Gasdruckfeder

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Eine Gasdruckfeder (auch kurz als Gasfeder bezeichnet) ist eine pneumatische Feder, die unter Hochdruck stehendes Gas zur Bereitstellung der Federkraft nutzt. Vorteile gegenüber Schraubenfedern sind die vom Federweg nahezu unabhängige Kraft, der geringe Platzbedarf und die Möglichkeit, gleich einen Dämpfungsmechanismus in die Feder integrieren zu können.

3D-Darstellung einer Gasdruckfeder im Schnitt:
1) Plungerkolben
2) Kopfstück
3) Plungerkolben-Abstreifer
4) Führungsbuchse
5) Stützring (zur Vermeidung von Spaltextrusion für den O-Ring (6))
6) O-Ring (Dichtung)
7) Plungerkolbendichtung Wellendichtring (RWDR)
8) Zylinder
9) Dämpfungskolben
10) Öffnung (im Kolben (9))
11) Führungsbuchse
12) Ventil
13) Verschluss-Schraube

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gasdruckfedern dienen häufig dem Gewichtsausgleich und sind beispielsweise bei Bürostühlen, als unterstützende Öffnungs- und Haltevorrichtung von Klappen in Fahrzeugen (Kofferraumklappe, Motorhaube) oder in den Gepäckklappen im Fluggastraum von Flugzeugen vorzufinden. Im Werkzeugbau ersetzen Gasdruckfedern aufgrund ihrer hohen Leistungsdichte herkömmliche Druckfedern aus Stahl.

Sie sollten keinesfalls von Laien geöffnet werden, da im Inneren ein sehr hoher Druck herrscht.

Funktionsweise und Bauformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gasdruckfeder ist ein hydropneumatisches Verstellelement und besteht aus dem Druckrohr und dem Kolben sowie geeigneten Anschlüssen. Sie ist mit einem komprimierten Gas gefüllt, dessen Menge den voreingestellten Innendruck bestimmt. Der Kolben erfüllt zwei Aufgaben: Der längere Teil hat den kleineren Durchmesser und läuft in einer Dichtung am Druckrohr (Plungerkolben) Der Druck wirkt auf seine Querschnittsfläche. Daraus resultiert eine Kraft in Ausschubrichtung. Der stärkere Teil des Kolbens mit seiner Überströmöffnung dient zur Dämpfung und Führung. Die Ausschubkraft kann innerhalb physikalischer Grenzen durch die geeignete Wahl des Fülldruckes und der Durchmesser von Druckrohr und Plungerkolben exakt festgelegt werden.

Gasdruckfedern bestehen immer aus einem Zylinder und einem darin beweglichen Kolben. Aufwendigere Konstruktionen sind mit einem Trennkolben versehen, der zwei mit Gas und Öl gefüllte Räume trennt. Dann läuft der Dämpfungskolben in Öl.

Bei der einfachsten und am häufigsten eingesetzten Bauform ist der gesamte Innenraum mit Gas – meist Stickstoff – gefüllt. Der Dämpfungskolben hat eine kleine Öffnung, durch die das Gas durchströmen kann und deren Querschnitt das Maß der Dämpfung bestimmt. Das Bauteil enthält ferner eine kleine Menge an Öl, das der Dämpfung und Schmierung dient. Die Dichtung gegen Gasverlust befindet sich an der Führung des Plungerkolbens.

Durch das Eindringen der Kolbenstange in den Innenraum verringert sich dort das Volumen um . Der Dämpfungskolben trägt (wegen der Überströmöffnung 10) nicht zur Volumenänderung bei. Weil kein Gas entweichen kann, bleibt die Stoffmenge des Gases konstant. Daraus resultiert eine Druckänderung , die für ein ideales Gas bei unveränderter Temperatur (isotherm) durch gegeben ist. Damit resultiert für die Druckänderung im Innenraum:

.

Die Rückstellkraft ergibt sich aus dem Gasdruck und der Querschnittsfläche der Kolbenstange. Daraus resultiert eine theoretische maximale Rückstellkraft . Die reale Rückstellkraft ist wegen der hohen Reibung in den Dichtungen kleiner.

Es können Elemente zur Endlagendämpfung vorhanden sein.