Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz

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In Rheinland-Pfalz wurden seit der Gründung des Landes verschiedene Gebietsreformen durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt zwischen 1969 und 1974, jedoch fanden auch noch in den 1990er Jahren Änderungen auf Gemeindeebene statt, meistens wurden dabei kleinere Orte eigenständig. Dieser Artikel fasst diese Gebietsreformen zusammen, die die Städte und Gemeinden, die Verbandsgemeinden, die Landkreise und die Regierungsbezirke betrafen.

Erste Änderungsphase (1967 bis 1979)[Bearbeiten]

Regierungsbezirke[Bearbeiten]

Am 7. Juni 1969 wurde der Regierungsbezirk Montabaur aufgelöst und in den Regierungsbezirk Koblenz eingegliedert. Am selben Tag wurden die Regierungsbezirke Pfalz und Rheinhessen zum neuen Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz zusammengelegt. Der Regierungsbezirk Trier blieb nahezu unverändert. Am 1. Januar 2000 wurden schließlich alle Regierungsbezirke aufgelöst.

Verbandsgemeinden[Bearbeiten]

In den ehemals zur Rheinprovinz gehörigen Regierungsbezirken Koblenz und Trier gab es seit 1927 die aus den preußischen Bürgermeistereien entstandenen Ämter, in denen mehrere eigenständige Gemeinden verwaltungsmäßig zusammenschlossen waren. Die anderen Bezirke, die ehemals hessisch oder bayerisch waren, kannten so etwas nicht.

Im Rahmen der Funktional- und Gebietsreform wurden die Verbandsgemeinden geschaffen. Dafür wurden die 132 Ämter in den Regierungsbezirken Koblenz und Trier zum 1. Oktober 1968 in Verbandsgemeinden umgewandelt. In den übrigen Regierungsbezirken gab es zunächst bis zum 31. Dezember 1971 freiwillige Zusammenschlüsse, dadurch entstanden die Verbandsgemeinden Altenglan, Dudenhofen, Grünstadt-Land, Hahnstätten, Hochspeyer, Höhr-Grenzhausen, Kirchheimbolanden, Kusel, Landstuhl, Lauterecken, Offenbach an der Queich, Otterbach, Otterberg, Ramstein-Miesenbach, Ransbach-Baumbach, Rodalben, Schönenberg-Kübelberg, Waldmohr, Wirges und Wolfstein. Die übrigen Verbandsgemeinden wurden durch zwei Landesgesetze zum 22. April 1972 hin gebildet, ferner wurden auch einige der schon bestehenden Verbandsgemeinden verändert.

Änderungen auf Kreisebene[Bearbeiten]

Landkreis Ahrweiler[Bearbeiten]

Der Landkreis Ahrweiler blieb nahezu unverändert. Am 7. November 1970 wurde er um die Gemeinden der Verbandsgemeinde Brohltal (Brenk, Burgbrohl, Engeln, Galenberg, Glees, Hohenleimbach, Kempenich, Niederlützingen, Spessart, Wassenach, Wehr und Weibern) aus dem aufgelösten Landkreis Mayen vergrößert, gab aber gleichzeitig die Gemeinde Nohn an den Landkreis Daun ab.

Landkreis Altenkirchen[Bearbeiten]

Der Landkreis Altenkirchen erlebte nur eine geringfügige Änderung: Am 7. November 1970 wurde die Gemeinde Berod bei Hachenburg aus dem Oberwesterwaldkreis eingegliedert, dafür aber ein Gebietsteil der Gemeinde Rott an den Landkreis Neuwied abgegeben.

Landkreis Alzey-Worms[Bearbeiten]

Der Landkreis Alzey-Worms wurde am 7. Juni 1969 neu gebildet. Er umfasste alle nicht nach Worms eingegliederten Gemeinden des Landkreises Worms, den Landkreis Alzey bis auf die Gemeinden Frei-Laubersheim, Fürfeld, Neu-Bamberg und Tiefenthal sowie die Gemeinde Mauchenheim aus dem Landkreis Kirchheimbolanden. Am 16. März 1974 wurden die Gemeinden Dorn-Dürkheim und Wolfsheim an den Landkreis Mainz-Bingen abgetreten.

Landkreis Bad Dürkheim[Bearbeiten]

Der Landkreis Bad Dürkheim wurde am 7. Juni 1969 neu errichtet. Er umfasst den größten Teil des Landkreises Frankenthal (Pfalz) und die meisten Gemeinden des Landkreises Neustadt an der Weinstraße. Ferner erhielt er die Gemeinde Rodenbach aus dem Landkreis Kirchheimbolanden, die aber am gleichen Tag in die neue Gemeinde Ebertsheim aufging. Am 16. März 1974 wurde der Landkreis leicht verkleinert, als Duttweiler Stadtteil von Neustadt an der Weinstraße wurde.

Landkreis Bad Kreuznach[Bearbeiten]

Der Landkreis Bad Kreuznach (der bis zur Kreisreform Landkreis Kreuznach hieß) wurde nur in den Außengrenzen verändert. Per 7. Juni 1969 kamen die Gemeinden Frei-Laubersheim, Fürfeld, Neu-Bamberg und Tiefenthal aus dem Landkreis Alzey, die Gemeinden Biebelsheim, Bosenheim, Hackenheim, Ippesheim, Pfaffen-Schwabenheim, Planig, Pleitersheim und Volxheim aus dem Landkreis Bingen, die Gemeinden Becherbach (Pfalz), Gangloff und Reiffelbach aus dem Landkreis Kusel und die Gemeinden Altenbamberg, Callbach, Duchroth, Ebernburg, Feilbingert, Hallgarten, Hochstätten, Lettweiler, Oberhausen an der Nahe, Odernheim am Glan und Rehborn aus dem Landkreis Rockenhausen hinzu. Ferner wechselte die Gemeinde Kirnsulzbach aus dem Landkreis Birkenfeld nach Bad Kreuznach, wurde aber am gleichen Tag nach Kirn eingemeindet. Dafür verlor der Landkreis die Gemeinden Bingerbrück (und damit den Anschluss zum Rhein), Münster-Sarmsheim, Waldalgesheim und Weiler bei Bingerbrück an den Landkreis Mainz-Bingen, die Gemeinden Hoppstädten und Medard an den Landkreis Kusel und einen Gebietsteil der Gemeinde Daxweiler an den Rhein-Hunsrück-Kreis. Zum 7. November 1970 kamen noch die Bruschied, Kellenbach, Königsau, Schneppenbach und Schwarzerden aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis hinzu, während Genheim an die Gemeinde Waldalgesheim im Landkreis Mainz-Bingen verloren ging.

Landkreis Bernkastel-Wittlich[Bearbeiten]

Nachdem der Landkreis Wittlich bereits am 7. Juni 1969 Gebietsteile der Gemeinden Bengel und Reil an den Landkreis Cochem-Zell abtrat, ging dieser (ohne Gransdorf, Oberkail, Seinsfeld, Spangdahlem und Steinborn) am 7. November 1970 in den neuen Landkreis Bernkastel-Wittlich auf. Er erhielt außerdem den alten Landkreis Bernkastel, aber ohne Allenbach, Asbach, Bruchweiler, Hellertshausen, Kempfeld, Schauren, Sensweiler und Wirschweiler-Langweiler und den Gemeinden der Verbandsgemeinde Rhaunen (Bollenbach, Gösenroth, Hausen, Horbruch, Hottenbach, Krummenau, Lindenschied, Oberkirn, Rhaunen, Schwerbach, Stipshausen, Sulzbach, Weitersbach und Woppenroth). Auch ein Gebietsteil der Gemeinde Hontheim wurde an den Kreis Cochem-Zell abgegeben. Dafür kamen Beuren, Irmenach und Lötzbeuren aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, Breit, Büdlich, Heidenburg und Trittenheim aus dem Landkreis Trier-Saarburg sowie die Stadt Traben-Trarbach und der Gemeinden Burg, Enkirch, Starkenburg und Thalkleinich, die die Verbandsgemeinde Enkirch bildeten, aus dem Landkreis Zell hinzu.

