Gebhard Fugel

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Gebhard Fugel
Selbstporträt, um 1912
Grab von Gebhard Fugel auf dem Waldfriedhof in München-Solln
Grundsteinlegung des Klosters Petershausen durch Bischof Gebhard von Konstanz, Gemälde von Gebhard Fugel, 1907
Gebhard Fugel: Erste Kreuzwegstation, St. Elisabeth, Stuttgart
Gebhard Fugel: Deckengemälde „Weltgericht“, 1921, Bad Wurzach-Hauerz
Erinnerungsbild Erstkommunion
14. März 1937
Das Heilige Abendmahl

Gebhard Fugel (* 14. August 1863 in Oberklöcken bei Oberzell, heute zu Ravensburg; † 26. Februar 1939 in München) war ein deutscher Maler. Er war auf christliche Motive spezialisiert; sein bekanntestes Werk ist das Jerusalem-Panorama in Altötting.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fugel wuchs in Oberschwaben auf und studierte ab 1879 an der Kunstschule Stuttgart (u. a. bei Alexander von Liezen-Mayer und Claudius Schraudolph d. J.). Er wandte sich schon während seiner Studienzeit christlichen Motiven zu, die er in einem realistischen, von der Historienmalerei und den Nazarenern beeinflussten Stil verwirklichte. Das 1884/1885 entstandene Bild Christus heilt Kranke wurde mit Erfolg im Münchner Kunstverein ausgestellt; in der Folge war er in Ausstellungen im In- und Ausland vertreten. 1890 zog Fugel nach München und gründete dort mit Kollegen die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst. In seinem Werk herrschten nun großformatige Wandgemälde in Kirchen und Altarbilder vor.

Sein 1902–1903 entstandenes, 1140 m² großes Rundgemälde zur Passion, das in einem eigens errichteten Gebäude in Altötting gezeigt wird, gehört zu den letzten erhaltenen Panoramen und ist in seiner religiösen Thematik ungewöhnlich für diese Kunstform, die ansonsten von historischen Motiven bestimmt ist. 1905 wurde Fugel zum „königlichen Professor“ ernannt.

Fugels Schulwandbilder, 136 Gemälde zu biblischen Themen, machten ihn auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, sie wurden auch als Illustrationen in Schulbibeln und anderen Büchern verwendet.

An Fugel erinnern Straßennamen in Ravensburg, Ravensburg-Oberzell, Weingarten, Friedrichshafen, Altötting und München-Menzing. Nach ihm ist der Gebhard-Fugel-Kunstpreis benannt. Fugels Grabstätte befindet sich auf dem Waldfriedhof Solln.[1]

Fugel war Ehrenmitglied der Katholischen Studentenverbindung Saxonia-München im KV.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wand- und Altarbilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jerusalem-Panorama Kreuzigung Christi, Altötting, Größe: 12 × 95 m, 1902–1903
  • 136 Gemälde zur Bibel, so genannte Schulwandbilder, 1908–1932 (Originale heute im Diözesanmuseum Freising)
  • 25 Entwürfe zur Apokalypse, 1933

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Baur: Der Kreuzweg von Gebhard Fugel. In: Archiv für christliche Kunst. 28. Jg. 1910, S. 4–8 (Digitalisat)
  • Ludwig Baur: Die Fugelschen Fresken in der kath. Stadtpfarrkirche zu Ravensburg. In: Archiv für christliche Kunst. 28. Jg. 1910, S. 65–66, 73–76, 81–82 und 92–95 (Digitalisat)
  • Oskar Döring-Dachau: Gebhard Fugel. In: Die christliche Kunst, 6. Jg. 1909–1910, VI. Heft (Februar 1910), S. 133–143 (Digitalisat)
  • Peter Eitel: Fugel, Gebhard. In: Maria Magdalena Rückert (Hrsg.): Württembergische Biographien unter Einbeziehung hohenzollerischer Persönlichkeiten. Band I. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-018500-4, S. 83–84.
  • Bernd Feiler: Der Blaue Reiter und der Erzbischof. Religiöse Tendenzen, christlicher Glaube und kirchliches Bekenntnis in der Malerei Münchens von 1911 bis 1925. Dissertation, LMU München, 2002 (Volltext), insbes. S. 200 ff.
  • Gabriele Koller: Das Jerusalem-Panorama Kreuzigung Christi in Altötting (Kunstführer; Nr. 2487). Schnell und Steiner, Regensburg 2002, ISBN 3-7954-6389-0.
  • Gabriele Koller (Hrsg.): Die Welt der Panoramen. Zehn Jahre Internationale Panorama-Konferenzen. Büro Wilhelm, Amberg 2003, ISBN 3-936721-08-4
  • Karl Muth: Von christlicher Malerei und ihren Schöpfern. In: Hochland – Monatsschrift für alle Gebiete des Wissens, der Literatur und Kunst. Kösel, Kempten und München, 4. Jg. 1906–1907, Band I, S. 60–66 (Digitalisat)
  • Walter Rothes: Gebhard Fugel. Eine Einführung in des Meisters Werk und Leben. Parcus & Co., München 1925.
  • Franz Schultheiß: Gebhard Fugel. Eine Lebens- und Künstlerskizze. Süddeutsche-Verlagsanstalt, Ulm 1920.
  • Gebhard Streicher (Hrsg.): Gebhard Fugel. Apokalypse. Ausstellung der Stadtgalerie Altötting. Büro Wilhelm, Amberg 2003, ISBN 3-936721-04-1
  • Franz Schiermeier: Panorama München. Illusion und Wirklichkeit. München als Zentrum der Panoramenherstellung. Franz Schiermeier Verlag, München 2010, ISBN 978-3-9813190-2-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Foto des Grabs
  2. siehe Abbildung
  3. siehe Abbildung
  4. siehe Abbildung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gebhard Fugel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien