Garnei

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Garnei f1
Ortschaft
Garnei (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Hallein (HA), Salzburg
Gerichtsbezirk Hallein
Pol. Gemeinde Kuchl  (KG Jadorf)
Koordinaten 47° 38′ 51″ N, 13° 8′ 4″ OKoordinaten: 47° 38′ 51″ N, 13° 8′ 4″ O
Höhe 472 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 778 (2001)
Gebäudestand 230 (2001)
Postleitzahl 5431 Kuchl
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 13634
Zählsprengel/ -bezirk Garnei-Jadorf-Moos (50207 001)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; SAGIS

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Garnei ist eine Ortslage im Salzachtal im Land Salzburg wie auch Ortschaft der Gemeinde Kuchl, im Bezirk Hallein (Tennengau).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort befindet sich knapp 5 Kilometer südöstlich von Hallein, gut 2½ Kilometer nordwestlich von Kuchl.

Garnei ist eine Ortslage rechtsufrig an der Salzach, südlich der Mündung der Taugl. Sie bildet eine Ortschaft der Gemeinde und umfasst die Rotte Seeleiten an der Tauglmündung, den Hauptort der Ortschaft, mit den Häusern Tauglmaut (der andere Teil des Orts liegt in Vigaun), die Rotte Jagermeier (das sind die ursprünglichen Häuser Garnei) und den Weiler Winkler südlich davon, sowie die Siedlung Speckleiten, und zieht sich dann am Salzachufer aufwärts bis kurz vor Moos. Insgesamt umfasst die Ortschaft über 250 Gebäude mit etwas unter 900 Einwohnern.[1]

Nachbarortschaften:
Gamp (Gem. Hallein) Vigaun (Gem. Bad Vigaun)
Salzach
Nachbargemeinden Unterlangenberg
Weißenbach Moos Jadorf

Geschichte und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 13. oder 14. Jahrhundert ist hier ein „guet auf der Gurney“ urkundlich, ca. 1334 ein „pellifex [Gerber] de Gurnei“, 1498 ein „Leonhard Seydl auf der Gurney“.[2] Es scheint sich also um einen Flurnamen zu handeln, vielleicht zu südslawisch gorn- ‚Berg-‘,[3] vielleicht schon aus der Römerzeit tradiert.[4] Später ist die amtliche Schreibung Garney.[5]

Bis in das 19 Jahrhundert war hier rein landwirtschaftlicher Raum, einzig geprägt von der auf die Tauglmaut zulaufenden Reichsstraße, der heutigen Salzachtal Straße (B159). Seeleiten, Jagermeier (im 19. Jh. Jagermahr wohl zu dialektal Moar),[5] Winkler wie auch Speckleiten, die Kerne der heutigen Orte, waren einige der Gehöfte entlang oder nahe der Straße. Bis zum Zweiten Weltkrieg umfasste Garnei um die 35 Gebäude.[6]

1873–75 wurde hier die Giselabahn, die Linie Salzburg–Tirol der Westbahn, erbaut. Ein Haltepunkt wurde aber erst 2005 im Rahmen des Aufbaues der S-Bahn Salzburg errichtet, die Haltestelle Kuchl Garnei in Seeleiten.

1968 wurde dann die Tauernautobahn (heutige A10) eröffnet, vorerst nur bis zum Halbanschluss Kuchl bei Speckleiten, 1972 wurde sie bis Golling weitergeführt, nachdem die Salzachbrücke südlich Speckleiten fertiggestellt worden war. Dabei verblieb dort auch ein Baggersee, der Speckeisee, heute als Badesee genutzt wird.

Daher ist die Ortslage heute durch den Verkehr geprägt,[7] und es entstanden zunehmend Firmenniederlassungen, darunter das Betonwerk an der Taugl.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Registerzählung vom 31. Oktober 2011 (pdf)
  2. Adam Doppler, Willibald Hauthaler: Urbar des Benedictinnen-Stiftes Nonnberg. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) 23, 1883, Abschnitt 14.Jh., S. 51 und Abschnitt 2.H.14.Jh., S. 103 (ganzer Artikel S. 41–144). Angaben nach Salzburger Ortsnamenkommission. • 1498: Eintrag Seidl (Seidel). In: Leopold Ziller: Die Salzburger Familiennamen: ihre Entstehung, Herkunft und Bedeutung. Band 11 von Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Ergänzungsband, 1986, S. 201
  3. August Prinzinger [d. Ä.]: Die Eisenbahn und die alten Verkehrswege. Kuchl und Georgenberg (Fortsetzung und Schluß). In: MGSLK Bd. 21, 1881, Anmerkung 1, S. 6 (ganzer Artikel S. 1–23, eReader, ANNO online).
  4. Heinz Dopsch (Hrsg.): Geschichte Salzburgs: Stadt und Land. Band 2, 2. Auflage. Universitätsverlag Anton Pustet, 1991, ISBN 978-3-7025-0197-6, S. 1806 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
    -ei-Namen gelten als oft romanisch überliefert, vergl. etwa Matrei
  5. a b Franziszäischer Kataster 1817–1861 (Layer online bei SAGIS)
  6. Kurt Klein (Bearb.): Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Hrsg.: Vienna Institute of Demography [VID] d. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Salzburg, Kuchl: Garnei, S. 26 (Onlinedokument, Erläuterungen. Suppl.; beide PDF – o.D. [aktual.]).
  7. vergl. dazu auch Anrainer fürchten mögliche Krebsgefahr: Die Bewohner von Kuchl-Garnei (Tennengau) leben zwischen Tauernautobahn, Eisenbahn und Starkstromleitungen …, salzburg.ORF.at, 11. April 2012 – mit einem Luftbild der Lage zwischen Autobahn und Eisenbahn.
  8. ehemals Karo Betonelemente GmbH, karo-gmbh.at (Memento des Originals vom 17. Mai 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.karo-gmbh.at; seit 2009 Haba-Beton, Standort Kuchl, haba-beton.com; und Salzburger Bausteinwerk GmbH (SBW), salzburgerbausteinwerk.at