Landkreis Birkenfeld[Bearbeiten]

Am 7. Juni 1969 wurde der ehemals zum Großherzogtum Oldenburg gehörige Landkreis Birkenfeld in seinen Außengrenzen verändert. Er verlor die Gemeinden Buborn, Deimberg, Grumbach, Hausweiler, Herren-Sulzbach, Homberg, Kappeln, Kirrweiler, Langweiler, Merzweiler, Niederalben, Niedereisenbach, Offenbach am Glan, Pfeffelbach, Reichweiler, Ruthweiler, Thallichtenberg, Unterjeckenbach und Wiesweiler an den Landkreis Kusel und die Gemeinde Kirnsulzbach an die Stadt Kirn im Landkreis Bad Kreuznach. Gleichzeitig kamen aber die Gemeinden Allenbach, Bollenbach, Gösenroth, Hausen, Horbruch, Hottenbach, Krummenau, Oberkirn, Rhaunen, Schwerbach, Stipshausen, Sulzbach und Weitersbach (Verbandsgemeinde Rhaunen) sowie Asbach, Bruchweiler, Hellertshausen, Kempfeld, Schauren, Sensweiler und Wirschweiler-Langweiler aus dem Landkreis Bernkastel zum Landkreis Birkenfeld, ebenso die Gemeinde Börfink-Muhl aus dem Landkreis Trier. Letztere verlor jedoch am 7. November 1970 den Ortsteil Muhl, der an die Gemeinde Neuhütten im Landkreis Trier-Saarburg ging.

Landkreis Bitburg-Prüm[Bearbeiten]

Der Landkreis Bitburg-Prüm entstand am 7. November 1970 aus dem bereits am 7. Juni 1969 um die bisher zum Landkreis Trier gehörigen Gemeinden Menningen und Minden vergrößerten Landkreis Bitburg und dem Landkreis Prüm, jedoch ohne Birresborn, Densborn, Duppach, Kopp, Mürlenbach, Oos, Hallschlag, Kerschenbach, Ormont, Reuth, Scheid, Schönfeld, Schüller, Stadtkyll und Steffeln, die an den Landkreis Daun gingen. Dafür erhielt er die Gemeinden Gransdorf, Oberkail, Seinsfeld, Spangdahlem und Steinborn aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich sowie die Gemeinden Eisenach, Gilzem und Orenhofen aus dem Landkreis Trier-Saarburg.

Am 1. Januar 2007 wurde der Landkreis Bitburg-Prüm in Eifelkreis Bitburg-Prüm umbenannt.

Landkreis Cochem-Zell[Bearbeiten]

Der Landkreis Cochem-Zell wurde am 7. Juni 1969 aus dem Landkreis Cochem und dem größten Teil des Landkreises Zell (Mosel) neu gebildet. Vom Landkreis Zell nicht in den neuen Landkreis kamen die Stadt Traben-Trarbach und die Verbandsgemeinde Enkirch, der die Gemeinden Burg, Enkirch, Starkenburg, Thalkleinich angehörten, sowie die Gemeinden Bärenbach, Belg, Beuren, Büchenbeuren, Hahn, Hirschfeld (Hunsrück), Irmenach, Lautzenhausen, Lötzbeuren, Niedersohren, Niederweiler, Raversbeuren, Rödelhausen, Sohren, Wahlenau und Würrich, also die Verbandsgemeinde Büchenbeuren ohne Altlay. Gleichzeitig wurden jedoch Gebietsteile von Bengel und Reil (Landkreis Wittlich) eingegliedert. Am 7. November 1970 kam ein Gebietsteil der Gemeinde Hontheim (Landkreis Bernkastel-Wittlich) hinzu, dafür wurde die Gemeinde Mastershausen an den Rhein-Hunsrück-Kreis abgegeben. Die letzte Veränderung erfolgte am 22. April 1972, als Gebietsteile der Gemeinde Burgen (Landkreis Mayen-Koblenz) dem Kreisgebiet zugeschlagen wurden.

