Gauß (Einheit)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Physikalische Einheit
Einheitenname Gauß

Einheitenzeichen
Physikalische Größe(n) Magnetische Flussdichte
Dimension
System Gaußsches CGS-Einheitensystem, Elektromagnetisches CGS-Einheitensystem
In SI-Einheiten
In CGS-Einheiten
Benannt nach Carl Friedrich Gauß

Gauß (in der Schweiz oder unter englischsprachigem Einfluss auch Gauss; Einheitenzeichen: Gs, G; nach Carl Friedrich Gauß) ist die Einheit der magnetischen Flussdichte B im elektromagnetischen CGS-System und im Gaußschen CGS-System:

In Deutschland ist das Gauß seit 1970 keine gesetzliche Einheit im Messwesen, wird aber vor allem in der Astrophysik weiterhin verwendet. Stattdessen ist die gesetzliche Einheit der magnetischen Flussdichte in der EU und in der Schweiz das Tesla, die entsprechende Einheit im Internationalen Einheitensystem (SI):

Konvertierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zum Gauß existierte für die magnetische Flussdichte die Einheit Gamma:

Das Gauß wird oft mit der Gaußschen CGS-Einheit der magnetischen Feldstärke H verwechselt, dem Oersted, das sich im Gaußschen Einheitensystem und in elektromagnetischen CGS-Systemen ebenfalls darstellen lässt als . Der Grund für diese formale Gleichheit ist, dass magnetische Flussdichte und magnetische Feldstärke in o.g. Einheitensystemen von gleicher Dimension sind (anders als im SI, wo sich die beiden Größen stets um die magnetische Permeabilität bzw. um die magnetische Feldkonstante als Proportionalitätsfaktor unterscheiden).

Historisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Gauß“ als Name der elektromagnetischen CGS-Einheit für die magnetische Feldstärke wurde Im Jahre 1900 auf dem 5. Internationalen Elektrizitätskongress in Paris festgelegt. Infolge eines Missverständnisses nahmen die amerikanischen Delegierten jedoch an, „Gauß“ sei als Name für die elektromagnetische CGS-Einheit der magnetischen Flussdichte vereinbart worden. Diese Mehrdeutigkeit wurde 1930 auf der IEC-Tagung in Stockholm und Oslo zugunsten der amerikanischen Auffassung bereinigt.

1933 legte das IEC auf einer Sitzung in Paris fest, dass 1 cm−1/2g1/2s−1 als elektromagnetische CGS-Einheit der magnetischen Feldstärke Oersted heißen soll.[1]

Das Einheitenzeichen „Gs“ für das Gauß wurde vom IEC 1935 auf einer Konferenz in Scheveningen festgelegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Stille: Messen und Rechnen in der Physik. 2. Auflage. Vieweg, Braunschweig 1961, S. 212.