Garrel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Garrel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Garrel
Garrel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Garrel hervorgehoben
Koordinaten: 52° 57′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cloppenburg
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 113,23 km²
Einwohner: 14.418 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49681
Vorwahlen: 04474, 04471
Kfz-Kennzeichen: CLP
Gemeindeschlüssel: 03 4 53 008
Gemeindegliederung: 12 Bezirke
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 15
49681 Garrel
Webpräsenz: www.garrel.de
Bürgermeister: Andreas Bartels
Lage der Gemeinde Garrel im Landkreis Cloppenburg
Landkreis Ammerland Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Leer Landkreis Oldenburg Landkreis Osnabrück Landkreis Osnabrück Landkreis Vechta Landkreis Wesermarsch Oldenburg (Oldenburg) Barßel Bösel Cappeln (Oldenburg) Cloppenburg Emstek Essen (Oldenburg) Friesoythe Garrel Lastrup Lindern (Oldenburg) Löningen Molbergen SaterlandKarte
Über dieses Bild
Hauptstraße mit kath. Pfarrkirche in Garrel
Garrel - Amerikastraße

Garrel ist eine Gemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Garrel liegt 28 Kilometer südlich der Stadt Oldenburg und 13 Kilometer nördlich der Stadt Cloppenburg. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Thülsfelder Talsperre und der Naturpark Wildeshauser Geest. Das Gebiet der Gemeinde gehört zur Südoldenburger Marschlandschaft. Im südwestlichen Gemeindegebiet an der Thülsfelder Talsperre findet man aber auch die typischen Geestformationen des Norddeutschen Tieflandes, bestehend aus Heideflächen, in Abwechslung mit Kiefern- und Fichtenwäldern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde setzt sich politisch aus den folgenden elf Bezirken zusammen:

  • Beverbruch
  • Bürgermoor- Kellerhöhe
  • Falkenberg
  • Hinter dem Forde/Kammersand
  • Kaifort
  • Garrel-Ort
  • Peterswald
  • Nikolausdorf
  • Petersfeld
  • Tweel/Tannenkamp-Amerika
  • Varrelbusch

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden im Landkreis Cloppenburg sind:

Nachbargemeinden im Landkreis Oldenburg sind:

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Garrel 8,5 - 9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20 - 25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste amtliche Aufzeichnungen über die Bewohner Garrels finden sich in einem Steuerregister aus dem Jahre 1473 unter der Bezeichnung „Gerdel“. Die erste Urkunde über Garrel datiert aus dem Jahre 1479 im oldenburgischen Urkundenbuch. Es wird allerdings angenommen, dass der Ursprung bis in die heidnische Zeit zurückreicht und Garrel somit eine 1000-jährige Geschichte hinter sich hat.[2]

Als selbstständige politische Gemeinde existiert Garrel erst seit 1872. Zuvor gehörte der Ort zu der Gemeinde Krapendorf im oldenburgischen Amt Cloppenburg. Das Ortsgebiet war seit der Christianisierung Teil des Kirchspiels Krapendorf.

Meteoriteneinschlag in Beverbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. September 1930 um 14.15 Uhr schlug im Ortsteil Beverbruch ein Meteorit ein. Es ist ein Teil des Meteorit Oldenburg, der in etwa 4 km Höhe oberhalb der Ortschaft Döhlen in mindestens zwei Hauptteile zerbrach, die in Beverbruch und Bissel (Gemeinde Großenkneten) niedergingen. Das größere Fragment Beverbruch mit einem Gewicht von 11,73 kg befindet sich heute in privater Hand, nachdem 1995 die Tochter des Eigentümers Konrad Meyer es aus der Dauerleihgabe im Museumsdorf Cloppenburg zum Verkauf anbot. Das Fragment "Bissel" ist seit 2012 verschollen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Garrel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Peter und Paul in Garrel