Landkreis Daun[Bearbeiten]

Der Landkreis Daun wurde am 7. November 1970 vergrößert: Er erhielt die Gemeinden Arbach, Bereborn, Berenbach, Bodenbach, Bongard, Borler, Brück, Drees, Gelenberg, Gunderath, Höchstberg, Horperath, Kaperich, Kelberg, Kirsbach, Kötterichen, Kolverath, Lirstal, Mannebach, Mosbruch, Nitz, Oberelz, Reimerath, Retterath, Sassen, Uersfeld, Ueß und Welcherath (Verbandsgemeinde Kelberg) aus dem alten Landkreis Mayen, die Gemeinden Birresborn, Densborn, Duppach, Kopp, Mürlenbach, Oos, Hallschlag, Kerschenbach, Ormont, Reuth, Scheid, Schönfeld, Schüller, Stadtkyll und Steffeln aus dem alten Landkreis Prüm sowie die Gemeinde Nohn aus dem Landkreis Ahrweiler.

Seit dem 1. Januar 2007 heißt der Landkreis Daun Landkreis Vulkaneifel.

Donnersbergkreis[Bearbeiten]

Der Donnersbergkreis entstand am 7. Juni 1969 neu. Er umfasst den Landkreis Kirchheimbolanden bis auf Mauchenheim und die nach Ebertsheim eingemeindete Ortschaft Rodenbach sowie den Landkreis Rockenhausen bis auf Altenbamberg, Callbach, Duchroth, Ebernburg, Feilbingert, Hallgarten, Hochstätten, Lettweiler, Neuhemsbach, Oberhausen an der Nahe, Odernheim am Glan und Rehborn. Am 22. April 1972 verlor der Kreis die Gemeinde Sembach an den Landkreis Kaiserslautern, am 16. März gewann er die Gemeinden Rathskirchen, Reichsthal und Seelen vom Landkreis Kusel hinzu.

Landkreis Germersheim[Bearbeiten]

Der Landkreis Germersheim erlebte nur eine Veränderung: Am 16. März 1974 verlor er die Gemeinde Hayna an den Landkreis Landau-Bad Bergzabern, sie trat einen Tag später der Gemeinde Herxheim bei.

Landkreis Kaiserslautern[Bearbeiten]

Der Landkreis Kaiserslautern wuchs am 7. Juni 1969 um die Gemeinden Albersbach, Frankelbach und Kollweiler aus dem Landkreis Kusel sowie die Gemeinde Neuhemsbach aus dem Landkreis Rockenhausen, verlor aber gleichzeitig die Gemeinden Bettenhausen, Gimsbach, Matzenbach und Nanzdietschweiler an den Landkreis Kusel und einige weitere Gemeinden an die inmitten des Kreises gelegene Stadt Kaiserslautern. Am 22. April 1972 wechselte die Gemeinde Obernheim-Kirchenarnbach in den Landkreis Pirmasens, dafür kamen die Gemeinde Sembach aus dem Donnersbergkreis, die Gemeinde Miesau aus dem Landkreis Kusel, die gleichzeitig in die neue Gemeinde Bruchmühlbach-Miesau aufging, die Gemeinde Schopp aus dem Landkreis Pirmasens und die Gemeinden Lambsborn, Langwieden und Martinshöhe aus dem Landkreis Zweibrücken hinzu.

