Gedächtnis der Schmerzen Mariens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Mutter Gottes von Warfhuizen

Gedächtnis der Schmerzen Mariens (von lat. Beatae Mariae Virginis Perdolentis, „allerseligste, schmerzensreiche Jungfrau Maria“, früher Septem Dolorum Beatæ Mariæ Virginis) ist ein Gedenktag im Kirchenjahr der römisch-katholischen Kirche, der am 15. September begangen wird. Der Gedenktag hat eine eigene Sequenz, das Stabat mater. Die Ikonographie stellt Maria als Mater Dolorosa („Schmerzensmutter“) dar.

Das Fest im liturgischen Kalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gedenktag der Schmerzen Mariens folgt unmittelbar auf das Fest der Kreuzerhöhung am 14. September und steht zu ihm in innerer Beziehung. Wird an Kreuzerhöhung verehrend auf das Kreuz Jesu Christi als Siegeszeichen und Baum des Lebens geblickt, so wird am Tag darauf das Mitleiden Marias als Mutter und Verkörperung der Kirche und Vorbild für alle Glaubenden gepriesen.

Die vorkonziliare Bezeichnung dieses Gedenktags war sieben Schmerzen Mariens, wobei die Zahl Sieben eine Totalität bezeichnete, in der Volksfrömmigkeit aber auch mit einzelnen Lebensstationen Marias verbunden wurde. Die sieben Schmerzen Mariens sind der Gegenpol zu den sieben Freuden, deren früher am Gedenktag Maria Lätitia[1] gedacht wurde.

Der 15. September mit dem Gedächtnis der sieben Schmerzen Mariens, wurde 1814 von Papst Pius VII. für die Gesamtkirche eingeführt, nachdem es schon seit 1667 vom Servitenorden gefeiert worden war. Bis zur Liturgiereform wurde auch am Freitag nach dem Passionssonntag ein Fest der sieben Schmerzen Mariä begangen; bis auf die Collecta war das Messformular identisch. Die Feier in der Passionswoche wurde von Papst Benedikt XIII. 1727 vorgeschrieben. Seit 1423 ist der vierte Freitag nach Ostern das historische Kalenderdatum, an dem das Fest als sogenanntes Kompassionsfest, das Fest der „Betrübnis und Schmerzen Mariens unter dem Kreuz“, in der katholischen Kirche gefeiert wird.

Im Jahr 1927 wurde durch das päpstliche Dekret Celebre apud Slovaccham gentem die Muttergottes von den sieben Schmerzen zur Patronin der Slowakei erklärt. Der 15. September ist daher ein Feiertage in der Slowakei.

Die sieben Schmerzen Mariens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria, umgeben von Darstellungen der sieben Schmerzen

Die sieben Schmerzen Mariens sind:

  1. Darstellung Jesu im Tempel mit Weissagung Simeons (Lk 2,34-35 EU)
  2. Flucht nach Ägypten vor dem Kindermörder Herodes (Mt 2,13-15 EU)
  3. Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lk 2,43-45 EU)
  4. Jesus begegnet seiner Mutter
  5. Kreuzigung und Sterben Christi (Joh 19,17-39 EU)
  6. Kreuzabnahme und Übergabe des Leichnams an Maria (Beweinung Christi) (Mt 27,57-59 EU)
  7. Grablegung Christi (Joh 19,40-42 EU)

Die Schmerzen Mariens bestehen zum einen im Mitleiden bei der Passion des Sohnes. Nach dem Bericht des Johannesevangeliums steht sie unter dem Kreuz. Eine der Stationen der Kreuzwegandacht ist die Begegnung Jesu mit seiner Mutter auf dem Weg nach Golgota. Eines der häufigsten christlichen Bildmotive überhaupt ist das Vesperbild, die Pietà: Nach der Kreuzabnahme hält Maria den Leichnam ihres Sohnes in den Armen. Hier besonders ist Maria Identifikationsfigur für Leidende und Trauernde.

Die Schmerzen Mariens umfassen aber auch die Entfremdung von ihrem unbegreiflichen Sohn. Schon der Zwölfjährige trennt sich nach dem Bericht des Lukasevangeliums in Jerusalem von seinen Eltern, um im Tempel, dem Haus seines Vaters zu bleiben (Lk 2,41ff EU). Bei der Hochzeit zu Kana stößt Jesus Maria brüsk zurück, als sie ihn auf den Weinmangel aufmerksam macht (JohEU). Und als sie mit mehreren Familienangehörigen nach ihm fragt, während er öffentlich lehrt und heilt, lässt er keine andere Familienzugehörigkeit gelten als die durch den Gehorsam gegen Gottes Willen vermittelte (Lk 8,19-21 EU). Bemerkenswert ist, dass Maria sich von all dem nicht abschrecken lässt, sondern bei ihren Urworten bleibt: Mir geschehe nach deinem Wort (Lk 1,38 EU) und: Was er euch sagt, das tut (Joh 2,5 EU).

Patrozinium und Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Schmerzen Mariae sind eine Reihe von Gotteshäusern geweiht, darunter die Wallfahrtskapelle Nüchternbrunn im oberbayerischen Warngau. Zu ihr findet alljährlich am 15. September eine Wallfahrt statt. Ein Stationenweg mit bildlicher Darstellung der sieben Schmerzen Mariens wurde 1908 am Weg zur Kapelle Maria im Schnee in Aachen-Kornelimünster errichtet. Auch bei der Sieben-Schmerzen-Kapelle in Gelsenkirchen-Buer befindet sich seit 2008 ein Stationenweg mit Stelen zu den Sieben Schmerzen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maria - Lätitia - „sieben Freuden Marias“, heiligenlexikon.de
  2. Beschreibung und Bilder