Die Katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist wurde am 24. Oktober 2004 durch den Bischof von Münster, Reinhard Lettmann, aus der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Garrel sowie den drei Kapellengemeinden Beverbruch, Falkenberg und Nikolausdorf gebildet. Die Pfarrgemeinde umfasst somit, bis auf den Ortsteil Varrelbusch, fast die gesamte Fläche der politischen Gemeinde. Die Gemeindeneugründung stellt eines der ersten Beispiel für die Fusion von Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk Vechta dar.[3] Als Pfarrkirche erhalten blieb St. Peter und Paul in Garrel. Die Pfarrgemeinde zählt rund 7.800 Katholiken oder 62 % der Bevölkerung. Insgesamt sind rund 75 % der Bevölkerung katholisch. Die Kirchengemeinde St. Marien in Varrelbusch zählt ca. 1500 Gläubige. Die wichtigsten Gremien der Kirchengemeinde sind der Pfarrreirat mit den Sachausschüssen, die für die einzelnen Gemeindeteile zuständigen Ortsausschüsse (Garrel, Beverbruch, Falkenberg und Nikolausdorf) sowie der Kirchenausschuss.

Einrichtungen

Die Pfarrgemeinde unterhält in allen Ortsteilen verschiedene Einrichtungen.

Garrel:

  • Bildungswerk Garrel e. V.
  • Johanneshaus - Pfarrheim
  • Kindergarten St. Peter und Paul
  • Bücherei St. Peter und Paul
  • Canisiusstift - Schwesternhaus
  • Caritas Sozialstation

Beverbruch:

  • Josefshaus - Pfarrheim
  • Kindergarten St. Josef
  • Bücherei St. Josef

Falkenberg:

  • Marienhaus - Pfarrheim

Nikolausdorf:

  • Pfarrheim
  • Kindergarten St. Nikolaus
  • Bücherei St. Nikolaus
Evangelisch-lutherische Kirche in Garrel

Zusätzlich unterhält die Katholische Kirchengemeinde in jedem Ortsteil einen eigenen Friedhof. Weitere Friedhöfe von anderen Kirchengemeinden bzw. der politischen Gemeinde gibt es nicht.

Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Garrel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1950 wurde die „Friedenskirche“ als Gemeindezentrum des Bartning-Notkirchen-Typs D errichtet. Sie wurde unter Denkmalschutz gestellt. Eine stetig wachsende Zahl der Gemeindemitglieder machte es erforderlich, neue Räumlichkeiten für die Gemeinde zu schaffen. Daher wurde die Kirche innerhalb Garrels an einen anderen Ort versetzt und mit einem völlig neuen Gemeindezentrum verbunden. Am 13. Dezember 2009 wurde der erste Gottesdienst am neuen Standort gefeiert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung 2011
Sitzverteilung 2006

Der Rat der Gemeinde Garrel besteht aus 28 Ratsfrauen und Ratsherren. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Andreas Bartels (CDU).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[4]

Partei 11. September 2011 10. September 2006
CDU 82,1 % 12.828 23 Sitze 86,4 % 14.378 24 Sitze
SPD 9,8 % 1.536 3 Sitze 7,0 % 1.165 2 Sitze
FDP 8,1 % 1.259 2 Sitze 6,6 % 1.104 2 Sitze
Wahlbeteiligung 53,5 % 61,0 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Garrel ist Andreas Bartels (CDU), der sich gegen seinen Kontrahenten in einer Stichwahl am 24. September 2006 mit 51 Stimmen Vorsprung durchsetzen konnte.[5] Gegen die Gültigkeit der Wahl hatten zwei Garreler Bürger in einem verwaltungsgerichtlichen Verfahren geklagt. In erster Instanz hatte das Verwaltungsgericht Oldenburg mit Urteil vom 3. Juli 2007 entschieden, dass die Wahl gültig war. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hatte am 26. März 2008 Erfolg. Das Oberverwaltungsgericht hielt die Wahl für ungültig; eine Revision gegen diese Berufungsentscheidung wurde nicht zugelassen. Gegen die Nichtzulassung der Revision hatten der Rat der Gemeinde Garrel und der Bürgermeister Beschwerde eingelegt und vom Bundesverwaltungsgericht Zuspruch gefunden. Der Weiterverlauf der Sache war nunmehr abhängig von einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes. Das gerichtliche Verfahren hat sich inzwischen jedoch dadurch erledigt, dass die Klage zurückgezogen wurde. Die Bürgermeisterwahl ist dadurch unanfechtbar geworden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Garrel

