Gars am Inn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Gars a.Inn
Gars am Inn
Deutschlandkarte, Position des Marktes Gars a.Inn hervorgehoben
Koordinaten: 48° 9′ N, 12° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Mühldorf am Inn
Verwaltungs­gemeinschaft: Gars am Inn
Höhe: 445 m ü. NHN
Fläche: 43,66 km²
Einwohner: 3871 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 83536 (Gars a.Inn),
83546, 83555, 83559 (siehe Gemeindegliederung)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08073
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 83 118
Marktgliederung: 103 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Gemeinde Gars am Inn
Hauptstr. 3
83536 Gars a. Inn
Webpräsenz: www.gars.de/markt-gars-a-inn
Erster Bürgermeister: Norbert Strahllechner (FW)
Lage des Marktes Gars a.Inn im Landkreis Mühldorf am Inn
Mühldorfer Hart Zangberg Waldkraiburg Unterreit Taufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn) Schwindegg Schönberg (Oberbayern) Reichertsheim Rechtmehring Rattenkirchen Polling (bei Mühldorf am Inn) Obertaufkirchen Oberneukirchen (Oberbayern) Oberbergkirchen Niedertaufkirchen Niederbergkirchen Neumarkt-Sankt Veit Mühldorf am Inn Mettenheim (Bayern) Maitenbeth Lohkirchen Kraiburg am Inn Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern) Jettenbach (Oberbayern) Heldenstein Haag in Oberbayern Gars am Inn Erharting Egglkofen Buchbach (Oberbayern) Aschau am Inn Ampfing Landkreis Landshut Landkreis Rottal-Inn Landkreis Rosenheim Landkreis Ebersberg Landkreis Altötting Landkreis Erding Landkreis TraunsteinKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Gars am Inn (amtlich Gars a.Inn[2]) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gars am Inn.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gars am Inn liegt in der Region Südostoberbayern im Alpenvorland in der Flussniederung des Inn rund 50 km östlich von München.

Waldkraiburg liegt 11 km nordöstlich, Wasserburg 12 km im Süden, Haag 8 km westlich, die Kreisstadt Mühldorf ist 21 km entfernt.

Landschaftlich prägend ist der tiefe Einschnitt des Inntals. Dadurch ergeben sich vor allem vom nördlichen Rand reizvolle Ausblicke auf den Chiemgau und die Alpen, beispielsweise auf der Straße von Reichertsheim zum Kloster Au, deren Serpentinen auf knapp zwei Kilometern mehr als 150 Höhenmeter überwinden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Gars am Inn hat 103 Ortsteile[3]:

  • Agg (83536)
  • Aich (83536)
  • Aign (83536)
  • Au am Inn (83546)
  • Babold (83536)
  • Bachenöd (83536)
  • Berg (83546)
  • Bergholz (83536)
  • Biburg (83546)
  • Binstein (83536)
  • Bobenstätt (83536)
  • Brandstätt (83536)
  • Doblmühle (83546 Au a. Inn)
  • Dörfl (83536)
  • Dornhecken (83546)
  • Eismannsstett (83536)
  • Elbrechting (83546)
  • Emeln (83536)
  • Ensdorf (83546)
  • Frimberg (83546)
  • Gaisberg (83546)
  • Gänsgerbl (83536)
  • Gars am Inn (83536)
  • Gars-Bahnhof (83555)
  • Gasteig (83536)
  • Gerer (83546)
  • Gern (83536)
  • Giggerlsöd (83536)
  • Giglberg (83536)
  • Glasberg (83536)
  • Graben (83536)
  • Grub (83536)
  • Gsellmühle (83536)
  • Haas (83536)
  • Haiden (83555)
  • Hamberg (83536)
  • Hampersberg (83536)
  • Harpoint (83536)
  • Haslöd (83536)
  • Heuwinkl (83559)
  • Hochstraß (83555)
  • Höfen (83536)
  • Höhenberg (83536)
  • Höllthal (83546)
  • Holzen (83536)
  • Hopfgarten (83546)
  • Hörwart (83536)
  • Hub (83536)
  • Huttenstätt (83536)
  • Kerschbaum (83536)
  • Kronberg (83546)
  • Krücklham (83559)
  • Lengmoos (83536)
  • Lohen (83559)
  • Loher (83536)
  • Mailham (83555)
  • Maxau (83536)
  • Mayrhof (83536)
  • Mittergars (83559)
  • Neuhäusl (?)
  • Nickl am Schopf (83536)
  • Obereinöd (83546)
  • Oberhart (83536)
  • Oedenberg (83536)
  • Osterreit (83536)
  • Penstätt (83536)
  • Permanöd (83536)
  • Point (83536)
  • Reichgreißl (83536)
  • Reichhut (83536)
  • Reiser (83559)
  • Reisleite (83546)
  • Reit (83536)
  • Sachsenöd (83536)
  • Sattlthambach (83546)
  • Schachen (83546)
  • Schafleiten (83536)
  • Schneckenbichl (83536)
  • Schustergraben (83536)
  • Stadel (83536)
  • Stampfl (83546)
  • Stanzlmühle (83536)
  • Stanzlöd (83536)
  • Starreit (83536)
  • Steinau (83546)
  • Steinbach (83546 Au a. Inn)
  • Straß (83536)
  • Thal (83555)
  • Tiefenweg (83546)
  • Trescherberg (83546)
  • Untereinöd (83546)
  • Unterhart (83536)
  • Untermödling (83546)
  • Veitlipp (83536)
  • Walterstätt (83536)
  • Weingarten (83546)
  • Wimm (83536)
  • Winterberg (83546)
  • Wörth (83546)
  • Wüstl (83536)
  • Zelten (83536)
  • Zieglstadl (83536)
  • Zollner (83536)

In Klammern ist die Postleitzahl angegeben. Alle Orte mit PLZ 83536 gehören zum postalischen Ort 83536 Gars a. Inn, die Orte mit anderen PLZ werden von der Deutschen Post als eigenständige Orte behandelt, zum Beispiel 83546 Dornhecken.

