Garrotte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Garrotte, im Deutschen häufig auch Garotte, bezeichnet ein Hinrichtungs- und Folterinstrument sowie ein Mordwerkzeug, welches auch Teil des sogenannten Würgegalgens ist, der auf demselben Prinzip beruht.

Garrotte als Hinrichtungsinstrument[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garotte im Mittelalterlichen Kriminalmuseum Rothenburg ob der Tauber

Eine Garrotte (auch Garrota, von spanisch garrote vil = schändlicher/niederträchtiger Stock; im Deutschen auch Halseisen, Würgeisen oder Würgschraube genannt) ist eine Vorrichtung, bei der der Verurteilte an einen Holzpfahl gefesselt wird und der Hals eingeschürt wird. Die Garrotte wurde und wird auch heute noch als Folterinstrument verwendet.

Im Gegensatz zum Abschnüren der Halsschlagader erfolgt bei der Garrotte ein Zusammenpressen der Luftröhre. Das Opfer wird erdrosselt, der Tod tritt langsam durch Ersticken ein. In frühen Versionen legte der Henker eine Schlinge (Äußere Spanische Winde) von hinten um den Hals des Opfers, die er mittels eines Stocks langsam zudrehte. Später wurde die Schlinge durch ein Metallband ersetzt, das lediglich zum Fixieren diente.[1] Dem Opfer wurde von hinten eine Metallschraube ins Genick gedreht, wodurch der Tod in der Regel augenblicklich eintrat.

In Spanien – dort regierte seit dem Jahre 1936 bis zu seinem Tod 1975 der Diktator Francisco Franco (Franco-Diktatur) – wurden bis 1974 Todesurteile durch die Garrotte vollstreckt. In den staatlich beeinflussten Medien wurde ausführlich darüber berichtet. Ihre letzten Opfer waren Salvador Puig Antich und der Deutsche Georg Michael Welzel (alias Heinz Ches). 1978 wurde die Todesstrafe in Spanien abgeschafft.

Garrotte als Mordwerkzeug

Garrotte als Mordwerkzeug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch ein mittelstarker Metalldraht, der an den beiden Enden mit jeweils etwa 10–15 cm langen (Holz-)Griffen versehen ist, wird als Garrotte bezeichnet. Diese klassische Garrotte wurde überwiegend von den Kriminellen im Frankreich des 19. und frühen 20. Jahrhunderts benutzt (etwa in Paris-Montmartre oder im Hafenviertel von Marseille). Auch die alteingesessenen Mafiaorganisationen (besonders die Cosa Nostra in Sizilien) benutzten als Mordinstrument häufig die Garrotte. Mit der Garrotte als Mordwerkzeug kann der Mörder in der Regel sein Opfer von hinten erdrosseln, ohne dass es laute Geräusche von sich gibt.

Während des Zweiten Weltkriegs war die Garrotte eine beliebte Waffe bei französischen und englischen Agenten, da sich der Draht aufgewickelt in einem Kondom verstecken ließ, welchem bei einer Durchsuchung im Rahmen einer Gefangennahme oft keine allzu große Beachtung geschenkt wurde.[2]

Bis heute werden bei Durchsuchungen immer wieder Garroten gefunden, deren Besitz in Deutschland illegal ist.[3]

Rechtliche Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Drossel-Instrument zählt die Garrotte in Deutschland, gemäß Anlage 2 des Waffengesetzes, zu den illegalen Waffen.[4][5] Erwerb, Besitz, Überlassen, Überführen, Verbergen, Mitführen, Herstellung, Bearbeitung, Instandsetzung und Handel sind demnach gemäß § 52 III Nr. 1 WaffG verboten und können mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.

Berühmte Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die unehrenhafte Hinrichtung von Atahualpa, dem letzte Herrscher des Inkareiches, werden Francisco Pizarro und Diego de Almagro verantwortlich gemacht
Mariana Pineda aus Granada zählt zu den wenigen mittels Garrotte hingerichteten Frauen

Die weitaus größere Zahl der Opfer ist weder übermittelt noch nach Todesursache erfasst oder in einem eigenen Eintrag beschrieben, so dass es sich hier um eine Auswahl handelt.

Jahr Name
63 BC Publius Cornelius Lentulus Sura
46 BC Vercingetorix
1533 Atahualpa
1538 Diego de Almagro
1561 Şehzade Bayezid
1683 Kara Mustafa Pascha
1739 António José da Silva
1781 Tomasa Tito Condemayta
1822 Francisco Javier de Elío
1831 Mariana de Pineda Muñoz
1851 Narciso López
1872 GOMBURZA (einschließlich Jacinto Zamora)
1897 Michele Angiolillo
1959 Pilar Prades
1974 Salvador Puig Antich

Verwendung in Filmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Garrotte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Garrotte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Todesstrafe. Abgerufen am 22. Dezember 2013.
  2. H. Keith Melton: Die Welt der Spione: Im Auftrag der Geheimdienste. Paletti, Köln 2004, ISBN 978-3-8336-0134-7.
  3. Bundespolizei-Praktikanten entdecken illegale Waffen. BR24, abgerufen am 6. Januar 2023
  4. Steindorf Waffenrecht, Anlagen zum WaffG Rn. 136
  5. MüKo-StGB, § 1 WaffG Rn. 132
  6. El verdugo. Der Henker. Deutsches Historisches Museum/ Zeughauskino, abgerufen am 17. Januar 2023
  7. "Carlo Rizzi's Death" THE GODFATHER (1972) Dir. Francis Ford Coppola. YouTube, abgerufen am 6. Januar 2023
  8. Tod durch die Garotte. SALVADOR - KAMPF UM DIE FREIHEIT von Manuel Huerga. nd, abgerufen am 6. Januar 2023