Gauführerschule

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eine Gauführerschule (auch Gauschulungsburg) war eine Schulungseinrichtung der NSDAP oder einer ihrer angeschlossenen Verbände und unterstand den jeweiligen Gauleitungen.[1] Ihr Ziel war die „weltanschaulich-politische Ausrichtung“ der Teilnehmer.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisationsschema der NSDAP-Schulungsämter

Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP Robert Ley war zugleich als Reichsschulungsleiter für die weltanschauliche Schulung der in der Partei tätigen Politischen Leiter und der Funktionäre in den Gliederungen und angeschlossenen Verbände verantwortlich.

Die Bezeichnung als Gauschulungsburg oder Kreisschulungsburg bedurfte der Genehmigung des Reichsorganisationsleiters. Sie unterstanden der alleinigen Aufsicht des Gauschulungsleiters bzw. Kreisschulungsleiters.[2] Derartige Schulungsstätten sollten in jedem der 43 Gaue eingerichtet werden.

Schulungsstätten der angeschlossenen Verbände werden im Organisationsbuch der NSDAP als Fachschulen bezeichnet. Der Unterricht sollte auf weltanschaulicher Grundlage beruhen und wurde daher von den Schulungsämtern der NSDAP überwacht.

Für höchste Funktionen waren Reichsführerschulen bzw. NS-Ordensburgen und Landesführerschulen bzw. Gauschulungsburgen vorgesehen und für Schulungen an unterer Ebene die Ortsgruppenschulungen.[3][4]

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur „weltanschaulichen Schulung“ sollten unmittelbar erfasst werden die Politischen Leiter der NSDAP und alle Parteiredner sowie weitere Mitglieder der NSDAP, die sich freiwillig gemeldet hatten und nach einem Ausleseverfahren zugelassen worden waren.

Aufgezählt werden außerdem die Leiterinnen und Walterinnen der NS-Frauenschaft (NSF) und des Deutschen Frauenwerks (DFW) sowie die Obmänner, Walter und Warte der Deutschen Arbeitsfront (DAF) einschließlich der NS-Arbeitsgemeinschaft Kraft durch Freude (KdF), die Obleute der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV), des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes und des Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes. Von der weltanschauliche Schulung erfasst werden sollten zudem alle Mitglieder im Nationalsozialistischen Lehrerbund, die Mitglieder im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund und des Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbundes.[5]

Unterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aufgabengebiet der gesamten weltanschaulich-politischen Ausrichtung beschreibt das Organisationsbuch der NSDAP als die „Vermittlung nationalsozialistischer grundsätzlicher Stellungnahme zu den Gebieten der Innenpolitik, Außenpolitik, Rassen- und Vererbungslehre, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Geschichte und Geopolitik...“.[6]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Die meisten Eintragungen hier wurden im Juli 2015 ohne Belege gemacht, auch die Namen und Link-Zuordnungen sind nicht nachvollziehbar. --Jbergner (Diskussion) 09:24, 18. Sep. 2016 (CEST)
Gau Gauschule (Sitz der Schule, Objekt)
Baden Gauführerschule I zunächst in Karlsruhe, Bismarckstraße[7], dann Frauenalb (ab 1936 neben der Klosterruine)[8]
Bayreuth (Bayerische Ostmark) Gauführerschule I in Weismain[9][10]
Groß-Berlin „Dr. Adolf‐Wagner‐Reichsschulungsburg“ der DAF, Villa von der Heydt, Berlin‐Wannsee, Haus am See, Kaiserstraße 2‒3[11]
Danzig-Westpreußen Gauführerschule in Villa Ziese, Ziesestraße in Elbing[12][13]
Düsseldorf Gauführerschule Haus Welchenberg bei Grevenbroich[14]
Essen Gauführerschule Zeche Hercules in Essen[15]
Gauschule Mülheim-Menden (1934–1945)[16]
Franken Gauführerschule Schloss Ermreuth (ab 1935)[17]
Halle-Merseburg Gauführerschule Schloss Seeburg (Hassegau)[18]
Gauführerschule in Roitzsch (Sandersdorf-Brehna)[19]
Gauschule III Burg Wettin in Wettin[20]
Hamburg Gauführerschule I Hamburg-Eilbeck (Ritterstraße 44 (ab 1933))[21]
Gauführerschule II (ab 1937) Barsbüttel (Villa Lunugala (ab 1937))[22][21]
Gauführerschule (übergangsweise 1934/35) Hamburg-Volksdorf[23] (Haus Rissen[24])
Gauführerschule Burg Seebergen in Lütjensee[25]
Hessen-Nassau Gauführerschule in der Villa Manskopf in Frankfurt a. M.[26]
Gauschulungsburg in Kronberg im Taunus 1937–1940[27]
Kärnten Schloss Heroldeck in Millstatt am See[28] (Liste der denkmalgeschützten Objekte in Millstatt am See)
Köln-Aachen Gauführerschule Feuerschlößchen in Bad Honnef (ab 1934)[29]
Gauführerschule II in Engelskirchen Haus Mühlenberg oder Villa Risch[30]
Kurhessen Gauführerschule I Melsungen[31] Landerziehungsheim Walkemühle[32]
Gauführerschule II in Marburg[33]
Gauführerschule III in Ebersburg-Weyhers[34]
Magdeburg-Anhalt Gauführerschule im ehem. Bauhaus Dessau[35]
Mainfranken Gauschulungsburg „Florian Geyer“ in Schloss Gelchsheim[36]
Mark Brandenburg (Kurmark) Gauführerschule Dietrich-Eckart-Schule Gehren in Heideblick[37]
Gauschulungsburg II Adolf Hitler Lychen ab 21. Juni 1934[38][39]
Mecklenburg Gauschule in Schwerin „Nordischer Hof“ (heute Finanzministerium), ab 1935 in der Schlossgartenallee 61 (heute NDR-Landesfunkhaus)[40],
Moselland (bis 1942 Koblenz-Trier) Gauschulungsburg Weidtmansches Schlösschen in Koblenz-Metternich[41]
Gauschule Kautenbachtal bei Traben-Trarbach (Amt für Beamte)[42]
München-Oberbayern Gauschulungsburg Schloss Niedernfels bei Grassau[43]
Niederdonau Schulungsburg Gföhl in Schloss Jaidhof[44]
Niederschlesien Gauführerschule I, Weißenhof bei Liegnitz[45]
Schloss Parchwitz[46]
Gauführerschule II, Bischwitz, Landkreis Trebnitz[47]
Oberdonau Gauschulungsburg in Gmunden Schloss Cumberland[48]
Oberschlesien
Ost-Hannover Gauführerschule I, Hermann-Göring-Haus in Steinbeck (Buchholz in der Nordheide), Kreis Harburg[49]
Ostpreußen Gauführerschule Rippen bei Ludwigsort[50]
Gauschule der DAF Strobjehnen[51] (der DAF)
Pommern Gauführerschule Wartin bei Casekow, Kreis Randow[52]
Sachsen Gauführerschule I Augustusburg in Hammerleubsdorf (ab Juni 1933)[53]
Gauführerschule II in Schloss Friedrichsburg[54] in Heidenau-Großsedlitz (ab Juli 1934)[55][56]
Gauschule für Kommunalpolitik und Verwaltung in Pulsnitz (ab 1937)[57]
Gauschule Haideberg in Oberlößnitz (ab 1935)[58]
DRK-Landesführerschule IV in Radebeul I (ab 1940)[59]
Salzburg Gauführerschule Veste Hohenwerfen[60]
Schleswig-Holstein Gauführerschule I in Kloster Bordesholm[61] (1934–1939)[62] Gebäude Altes Amtshaus
Gauführerschule II in Trittau[63]
Gauschule Barsbüttel[64][65]
Schwaben Gauführerschule in Blaichach (eröffnet am 15. August 1933)[66]
Gauschulungsburg Ulrich Graf-Burg in Bachhagel[67][68][69]
Steiermark Gauschule Schloss Schielleiten in Stubenberg (Steiermark)[70]
Gauschulungsburg Schloss Laubegg in Ragnitz ab 1940[71]
Sudetenland
Süd-Hannover-Braunschweig Gauführerschule „Bernhard Rust“ in Wennigsen (Deister)[72]
Thüringen Staatsschule für Führertum und Politik in Egendorf[73]
Tirol-Vorarlberg Gauschule Vomperberg[74][75] in Vomp
Wartheland Schulungsburg Waldborn im Landkreis Litzmannstadt[76]
Weser-Ems Gauführerschule I in Pewsum (Manningaburg)[77]
Haus Krähnholm in Bremen-Lesum (NSV-Gauschule)[78]
Westfalen-Nord Gauführerschule Schloss Nordkirchen[79]
Gauschulungsburg in Lübbecke, Am Weingarten[80]
Westfalen-Süd Gauführerschule I, Josef-Wagner-Schule, Hagen (Westf.)[81]
Westmark Gauführerschule in Annweiler am Trifels[82][83]
Wien Reichsschulungsburg Schloss Altkettenhof (ab 1938)[84]
Württemberg-Hohenzollern Gauschule in Rötenbach bei Nagold[85]
Gauführerschule im Schlössle in Kressbronn am Bodensee[86]
Gauschule Neuffen (Amt für Beamte, Bau ab 1937)[87]
NSDAP/AO

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP (Hrsg.): Organisationsbuch der NSDAP. Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachf., 4. Auflage München 1937, S. 176f.
  2. Organisationsbuch der NSDAP, S. 182.
  3. Carl-Wilhelm Reibel: Das Fundament der Diktatur: die NSDAP-Ortsgruppen 1932–1945 (= Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart). F. Schöningh, Paderborn 2002, ISBN 3-506-77528-6, S. 203 (414 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Das Archiv Nachschlagewerk für Politik, Wirtschaft, Kultur. Ausgaben 4-6, 1934. S. 824
  5. Organisationsbuch der NSDAP, S. 176.
  6. Organisationsbuch der NSDAP, S. 181.
  7. Vgl. Der Schulungsbrief, hrsg. vom Reichsschulungsamt der NSDAP und der deutschen Arbeitsfront, I. Jahrgang, 1. Folge (März 1934), S. 20–22 (mit vielen weiteren Angaben zu den Standorten)
  8. 1936-1945: Frauenalb wird Gauschulungsburg bei Stiftung Frauenalb.
  9. Obermain Tagblatt 23.Okt. 2013
  10. Ansichtskarte
  11. Villa von der Heydt
  12. Hans Pfau, Elbinger Heimatseite, Straßenverzeichnis, Ziesestr.
  13. Helga Tödt: Die Krupps des Ostens, Berlin 2012, S. 226
  14. H.C. Harten u. a.: Rassenhygiene als Erziehungsideologie des Dritten Reichs. Berlin 2006, S. 353.
  15. Bundesarchiv Berlin, NS 26/273 fol. 1, Hauptarchiv der NSDAP, gefunden in Führerschule Essen-Ruhr
  16. Ansichtskarte
  17. "Neonazis. Nicht nur Pinsel", in: Der Spiegel, Nr. 6/1980, S. 57–58.
  18. Schloss Seeburg im Mansfelder Land
  19. Ansichtskarte
  20. Geschichte des Burggymnasiums Wettin
  21. a b Albert Henze: Hans-Peter de Lorent: Nazipropagandist im System des Gauleiters (2011)
  22. Jugendhof Barsbüttel
  23. Bildarchiv
  24. Beschreibung des Umbaus
  25. Uwe Schmidt: Nationalsozialistische Schulverwaltung in Hamburg. Hamburger Historische Forschungen. (pdf 3,24 MB)
  26. Foto
  27. Kronberg im Taunus, „Gauschulungsburg Kronberg“. Topografie des Nationalsozialismus in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  28. Historie von Schloss Heroldeck, 1938 auf castle.cccm.com (englisch)
  29. Ansgar Sebastian Klein: Aufstieg und Herrschaft des Nationalsozialismus im Siebengebirge. Klartext Verlag, Essen 2008, ISBN 978-3-89861-915-8, S. 237–239
  30. Haus Mühlenberg droht der Abbruch im Archiv des Bergischen Geschichtsvereins Rhein-Berg (2010).
  31. Gauführerschule Walkemühle Melsungen
  32. „Melsungen, Gauführerschule I“. Topografie des Nationalsozialismus in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  33. „Marburg, Gauführerschule II“. Topografie des Nationalsozialismus in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  34. „Weyhers, Gauführerschule III“. Topografie des Nationalsozialismus in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  35. Nachnutzung ab 1. Oktober 1932
  36. Ansichtskarte
  37. Lausitzer Rundschau, 31. Mai 2005: Ein Bauwerk mit Geschichte
  38. Lychener Stadtchronik 1934 (Memento des Originals vom 10. Dezember 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lychen.de
  39. Liste der Baudenkmale in Lychen#Lychen Pannwitzallee 1,2: Heutige Pannwitzschule
  40. Archivansichtskarte
  41. Petra Weiß: Metternich in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. In: Heimatfreunde Koblenz-Metternich e.V./Petra Weiß (Hrsg.): Metternich im Spiegel der Jahrhunderte. Beiträge zur Ortsgeschichte. Koblenz 2002, S. 51–80
  42. Petra Weiß: Die Stadtverwaltung Koblenz im Nationalsozialismus, Diss. Hagen 2011, S. 156f.
  43. Postkarte
  44. Ansichtskarte
  45. Foto
  46. Stübinger: Niederschlesische Schlösser, S. 18.
  47. Foto
  48. Ansichtskarte: Gmunden, Schoß Cumberland Gauschulungsburg
  49. Jürgens/Zapf: Buchholz in der Nordheide, Schubert o. J., S. 31 online-Fassung
  50. Bild
  51. Bild: Gauschule der DAF
  52. Familiengeschichte v. Ramin
  53. Ostsachsenprojekt
  54. Friedrichsburg in Groß-Sedlitz
  55. Mike Schmeitzner: Totale Herrschaft durch Kader? – Parteischulung und Kaderpolitik von NSDAP und KPD/SED, S. 79/ 80
  56. Bild (Memento vom 3. Februar 2014 im Webarchiv archive.is)
  57. Mike Schmeitzner: Totale Herrschaft durch Kader?, S. 85
  58. Ansichtskarte
  59. Ansichtskarte
  60. Stadt Salzburg, Zeitungsdokumentation, S. 124
  61. Altes Amtshaus von ca. 1770
  62. Bordesholm in alten Ansichten
  63. Trittau-Wiki
  64. Die Zeit 1948, 6
  65. Ansichtskarte
  66. Martina Steber: Ethnische Gewissheiten: die Ordnung des Regionalen im bayerischen Schwaben vom Kaiserreich bis zum NS-Regime.
  67. Findmitteldatenbank SAB (Memento des Originals vom 4. Oktober 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gda.bayern.de
  68. Einträge Bundesarchiv: Reichsschatzmeister der NSDAP; Finanzplanung der Gaue.
  69. Ansichtskarte
  70. Foto
  71. Einträge Bundesarchiv
  72. Einträge Bundesarchiv
  73. Staatsschule Egendorf
  74. Die Gralssiedlung Vomperberg auf www.die-gralsbewegung.org
  75. J. Wagner: Mein Weg, 1938
  76. Litzmannstadt, Schulungsburg Waldborn beim Deutschen Historischen Museum.
  77. Ansichtskarte
  78. Geschichte der Villa Krähnholm auf www.sankt-magnus.de
  79. Digitales Archiv
  80. Digitales Archiv
  81. [1]
  82. Karl Scherer, Otfried Linde, Roland Paul: Psychiatrie im Nationalsozialismus. Die Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster 1933-1945, S. 24.
  83. http://www.europese-bibliotheek.nl/de/Bucher/Annweiler_am_Trifels_in_alten_Ansichten/100-119020/Artikel Annweiler
  84. Altkettenhof
  85. Ansichtskarte
  86. Digitale Bibliothek
  87. Regionale Eliten zwischen Diktatur und Demokratie: Baden und Württemberg 1930-1952, hg. v. Cornelia Rauh-Kühne u. Michael Ruck, Oldenbourg, München 1993, S. 98ff.