liegt der Rongg-Wasserfall, bei dem sich ein recht kurzer, aber anspruchsvoller Klettersteig befindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Gargellen im Jahr 1411. Schon lange davor war das Gargellental aufgrund eines alten Saumpfades über das Schlappiner Joch verkehrstechnisch von Bedeutung.

Kuratienkirche St. Maria Magdalena
Kuratiekirche St. Maria Magdalena: Altäre

Die heutige Pfarrkirche geht auf das Jahr 1615 zurück. Seit etwa 1844 ist auch eine Schule nachweisbar. Damals war der Ort jedoch noch nicht ganzjährig bewohnt, erst seit 1880 blieben die wenigen Bewohner auch über den Winter in Gargellen.

Ende des 19. Jahrhunderts begann auch die Entwicklung des Fremdenverkehrs, zuerst als Sommerfrische. In der Zwischenkriegszeit wurde Gargellen auch zu einem Wintersportort. Nach dem Anschluss Österreichs versuchte der Wiener Dramatiker Jura Soyfer bei Gargellen auf Skiern in die Schweiz zu flüchten, wurde aber am 13. März 1938 festgenommen. Ein starkes Wachstum des Tourismus und damit des ganzen Ortes setzte nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Bis 1950 entstand die heutige Verbindungsstraße, und 1952 wurde das erste Teilstück der Seilbahn auf den Schafberg eröffnet.

Zuletzt in den Schlagzeilen war Gargellen im August 2005, als schwere Unwetter Teile der Straße zerstörten und das Dorf von der Außenwelt abgeschnitten war.[2]

Bergwanderungen[Bearbeiten]

Von Gargellen aus sind mehrere Berge über markierte Wanderwege erreichbar, so die Heimspitze (2.685 m) sowie der Riedkopf (2.552 m). Über die Bergstation der Schafbergbahn und das Gafierjoch (2.415 m) ist auf der Schweizer Seite die Rätschenfluh (2.703 m) zu besteigen. Schwierigere Touren auf unmarkierten Wegen bzw. Steigen führen auf die Schlappiner Spitze (2.442 m) und die Madrisaspitze (2.770 m). Von Gargellen aus kann man in südlicher Richtung in das Vergalden- und in das Valzifenztal wandern.

Wintersport[Bearbeiten]

Gargellen verfügt über ein Skigebiet, welches vom südlichen Ortsrand aus über die Schafbergbahn (1.423-2.130m) zu erreichen ist. Das Skigebiet besitzt 8 Liftanlagen, davon eine 8er-Kabinenumlaufbahn, einen 2er Sessellift, einen 4er Sessellift, einen 6er Sessellift, 3 Schlepplifte sowie einen Tellerlift. Im Skigebiet befinden sich außerdem drei Gastronomien, das Schafberghüsli (2.130m, Bergstation der Schafbergbahn), die Kesslhütte (1.733m, an der Abfahrt Nr.6 "Täli" gelegen) und die Obwaldhütte (1.860m). An der Talabfahrt am Ortsrand befindet sich außerdem die Pizzeria "Barga" (1.530m). Der höchste Punkt des Skigebietes ist auf 2.300m. Die Wintersportsaison verläuft üblicherweise von Dezember bis Mitte April des Folgejahres.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die 1615 erbaute Kirche wurde 1622 zerstört und daraufhin neu erbaut. Der Neubau wurde 1644 fertiggestellt und 1674 schuf David Bertle aus St. Gallenkirch, ein Vorläufer der berühmten Montafoner Künstlerfamilie, den volkstümlichen „Sebastiansaltar“ im Renaissance-Stil. Die Kirche wurde 1792 vergrößert und 1793 mit einem Turm versehen. Zur Ausstattung gehören eine barocke Kanzel (1793), zwei barocke Seitenaltäre vom Tiroler Bildhauer Melchior Lechleitner sowie ein neuromanischer Hochaltar von Moriz Schlachter aus Ravensburg (1906). An der Chorscheitelwand befindet sich eine Sonnenuhr mit dem Fresko Hl. Maria mit Kind vom Schrunser Künstler Konrad Honold (1958).
Kapelle Hl. Fidelis (1912)

Quellen[Bearbeiten]

  1. Eintrag zu Gargellen in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon)
  2. ORF-Meldung zu den Unwettern 2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gargellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien