GeGeGe no Kitarō

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GeGeGe no Kitarō
Originaltitelゲゲゲの鬼太郎
TranskriptionGeGeGe no Kitarō
GenreComedy, Horror
Manga
LandJapanJapan Japan
AutorShigeru Mizuki
VerlagKodansha
MagazinYokidenWeekly Shōnen Magazine
Erstpublikation1959 – 1969
Ausgaben9
Anime-Fernsehserie
ProduktionslandJapanJapan Japan
OriginalspracheJapanisch
Jahr1968
StudioToei Animation
Länge25 Minuten
Episoden65
MusikTaku Izumi
Erstausstrahlung3. Januar 1968 auf Fuji TV

GeGeGe no Kitarō (jap. ゲゲゲの鬼太郎), ursprünglich bekannt als Hakaba no Kitarō (墓場の鬼太郎) ist eine Manga-Serie, die zwischen 1959 und 1969 von Shigeru Mizuki verfasst wurde. Der Autor ist am besten bekannt für seine Popularisierung der Figuren des japanischen Volksglaubens wie Yōkai, eine Klasse von Geist-Monstern, zu welchen alle Hauptcharaktere gehören. Das Manga wurde mehrmals als Anime, Realfilm und Videospiel adaptiert.

Die Geschichte basiert auf einem Anfang des 20. Jahrhunderts in Form des Papiertheaters Kamishibai vorgeführten japanischen Volksmärchen. Der Name „GeGeGe“ wurde wegen Mizukis besonderer Art des Erzählens der Geschichte Kitarō eingefügt.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der junge Geist Kitarō wurde als Sohn einer in die Berge vertriebenen Mumie und eines Menschen geboren. Seine Mutter starb bei der Geburt, sein Vater, nun ohne eigenen Körper, begleitet ihn in Form seines zweiten, wandelnden Auges. Als Kind sowohl der menschlichen Welt und der Welt der Monster tritt er als Vermittler auf, der die eine wie auch die andere Seite beschwichtigt oder ihr hilft. Neben seinem Vater ist der Rattenmann ein häufiger Begleiter auf seinen Abenteuern. Diese spielen in moderner Zeit, doch ist Kitarō in seiner Wohnstatt im Friedhof meist von Spukwesen umgeben. Verlässt er diese, gelangt er in die normale Welt der Menschen.[1][2][3]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Manga erschien erstmals ab 1959 im Leih-Magazin Yokiden bei Kodansha. Nachdem sie kurzzeitig im Garo erschien,[4] zog die Serie 1965 ins Weekly Shōnen Magazine von Kodansha um und wurde 1969 abgeschlossen. Die Kapitel erschienen auch in neun Sammelbänden.

Eine englische Übersetzung kam in Form von 3 Bänden bei Kodansha International heraus[2] sowie in einer Auswahl von Kapiteln 2013 im Drawn & Quarterly. Auf Französisch kam der Manga bei Cornelius, auf Spanisch bei Astiberri und auf Chinesisch bei Linking Publishing.

Anime-Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Manga wurde mehrfach als Anime-Fernsehserie adaptiert. Die erste Serie mit 65 Folgen entstand 1968 bei Toei Animation. Die Drehbücher schrieben Motonari Wakai, Shun'ichi Yukimuro und Susumu Takaku und die künstlerische Leitung lag bei Hideo Chiba und Makoto Yamazaki. Die Serie wurde von 3. Januar 1968 bis 30. März 1969 von Fuji TV ausgestrahlt. Es folgten weitere vier Fernsehserien, eine in jedem Jahrzehnt, sowie insgesamt acht Filme.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle japanischer Sprecher (Seiyū)
Kitarō Masako Nozawa
Nezumi Otoko Chikao Ohtsuka
Medama Oyaji Isamu Tanonaka
Mrs. Yamada Akiko Tsuboi

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik der Serie wurde komponiert von Taku Izumi. Der Vorspann wurde unterlegt mit dem Lied Hakaba no Kitarō (墓場の鬼太郎), gesungen von Kazuo Kumakura. Die Abspannlieder sind Gegege no Kitaro, gesungen von Midori Kato, und Kitaro Nai Nai Ontō, gesungen von Kazuo Kumakura. Alle Lieder wurden komponiert von Taku Izumi und getextet von Shigeru Mizuki.

Weitere Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Art (Start)Jahr
Gegege no Kitarō Fernsehserie, Fortsetzung 1971
Gegege no Kitarō Fernsehserie, Neuverfilmung 1985
Gegege no Kitarō Kurzfilm 1985
Gegege no Kitarō: Yōkai Daisensō Film 1986
Gegege no Kitarō: Saikyō Yōkai Gundan! Nihon Jōriku!! Film 1986
Gegege no Kitarō: Gekitotsu!! Ijigen Yōkai no Daihanran Film 1986
Gegege no Kitaro: Jigoku Hen Fernsehserie, Fortsetzung 1988
Gegege no Kitarō Fernsehserie, Neuverfilmung 1996
Gegege no Kitarō: Daikaijū Film 1996
Gegege no Kitarō: Obake Nighter Film 1997
Gegege no Kitarō: Yōkai Tokkyū! Maboroshi no Kisha Kurzfilm 1997
Gegege no Kitarō Fernsehserie, Neuverfilmung 2007
Hakaba Kitarō Fernsehserie, Neuverfilmung 2008
Gegege no Kitarō: Nippon Bakuretsu!! Film 2008

Realverfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 erschien erstmals eine Realverfilmung des Stoffs unter dem Titel GeGeGe no Kitarō, der internationals als Kitaro vermarktet wurde. Ein zweiter Film mit dem Titel Kitarō and the Millennium Curse kam 2008 heraus. In beiden Filmen übernimmt Eiji Wentz die Hauptrolle.

Videospiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gegege no Kitarō: Yōkai Daimakyō für Famicom, 1986, Bandai
  • Gegege no Kitarō 2 für Famicom, 1987, Bandai
  • Gegege no Kitarō: Fukkatsu! Tenma Daiō für Super Famicom, 1993, Bandai
  • Gegege no Kitarō für Game Boy, 1996, Bandai
  • Gegege no Kitarō: Gentōkaikitan für Sega Saturn, 1996, Sega
  • Gegege no Kitarō: Yōkai Donjara für Super Famicom, 1996, Bandai
  • Gegege no Kitarō: Noroi no Nikuto Katachi Tachi für PlayStation, 1997, Bandai
  • Hissatsu Pachinkostation now 5 Gegege No Kitarō für PlayStation, 2000, Sunsoft
  • Gegege no Kitarō für Microsoft Windows, 2003, Unbalance
  • Gegege no Kitarō: Ibun Yōkaitan für PlayStation 2, 2003, Konami
  • Gegege no Kitarō: Kiki Ippatsu! Yōkai Rettō für Game Boy Advance, 2003, Konami
  • Gegege no Kitarō: Gyakushū! Yōkai Daichisen für PlayStation, 2003, Konami
  • Gegege no Kitarō: Yōkai Daiundōkai für Wii, 2007, Namco Bandai
  • Gegege no Kitarō als Pachinko-Automat von Sammy
  • Gegege no Kitarō: Yōkai Daigekisen für Nintendo DS, 2008, Bandai

Rezeption und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mangaserie wurde in Japan zum Bestseller und hat zugleich die klassischen japanischen Erzählungen und ihre mythologischen Wesen in den modernen Manga eingeführt. Kitarō folgten viele weitere Serien, die sich mit diesen Wesen beschäftigten.[1][4] Wegen der realistischen bis surrealen Darstellung der Bildhintergründe und der dazu in Kontrast stehenden stilisierten Figuren wird die Serie, trotz ihrer eher jungen Zielgruppe, auch der Gekiga-Bewegung zugeordnet.[5][2] Jason Thompson lobt in seiner Kritik die Mischung aus japanischer Folklore und verrückten Ideen des Künstlers selbst und die zwar erkennbar für Kinder, doch sehr gut und mit gewissem Pathos geschriebenen, rasant erzählten Geschichten. Noch besser als diese sei die zeichnerische Umsetzung des Kinder-Klassikers gelungen.[2] Frederik L. Schodt erklärt den Erfolg der Serie auch mit der Mischung aus Geistergeschichten und der Alltagswelt der Leser, die die Serie biete.[3] Masanao Amano beschreibt die Geschichten den Monsterjungen, der böse Monster zurechtweist als „Superhelden-Story der etwas anderen Art“.[6]

Auch die Verfilmungen als Fernsehserien waren bei Kindern sehr beliebt.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: GeGeGe no Kitarō – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nicolas Finet, Paul Gravett (Hrsg.) und Andreas C. Knigge (Übers.): 1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Zürich 2012, Edition Olms. S. 216.
  2. a b c d Jason Thompson: Manga. The Complete Guide. Del Rey, New York 2007, ISBN 978-0-345-48590-8, S. 121 f.
  3. a b Frederik L. Schodt: Dreamland Japan. Writings On Modern Manga. Stone Bridge Press, Berkeley 2002, ISBN 1-880656-23-X, S. 181.
  4. a b c Brigitte Koyama-Richard: One Thousand Years of Manga. Flammarion, Paris 2007, ISBN 978-2-08-030029-4, S. 212.
  5. Paul Gravett: Manga – Sechzig Jahre Japanische Comics. Egmont Manga und Anime, 2004. ISBN 3-7704-6549-0. S. 49.
  6. Masanao Amano: Manga Design. Taschen Verlag, Köln 2004, ISBN 3-8228-2591-3, S. 488.