Landkreis Kusel[Bearbeiten]

Am 7. Juni 1969 verlor der Landkreis Kusel Becherbach/Pfalz, Gangloff, Reiffelbach, Roth und Schmittweiler an den Landkreis Bad Kreuznach sowie Albersbach, Frankelbach und Kollweiler an den Landkreis Kaiserslautern. Dafür kamen aus dem Landkreis Birkenfeld Pfeffelbach, Reichweiler, Ruthweiler, Thallichtenberg, Buborn, Deimberg, Grumbach, Hausweiler, Herren-Sulzbach, Homberg, Kappeln, Kirrweiler, Langweiler, Merzweiler, Niederalben, Niedereisenbach, Offenbach am Glan, Unterjeckenbach und Wiesweiler, aus dem Landkreis Bad Kreuznach Hoppstädten und Medard und aus dem Landkreis Kaiserslautern Bettenhausen, Gimsbach, Matzenbach und Nanzdietschweiler hinzu. Am 22. April 1972 wurde Miesau an den Landkreis Kaiserslautern abgegeben, da sie dort Ortsteil der neuen Gemeinde Bruchmühlbach-Miesau wurde. Am 16. März 1974 folgten Rathskirchen, Reichsthal und Seelen, die in den Donnersbergkreis wechselten.

Landkreis Landau-Bad Bergzabern[Bearbeiten]

Der Landkreis Landau-Bad Bergzabern entstand am 7. Juni 1969 aus den Landkreisen Landau in der Pfalz und Bergzabern, letzterer ohne Darstein, Dimbach, Lug, Schwanheim, Spirkelbach und Wilgartswiesen und einiger nach Neustadt an der Weinstraße und Landau in der Pfalz eingegliederter Gemeinden. Am 22. April 1972 wurde der Landkreis durch weitere Eingemeindungen nach Landau verkleinert, dafür erhielt er am 16. März 1974 die Gemeinde Hayna aus dem Landkreis Germersheim, die einen Tag später Ortsteil der Gemeinde Herxheim wurde.

Am 1. Januar 1978 erhielt der Kreis den neuen Namen Landkreis Südliche Weinstraße.

Landkreis Ludwigshafen[Bearbeiten]

Zum 7. Juni 1969 setzten sich die Landkreise Ludwigshafen am Rhein und Speyer sowie die Gemeinden Beindersheim, Bobenheim am Rhein, Großniedesheim, Heßheim, Heuchelheim bei Frankenthal, Kleinniedesheim, Lambsheim, Maxdorf und Roxheim/Pfalz aus dem Landkreis Frankenthal (Pfalz) und die Gemeinden Birkenheide und Rödersheim aus dem Landkreis Neustadt an der Weinstraße zu einem neuen Landkreis Ludwigshafen zusammen. Am 16. März 1974 verlor er die Gemeinde Ruchheim an die Stadt Ludwigshafen.

Seit 2004 heißt der Landkreis Rhein-Pfalz-Kreis.

Landkreis Mainz-Bingen[Bearbeiten]

Der Landkreis Mainz-Bingen wurde am 7. Juni 1969 neu gebildet. Er umfasst alle nicht nach Mainz eingegliederten Gemeinden des Landkreises Mainz und den Landkreis Bingen, jedoch ohne Biebelsheim, Bosenheim, Hackenheim, Ippesheim, Pfaffen-Schwabenheim, Planig, Pleitersheim und Volxheim. Dafür kamen die Gemeinden Bingerbrück, Münster-Sarmsheim, Waldalgesheim und Weiler bei Bingerbrück aus dem Landkreis Bad Kreuznach sowie die Stadt Bacharach und die Gemeinden Breitscheid, Manubach, Niederheimbach, Oberdiebach, Oberheimbach, Steeg und Trechtingshausen, die die Verbandsgemeinde Bacharach bildeten, aus dem Landkreis Sankt Goar hinzu. Am 7. November 1970 wurde die bisher zum Landkreis Bad Kreuznach gehörige Gemeinde Genheim nach Waldalgesheim eingemeindet, am 16. März 1974 kamen Dorn-Dürkheim und Wolfsheim aus dem Landkreis Alzey-Worms hinzu. Letztere Gemeinden gehörten aber schon 1972 den Verbandsgemeinden Guntersblum beziehungsweise Sprendlingen-Gensingen an.

