Geburtshaus

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Dieser Artikel behandelt das Geburtshaus als außerklinische Einrichtung, zu bekannten Geburtshäusern berühmter Personen siehe Liste von Geburtshäusern berühmter Personen.

Ein Geburtshaus ist eine von Hebammen betriebene selbständige und außerklinische Einrichtung zur Betreuung von Geburten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Geburtshaus in Deutschland wurde 1985 in Gießen von der Lehrhebamme Dorothea Heidorn eröffnet, 2005 existierten rund einhundert Geburtshäuser in Deutschland.

Ziele und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel eines Geburtshauses ist es, Schwangere und Paare während der Schwangerschaft, der Geburt und der ersten Zeit mit dem Säugling umfassend und persönlich zu begleiten. Es grenzt sich damit bewusst von Kliniken ab und will Frauen dabei unterstützen, bewusst, selbstbestimmt und seelisch und geistig gesund mit ihrer Schwangerschaft, der Geburt und ihrem Neugeborenen umzugehen. Die Betreuung wird durch Hebammen und andere Berufsgruppen geleistet.[1]

Geburtshilfliche Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Geburtshäuser bieten Informationsveranstaltungen, Geburtsvorbereitung, Kurse in offenen oder geschlossene Gruppen, Vorbereitung zum Leben mit Kindern usw. In den meisten Geburtshäusern kann nur ambulant unter der Leitung einer Hebamme entbunden werden, d. h. nach einem normalen Geburtsverlauf kehren Mutter und Kind bereits nach wenigen Stunden in die eigene Wohnung zurück und werden in der Folgezeit von der Nachsorgehebamme betreut. Einige Geburtshäuser bieten aber auch stationäre Betreuung im Wochenbett bis zu sechs Tagen an. Viele Geburtshäuser bieten nach der Geburt Rückbildungsgymnastik, Stilltreffs, Krabbelgruppen und anderes an.

Kostenübernahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während bei einer Geburt im Krankenhaus alle Kosten, auch eines längeren stationären Aufenthalts erstattet werden, wird zwar eine Geburt im Geburtshaus getragen, jedoch werden Kosten für verbrauchte Materialien und stationäre Aufenthalte nur nach Kulanz der Krankenkasse übernommen. In einem Fall musste, nach einem Gerichtsbeschluss, auch der Aufenthalt nach der Geburt von den Krankenkassen übernommen werden.[2]

Besondere Risiken einer Geburt im Geburtshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, ob die Geburt in einem Geburtshaus größere oder geringere Risiken birgt als eine Geburt in der Klinik. Studien belegen für Geburten ohne besonderes Risiko keinen signifikanten Unterschied zwischen Hausgeburten und Klinikgeburten. Bei Geburtshäusern sind keine zusätzlichen Risikofaktoren bekannt.[3]

Organisation von Geburtshäusern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Netzwerk von Geburtshäusern hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Idee der natürlichen Geburt zu fördern, in der Öffentlichkeit darzustellen, eine Qualitätssicherung aufzubauen und auch gegenüber den Krankenkassen und dem Gesetzgeber zu vertreten. Das Netzwerk vertritt jedoch lediglich dessen Mitglieder und nicht alle Geburtshäuser Deutschlands.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christine Trompka: Hausgeburt und Gebären im Geburtshaus. Murnau 2011, ISBN 978-3-00-034609-5
  • Kenneth C. Johnson und Betty-Anne Daviss: Outcomes of planned home births with certified professional midwives: large prospective study in North America. In: BMJ 2005;330:1416 (18 June). doi:10.1136/bmj.330.7505.1416.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Netzwerk-Geburtshäuser
  2. Aktenzeichen L-1/Kr-586/89 vom 16. Dezember 1993, Hessisches Landessozialgericht Darmstadt
  3. Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG) e.V.
  4. Homepage Netzwerk-Geburtshäuser

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Geburtshaus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen