Gavaudun

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Gavaudun
Gavaudun (Frankreich)
Gavaudun
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Lot-et-Garonne
Arrondissement Villeneuve-sur-Lot
Kanton Le Haut Agenais Périgord
Gemeindeverband Communes des Bastides en Haut Agenais Périgord
Koordinaten 44° 34′ N, 0° 53′ OKoordinaten: 44° 34′ N, 0° 53′ O
Höhe 105–243 m
Fläche 21,33 km2
Einwohner 280 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 13 Einw./km2
Postleitzahl 47150
INSEE-Code

Blick auf das Zentrum von Gavaudun

Gavaudun ist eine französische Gemeinde mit 280 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Lot-et-Garonne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Villeneuve-sur-Lot und zum Kanton Le Haut Agenais Périgord (bis 2015: Kanton Monflanquin).

Der Name der Gemeinde leitet sich von den Gabalier ab, ein keltischer Stamm, der ursprünglich im Gévaudan heimisch war.[1]

Die Einwohner werden Gavaudunois und Gavaudunoises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gavaudun liegt ca. 25 km nordöstlich von Villeneuve-sur-Lot in der historischen Provinz Agenais an der nördlichen Grenze zum benachbarten Département Dordogne.

Umgeben wird Gavaudun von den acht Nachbargemeinden:

Vergt-de-Biron
(Dordogne)
Biron (Dordogne)
Lacapelle-Biron
Blanquefort-sur-Briolance
Paulhiac
Montagnac-sur-Lède
Nachbargemeinden Cuzorn
Salles

Gavaudun liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne.

Die Lède, ein Nebenfluss des Lot, durchquert das Gebiet der Gemeinde zusammen mit ihrem Nebenfluss, dem Ruisseau de Clairfond.

Zwei Nebenflüsse der Lémance, der Ruisseau de Lasbozios und der Ruisseau du Vignal, entspringen in Gavaudun.

Der abflusslose Ruisseau de Beldina bewässert ebenfalls das Gemeindegebiet.[3]

Bürgermeisterei von Gavaudun

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felswand gegenüber der Burg Gavaudun und in der Nähe der Lède ist seit der Urgeschichte besiedelt worden. Bei Ausgrabungen in der Grotte Le Milieu wurden menschliche Gebeine aus den Epochen des Moustérien und des Aurignacien entdeckt.

Die Lède hatte schon früh einen großen Einfluss auf die örtliche Wirtschaft. Auf sechs Kilometern waren einst acht Wassermühlen in Betrieb. Auf den Höhen des Kalksteingebirges befinden sich Sedimente mit eisenhaltigen Mineralien, die Kastanienbäume tragen. Die Erzverhüttung mithilfe von Holzkohle wurde vermutlich schon vor Beginn unserer Zeitrechnung vorgenommen, wie Spuren in Form von Schlacke belegen. Ungefähr vom 15. Jahrhundert an verlagerte sich die Verarbeitung in das Flusstal, um von der Wasserkraft zu profitieren. Im 17. Jahrhundert wurden drei Mühlen in Papiermühlen umgewandelt. Einen Teil des Papiers wurde bis in die Niederlande exportiert. Diese beiden wirtschaftlichen Aktivitäten wurden gegen Mitte des 19. Jahrhunderts aufgegeben. Eine Wollspinnerei war bis 1988 in Betrieb.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 1.090. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1970er Jahren auf rund 255 Einwohner, bevor sich die Größe auf ein Niveau von rund 290 Einwohnern stabilisierte, das in jüngster Zeit jedoch wieder stagnierte.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2016
Einwohner 320 276 256 269 287 316 286 299 280
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[4] INSEE ab 2011[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Saint-Sardos im Weiler Laurenque aus dem 12. Jahrhundert, als Monument historique klassifiziert
  • Ruine des Priorats Saint-Sardos im Weiler Laurunque aus dem 15./16. Jahrhundert, teilweise als Monument historique eingeschrieben
  • Ruine der Burg aus dem 13. Jahrhundert, als Monument historique klassifiziert
  • Tal der Lède, Naturschutzgebiet seit 1999

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handel und Dienstleistungen sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[6]
Gesamt = 49

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 49 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gavaudun ist erreichbar über die Routes départementales 150, 162, 235 und 255.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gavaudun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gavaudun (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  2. Lot-et-Garonne (fr) habitants.fr. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  3. Ma commune : Gavaudun (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  4. Notice Communale Gavaudun (fr) EHESS. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  5. Populations légales 2016 Commune de Gavaudun (47109) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  6. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Gavaudun (47109) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  7. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 8. Februar 2019.