Landkreis Mayen-Koblenz[Bearbeiten]

Am 7. Juni 1969 wurde der Landkreis Koblenz verändert: Er erhielt die Gemeinden Brey, Niederspay, Oberspay, Alken, Beulich, Brodenbach, Burgen, Dommershausen, Eveshausen, Macken, Morshausen, Niederfell, Nörtershausen und Oberfell aus dem Landkreis St. Goar sowie die Gemeinden Gondorf, Hatzenport, Kattenes, Lehmen und Löf aus dem Landkreis Mayen, verlor aber einige Gemeinden an die Stadt Koblenz. Am 7. November 1970 fusionierten die Landkreise Koblenz und Mayen schließlich zum Landkreis Mayen-Koblenz, allerdings nicht vollständig: Die Verbandsgemeinde Kelberg mit den Gemeinden Arbach, Bereborn, Berenbach, Bodenbach, Bongard, Borler, Brück, Drees, Gelenberg, Gunderath, Höchstberg, Horperath, Kaperich, Kelberg, Kirsbach, Kötterichen, Kolverath, Lirstal, Mannebach, Mosbruch, Nitz, Oberelz, Reimerath, Retterath, Sassen, Uersfeld, Ueß und Welcherath ging an den Landkreis Daun, die Gemeinden Brenk, Burgbrohl, Engeln, Galenberg, Glees, Hohenleimbach, Kempenich, Niederlützingen, Spessart, Wassenach, Wehr und Weibern (Verbandsgemeinde Brohltal) an den Landkreis Ahrweiler, die Gemeinden Beulich, Dommershausen, Eveshausen und Morshausen gingen zurück an den Rhein-Hunsrück-Kreis und weitere Gemeinden wurden Stadtteile von Koblenz. Am 22. April 1972 wurden Gebietsteile der Gemeinde Burgen an den Landkreis Cochem-Zell angegeben, dafür kam am 16. März 1974 die Gemeinde Stromberg aus dem Unterwesterwaldkreis hinzu, die gleichzeitig nach Bendorf eingemeindet wurde.

Landkreis Neuwied[Bearbeiten]

Der Landkreis Neuwied veränderte sich nur insofern, dass am 7. November 1970 ein Gebietsteil der Gemeinde Rott (Landkreis Altenkirchen) und die Gemeinde Marienhausen (Unterwesterwaldkreis) eingegliedert wurden.

Landkreis Pirmasens[Bearbeiten]

In zwei Phasen wurde das Gebiet des Landkreises Pirmasens verändert: Am 7. Juni 1969 erhielt er die Gemeinden Darstein, Dimbach, Lug, Schwanheim, Spirkelbach und Wilgartswiesen aus dem Landkreis Bergzabern, gab aber Wallhalben und Höhmühlbach (Eingemeindung nach Rieschweiler-Mühlbach) an den Landkreis Zweibrücken sowie weitere Gemeinden an die Stadt Pirmasens ab. Am 22. April 1972 erfolgte ein Gebietstausch mit dem Landkreis Kaiserslautern: Der Landkreis Pirmasens gab die Gemeinde Schopp ab, erhielt dafür Obernheim-Kirchenarnbach. Gleichzeitig wurde der Landkreis Zweibrücken aufgelöst. Nahezu das gesamte Kreisgebiet trat dem Landkreis Pirmasens bei, dies waren Althornbach, Battweiler, Bechhofen, Biedershausen, Bottenbach, Contwig, Dellfeld, Dietrichingen, Großbundenbach, Großsteinhausen, die Stadt Hornbach, Käshofen, Kleinbundenbach, Kleinsteinhausen, Knopp-Labach, Krähenberg, Maßweiler, Mauschbach, Reifenberg, Riedelberg, Rieschweiler-Mühlbach, Rosenkopf, Schmitshausen, Wallhalben-Oberhausen, Walshausen, Wiesbach und Winterbach (Pfalz). Pirmasens und Zweibrücken wurden wiederum vergrößert.

Seit dem 1. Januar 1997 trägt der Landkreis Pirmasens den Namen Landkreis Südwestpfalz.