Das Wappen der Gemeinde Garrel aus dem Jahre 1969 zeigt auf einem goldenen Wappenschild einen Schäfer mit blauem Mantel, rotem Untergewand, schwarzem Hut und Hirtenstab.[6]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde Garrel ist blau/rot mit dem Gemeindewappen in der Mitte.[6]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garrel unterhält eine Partnerschaft mit 16 französischen Gemeinden im Kanton Bléré im Département Indre-et-Loire.[7] Die Partnerschaft wurde am 5. September 1966 in Garrel und am 25. Juni 1967 in Bléré durch den Austausch von Urkunden begründet. Jedes zweite Jahr findet aufgrund dieser Partnerschaft ein Jugendaustausch statt, bei dem vorwiegend Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren teilnehmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nikolausdorf beantworten alljährlich Einwohner der Siedlung ehrenamtlich Briefe, die an den (Heiligen) Nikolaus adressiert sind. Im Jahr 2010 gelangten 7.500 Briefe nach Nikolausdorf.[8] Tatsächlich ist der Ort nach dem oldenburgischen Großherzog Nikolaus Friedrich Peter (1827–1900) benannt.[9]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Garrel haben sich besonders Firmen im Bereich der Lebensmittelindustrie, Landwirtschaft, sowie der Druckindustrie angesiedelt. Die Unternehmensgruppe Heidemark ist einer der größten deutschen Produzenten und Vermarkter von Geflügelprodukten und hat in Garrel ihren Unternehmenssitz, ebenso der Tierfutterproduzent Fleming + Wendeln und die Lieken AG. Die Firma Böseler Goldschmaus, Teil der Goldschmaus-Gruppe, gehört zu den größten Schweineschlachtbetrieben Deutschlands.[10]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garrel liegt zwischen der Bundesstraße 72 und der Bundesautobahn 29. Die Autobahn A 1 ist über die Auf- und Abfahrt Cloppenburg sowie über das Autobahndreieck Ahlhorner Heide erreichbar. Früher bestand ein Bahnanschluss an die Bahnstrecke Cloppenburg–Ocholt, die aber mittlerweile nur noch von der Friesoyther Museumsbahn und gelegentlich von Privatbahnanbietern zum Holzabtransport genutzt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Lanfermann (Senior), Nikolausdorf

Ehrenamtspreisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich werden auf Vorschlag Garreler Bürger Persönlichkeiten ausgewählt, welche sich in ihrem Leben durch ein oder mehrere Ehrenämter in Vereinen, Verbänden oder Kirchengemeinden besonders ausgezeichnet haben. Diese werden durch den Bürgermeister zu "Ehrenamtspreisträgern" ernannt. Im darauffolgenden Jahr sind diese dann zu allen offiziellen Veranstaltungen der Politischen Gemeinde als Ehrengäste eingeladen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Garrel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Garrel: Geschichte Garrels
  3. Bistum Münster: Erfahrungen nach der Fusion in Garrel. Zusammen viel erreicht. www.kirchensite.de
  4. Gemeinde Garrel – Ergebnis Gemeinderatswahlen 2011
  5. http://www.garrel.de
  6. a b Hauptsatzung der Gemeinde Garrel, abgerufen am 25. September 2014
  7. garrel.de – Partnergemeinde, abgerufen am 25. September 2014
  8. 110.000 Briefe für Weihnachtsmann und Nikolaus. Hamburger Abendblatt. 20. Dezember 2010
  9. Das Nikolausdorf Homepage der Siedlung Nikolausdorf
  10. Schwein: Die zehn größten Schlachthöfe in Deutschland, agrarheute.com, 2. Januar 2015