Gedächtniszelle

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Gedächtniszellen sind Zellen des Immunsystems. Sie sind verantwortlich für das immunologische Gedächtnis im Organismus höherer tierischer Spezies. Man unterscheidet T-Gedächtniszellen und B-Gedächtniszellen. Bei diesen handelt es sich um spezialisierte B-Zellen, die bei erneuten Kontakt mit demselben Antigen sofort aktiviert werden und innerhalb weniger Stunden eine Immunantwort auslösen. Durch das schnelle Auslösen einer Immunantwort nach einer Infektion mit einem Pathogene (Krankheitserreger) kann eine symptomatische Infektionskrankheit oder deren schwerer Verlauf verhindert werden.

Auch T-Lymphozyten können nach ihrer Aktivierung zu T-Gedächtniszellen, differenzieren.

Thukydides erkannte in der westlichen Welt als erster, dass eine überstandene Krankheit ein immunologisches Gedächtnis hervorrufen kann:[1]

«δὶς γὰρ τὸν αὐτόν, ὥστε καὶ κτείνειν, οὐκ ἐπελάμβανεν.»

„[Z]weimal nämlich ergriff [die Krankheit] denselben, so dass sie ihn auch getötet hätte, nicht.“

Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges, Buch II, 51.6[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Immunologisches Gedächtnis nach ausgeheilter Sars-CoV-2-Infektion. (Studie von Wissenschaftler*innen des Universitätsklinikums Freiburg in Nature Medicine erschienen / Erkenntnisse machen Hoffnung für Impfstoff-Entwicklung). In: Website des Universitätsklinikums »Wir überwinden Grenzen«. Universitätsklinikum Freiburg, 12. November 2020, abgerufen am 7. November 2021 (Bisher war unklar, ob eine überstandene SARS-CoV-2-Infektion bzw. eine COVID-19-Erkrankung zu einem anhaltenden immunologischen Gedächtnis führt, das vor einer erneuten Infektion schützen kann. Ein Forscherteam am Universitätsklinikum Freiburg konnte jetzt zeigen, dass nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion Immunzellen gebildet werden, die im Körper verbleiben. Diese können bei einer erneuten Infektion mit dem neuartigen Coronavirus eine schnelle Immunantwort vermitteln, die den menschlichen Organismus vor einem schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung schützen kann. Die Freiburger Studie wurde am 12. November 2020 in der Online-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. → Quelle: ebenda).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles A. Janeway jr. u. a.: Immunologie. 5. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag GmbH, Heidelberg, Berlin 2002, ISBN 3-8274-1078-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Francesco M. Galassi, Luigi Ingaliso, Elena Varotto: The Covid-19 pandemic as a communication responsibility and opportunity for paleopathology. In: Flinders University. Juni 2020, abgerufen am 3. Mai 2021 (englisch).
  2. Ιστορία του Πελοποννησιακού Πολέμου/Β