Rhein-Hunsrück-Kreis[Bearbeiten]

Am 7. Juni 1969 entstand der neue Rhein-Hunsrück-Kreis aus dem Landkreis Simmern und dem Landkreis Sankt Goar ohne die Stadt Bacharach und ohne die Gemeinden Breitscheid, Manubach, Niederheimbach, Oberdiebach, Oberheimbach, Steeg, Trechtingshausen (Verbandsgemeinde Bacharach) sowie Brey, Niederspay, Oberspay, Alken, Beulich, Brodenbach, Burgen, Dommershausen, Eveshausen, Macken, Morshausen, Niederfell, Nörtershausen und Oberfell. Dafür kamen aus dem Landkreis Zell Bärenbach, Belg, Beuren, Büchenbeuren, Hahn, Hirschfeld (Hunsrück), Irmenach, Lautzenhausen, Lötzbeuren, Niedersohren, Niederweiler, Raversbeuren, Rödelhausen, Sohren, Wahlenau und Würrich (entspricht der Verbandsgemeinde Büchenbeuren, jedoch ohne Altlay), aus dem Landkreis Bernkastel Lindenschied und Woppenroth und aus dem Landkreis Bad Kreuznach ein Gebietsteil der Gemeinde Daxweiler hinzu. Am 7. November 1970 verlor der Rhein-Hunsrück-Kreis Bruschied, Kellenbach, Königsau, Schneppenbach und Schwarzerden an den Landkreis Bad Kreuznach sowie Beuren, Irmenach und Lötzbeuren an den Landkreis Bernkastel-Wittlich, dafür kamen Mastershausen aus dem Landkreis Cochem-Zell sowie Beulich, Dommershausen, Eveshausen und Morshausen aus dem aufgelösten Landkreis Koblenz hinzu. Letztere Gemeinden kehrten also nach einem Jahr in ihren „alten Landkreis“ zurück.

Rhein-Lahn-Kreis[Bearbeiten]

Der Rhein-Lahn-Kreis entstand am 7. Juni 1969 aus dem Zusammenschluss des Loreleykreises (bis 1961 Landkreis Sankt Goarshausen) und des Unterlahnkreises. Kreisstadt wurde Bad Ems, nachdem es in den beiden Vorgängerkreisen Sankt Goarshausen beziehungsweise Diez war. Am 16. März 1974 kam die Gemeinde Arzbach des Westerwaldkreises hinzu, die aber schon 1972 Teil der Verbandsgemeinde Bad Ems wurde.

Landkreis Trier-Saarburg[Bearbeiten]

Der Landkreis Trier-Saarburg entstand am 7. Juni 1969 aus den Landkreisen Trier und Saarburg, jedoch ohne Börfink-Muhl, Menningen und Minden sowie weiterer nach Trier eingegliederter Gemeinden. Am 7. November 1970 verlor der Landkreis Breit, Büdlich, Heidenburg und Trittenheim an den Landkreis Bernkastel-Wittlich sowie Eisenach, Gilzem und Orenhofen an den Landkreis Bitburg-Prüm, gewann dafür den Ortsteil Muhl der Gemeinde Börfink-Muhl aus dem Landkreis Birkenfeld zurück, welche gleichzeitig nach Neuhütten umgegliedert wurde.

Westerwaldkreis[Bearbeiten]

Der Oberwesterwaldkreis verlor am 7. November 1970 Berod bei Hachenburg an den Landkreis Altenkirchen (Westerwald), der Unterwesterwaldkreis am gleichen Tag die Gemeinde Marienhausen an den Landkreis Neuwied. Drei Gemeinden wechselten vom Ober- in den Unterwesterwaldkreis: Am 7. November 1970 Düringen und am 29. Januar 1971 Niedersayn und Sainerholz. Am 16. März 1974 fusionierten Ober- und Unterwesterwaldkreis schließlich zu einem neuen Landkreis Westerwald, dessen Name schon am 1. August des gleichen Jahres in Westerwaldkreis umgeändert wurde, bis auf zwei Gemeinden: Arzbach wechselte in den Rhein-Lahn-Kreis, Stromberg wurde nach Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz eingemeindet.

