Gatianus

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Gatianus († 18. Dezember 301 in Tours), in Frankreich Saint Gatien genannt, war der erste Bischof von Tours.

Heiliger Gatianus auf einem Bleiglasfenster der Kirche Notre-Dame in La Celle-Guenand

Gatianus übte sein Amt von 249 bis 301 aus. Er wurde von Papst Fabianus von Rom nach Gallien zur Verbreitung des Christentums gesandt. Er soll zusammen mit sechs weiteren Bischöfen, darunter Dionysius von Paris, nach Gallien gekommen sein, wie der spätere Chronist und Bischof Gregor von Tours berichtet.

Man vermutet, dass Gatianus in der gallorömischen Bevölkerung anfangs keinen sonderlichen Rückhalt hatte und deswegen gezwungen war, seine Gottesdienste in Katakomben und – ähnlich wie der unter den gallischen Legionen verbreitete Mithraskult – in Höhlen abzuhalten. Während seiner Amtszeit kam es unter dem römischen Kaiser Decius zu einer blutigen Christenverfolgung. Nach seinem Tod war durch die neuerliche Christenverfolgung des Kaisers Diokletian der Bischofssitz von Tours 36 Jahre lang verwaist. Erst sein Nachfolger Litorius konnte in Tours die erste Kirche bauen. Sie ersetzte eine Gedenkstätte für den Märtyrer Mauritius. In diese Kirche, aus der die heutige Kathedrale entstand, ließ der spätere Bischof Martin von Tours die Gebeine des Bischofs Gatianus überführen. Seit dieser Zeit trägt sie den Namen Saint-Gatien.

Der Todestag des Bischofs Gatianus, der 18. Dezember, ist sein Feiertag in der katholischen Kirche.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Bischof von Tours
249–301
Lidorius