Gastone Gambara

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Gastone Gambara (* 10. November 1890 in Imola; † 1960 in Rom) war ein italienischer General.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Gambara schlug zunächst die Unteroffizierslaufbahn ein. Im Oktober 1911 wurde für einen besonderen Lehrgang an der Militärakademie in Modena zugelassen, nach dessen Abschluss er zum Unterleutnant befördert wurde. Danach diente er, auch während des Ersten Weltkriegs, bei verschiedenen Verbänden der Alpini. Nach dem Krieg kommandierte er ein Alpini-Bataillon. Von 1923 bis 1925 absolvierte er einen Generalstabslehrgang und diente danach bei verschiedenen Stäben. Ab August 1927 arbeitete er in Albanien als Militärberater.

Gambara nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil, wo er u. a. den faschistischen „Freiwilligenverband“ Corpo Truppe Volontarie befehligte. Von 1939 bis 1940 war er italienischer Botschafter in Spanien. Mit dem Diktator Franco pflegte Gambara einen freundschaftlichen Umgang.

1940 führte er das XV. Armeekorps in den Westalpen, dann das VIII. Korps in Griechenland und Albanien. Im Mai 1941 kam er nach Nordafrika, wo er mit einem motorisierten Korps an der deutsch-italienischen Gegenoffensive teilnahm. 1942 übernahm er den Befehl über das XI. Korps, das in Slowenien und Kroatien gegen Partisanen kämpfte und Aufstände blutig unterdrückte. Für die Zustände in den Konzentrationslagern, die die 2. italienische Armee in Slowenien und Kroatien unterhielt, trug Gambara eine Mitverantwortung. Die dort gefangenen Partisanen und Widerstandskämpfer starben in vielen Fällen den Hungertod. Als italienische Ärzte ihm einen Bericht über die Zustände in den Lagern vorlegten, schrieb er eigenhändig einen Kommentar in den Bericht, der später (in Italien) einiges Aufsehen erregte: "Logico ed opportuno che campo di concentramento non significhi campo d'ingrassamento" (deutsch: "Logisch und angemessen, da es Konzentrationslager und nicht Verfettungslager heißt").

Nach dem Waffenstillstand vom 8. September 1943 verhandelte Gambara mit den deutschen Truppen, die Istrien besetzten und schloss sich schließlich der faschistischen Restrepublik Mussolinis in Norditalien an. Hier diente er als Chef des Generalstabs unter Verteidigungsminister Rodolfo Graziani und geriet am Ende des Krieges in alliierte Internierungshaft. Die Volksrepublik Jugoslawien beantragte mehrfach erfolglos seine Auslieferung wegen der Verbrechen während der Besatzungsherrschaft.