Es gibt die Gemarkungen Au am Inn, Gars am Inn, Klostergars, Lengmoos und Mittergars.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Wening: Kloster Gars, Anfang 18. Jh.

Das Kloster Gars wurde durch Herzog Tassilo III. von Bayern 768 als 'Cella Garoz' gegründet. Gars am Inn unterstand der Landesherrschaft des Erzstifts Salzburg und hatte schon im 12. Jahrhundert Marktrechte. Der Ort war eine geschlossene Hofmark innerhalb eines Etters. Die hohe Gerichtsbarkeit lag jedoch beim Kurfürstentum Bayern. 1803 kam der Markt im Zuge der Säkularisation in Bayern zum späteren Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
siehe auch Burg Megling

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Rosenheim–Mühldorf erhielt Gars am 1. Mai 1876 Anschluss an das Eisenbahnnetz. Während der Ort Gars nördlich des Inns liegt, entstanden Bahnstrecke und Bahnhof südlich des Inns. Um den somit südöstlich außerhalb des Ortes Gars gelegenen Bahnhof entstand der Ortsteil „Gars Bahnhof“.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zu dessen Auflösung 1972 gehörten alle Ortsteile zum ehemaligen Landkreis Wasserburg am Inn. Gars am Inn bestand nur aus dem Hauptort selbst. Am 1. Januar 1967 schloss sich der Markt Gars am Inn mit der Gemeinde Klostergars (ab dem 9. März 1956 der neue Gemeindename für Stadel) zur neuen Marktgemeinde Gars am Inn zusammen. In diese wurden mit Wirkung vom 1. April 1971 die Gemeinden Au am Inn, Lengmoos und Mittergars eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 3618 Einwohner
  • 1970: 3835 Einwohner
  • 1987: 3585 Einwohner
  • 2000: 3761 Einwohner
  • 2011: 3750 Einwohner
  • 2014: 3802 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Norbert Strahllechner (Freie Wähler).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2013 wurde die über 50 Jahre andauernde Partnerschaft mit der österreichischen Gemeinde Gars am Kamp offiziell mit einer Städtepartnerschaft besiegelt, wobei Gars das „Partnerschaftsgemälde“ des österreichischen Künstlers Matthias Laurenz Gräff überreicht wurde.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche Gars am Inn

Die Klosterkirche ist eine Schöpfung der Graubündner Baumeister Giovanni Gaspare Zuccalli und Domenico Cristoforo Zuccalli und einer der frühesten barocken Kirchenbauten in Altbayern.

Redemptoristenkloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1899 eröffneten die Redemptoristen in Gars a. Inn ein Ordensgymnasium. Pater Kaspar Stangassinger wurde im Alter von 28 Jahren zum Seminardirektor ernannt. Doch er konnte den Schülern nur noch zum Schulbeginn die Exerzitien halten. Wenige Tage später starb er an einer Blinddarmentzündung. Am 24. April 1988 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Im Kloster Gars lebte und wirkte von 1871 bis zu seinem Tod, 1930, der berühmte Malermönch Max Schmalzl, der auch als Bayerischer Fra Angelico bezeichnet wird.

Innwerk-Siedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Innwerk-Siedlung

1938/39 erbaute Werkssiedlung für Betriebsangehörige des Innwerks. Zwölf Kleinsiedlerstellen (entlang der Zufahrtsstraße zur Staustufe). Nahezu unverändert erhaltenes Ensemble nationalsozialistischen Kleinsiedlungsbaues.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2010 2,264 Millionen Euro, davon waren 645.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

2010 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fünf, im produzierenden Gewerbe 230 und im Bereich Handel und Verkehr 117 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 386 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1286. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe.

Zudem bestanden im Jahr 2010 100 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2306 ha. Davon waren 1308 ha Ackerfläche und 995 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird im Süden von der eingleisigen Bahnstrecke Rosenheim–Mühldorf durchquert, die von der Südostbayernbahn betrieben wird. Haltepunkte sind Gars-Bahnhof und Hp Mittergars.

Im Ort Gars am Inn treffen sich die Staatsstraßen 2352 und die von der Bundesstraße 12 kommende 2353.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010/12 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kinderhaus St. Antonius: 133 Kindergartenplätze (davon zehn integrative) mit 130 Kindern, mit Kinderkrippe
  • Volksschulen: Zwei (Grund- und Hauptschule) mit 31 Lehrern und 477 Schülern
  • Gymnasien: Gymnasium Gars mit 79 Lehrern und 902 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Hauner (1743–1827), geboren in Au am Inn, war Augustiner-Chorherr, ein berühmter Kirchenkomponist und letzter Dekan des Klosters Herrenchiemsee.
  • Louise Beck (1822–1879), gestorben im Kloster Gars, war eine bayerische Mystikerin, die bis zu ihrem Tod aus dem Redemptoristenkloster heraus starken Einfluss auf die bayerische Kirchenpolitik nahm.
  • Bernhard Häring (1912–1998) Redemptorist, katholischer Moraltheologe, weltweit bekannt durch seine zwei Standardwerke der Moraltheologie Das Gesetz Christi (1954) und Frei in Christus (1979–1981). Lebte seit 1988 in Gars am Inn.


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gars am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Datenblatt des Statistischen Bundesamtes
  3. Bayerische Landesbibliothek Online
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589.
  5. OVB 0nline > Rosenheim > Wasserburg am Inn > "Wilde Ehe" nach 50 Jahren legalisiert (Bayern, Deutschland)