Änderungen auf Gemeindeebene[Bearbeiten]

Kreisfreie Städte[Bearbeiten]

Bei der Gebietsreform wurden die meisten der zwölf kreisfreien Städte in ihren Außengrenzen verändert, jedoch verlor keine von ihnen ihre Kreisfreiheit. Als einzige kreisfreie Stadt blieb Speyer von der Gebietsreform unangetastet.

Kreisangehörige Gemeinden (Auswahl)[Bearbeiten]

Neubildungen von Gemeinden[Bearbeiten]

Anders als in anderen Ländern erhielt eine neu gebildete Gemeinde nur in seltenen Fällen einen völlig neuen Namen. Wenn dies der Fall war, erhielt diese Gemeinde meistens einen Doppelnamen. In der nachfolgenden Liste sind diese Neubildungen mit neuem Namen aufgeführt, sortiert von Norden nach Süden. Nicht aufgeführt sind geringfügige Änderungen wie zum Beispiel von Becherbach/Pfalz zu Becherbach oder von Reichenbachsteegen zu Reichenbach-Steegen.

Gebietsänderungen 1980 bis 2008[Bearbeiten]

In den Jahren nach 1980 fanden einige Gebietsänderungen auf kleiner Ebene statt, meistens erlangte eine kleine Ortschaft die politische Eigenständigkeit.

  • Am 17. Juni 1989 wurden nach Unstimmigkeiten die Gemeinde Wieslautern aufgelöst und die Gemeinden Bruchweiler-Bärenbach und Bundenthal wiederhergestellt.
  • Am 1. Juli 1991 fusionierten Balduinstein und Schaumburg zur neuen Gemeinde Balduinstein. Schaumburg war mit damals nur zwei Einwohnern die kleinste Gemeinde des Landes.
  • Am 1. Januar 1994 wurde der Gutsbezirk Baumholder aufgelöst. Der größte Teil ging an die Stadt Baumholder, aber auch andere umliegende Gemeinden erhielten einige Flurstücke. Bereits am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Zaubach eingegliedert, die mittlerweile gerodet wurde.
  • Ebenfalls am 1. Januar 1994 wurden die Gemeinde Elbingen-Mähren aufgelöst und Elbingen und Mähren zwei eigenständige Gemeinden.
  • Per 12. Juni 1994 wurde Hatzenport, welches vorübergehend zu Löf gehörte, wieder eine eigenständige Gemeinde
  • Ebenfalls am 12. Juni 1994 wurde die zu diesem Zeitpunkt 23 Einwohner zählende Ortschaft Merkeshausen nach Oberpierscheid eingegliedert.
  • Zum 1. April 1994 wurde die alte Gemeinde Welling aufgelöst. Die beiden Orte Trimbs und Welling wurden zwei eigenständige Gemeinden.
  • Am 13. September 1999 erhielt die bisher zu Oberwesel gehörende Ortschaft Urbar ihre politische Eigenständigkeit.
  • Am 1. Januar 2003 wurde Burscheid nach Berkoth eingemeindet.
  • Mit dem 12. Juni 2004 wurde die bisher zu Laubach gehörende Ortschaft Leienkaul eine eigenständige Gemeinde.

Zweite Änderungsphase (seit 2009)[Bearbeiten]

Aktuell ist eine weitere Gebietsreform in Gange, durch diese sollen Verbandsgemeinden 12.000 Einwohner umfassen, Ausnahmen gelten bei einer Fläche von mehr als 100 Quadratkilometern und mehr als 15 Ortsgemeinden. Auch sollen verbandsfreie Gemeinden in Zukunft mindestens 10.000 Einwohner umfassen. Bereits durchgeführt wurden:

Am 1. Juli 2014 umgesetzt wurden:

Für den 1. Januar 2017 geplant ist:

Für den 1. Juli 2019 geplant ist:

Siehe auch[Bearbeiten]

Verbandsgemeinde (Rheinland-Pfalz)

Weblinks[Bearbeiten]