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Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem

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Tizian: Darstellung Mariens im Tempel; Venedig, Accademia

Der Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem im liturgischen Jahr der römisch-katholischen Kirche (auch Mariä Tempelgang, Mariä Opferung oder Darstellung Mariens im Tempel genannt, lateinisch Praesentatio Beatae Mariae Virginis), in den Ostkirchen Einzug in den Tempel unserer Herrin, der Gottgebärerin und ewigjungfräulichen Maria, ist ein Mariengedenktag.

Kerzen vor dem Altarbild der Darstellung Mariens im Tempel in Santa Maria della Salute in Venedig, 21. November 2008

Ursprünglicher Festinhalt ist die im apokryphen Jakobusevangelium überlieferte Legende von der Darbringung der dreijährigen Maria im Jerusalemer Tempel als Jungfrau durch ihre Eltern Joachim und Anna.[1]

Festdatum ist der 21. November. In denjenigen Ostkirchen, die dem julianischen Kalender folgen, fällt dieser Tag auf den 4. Dezember des gregorianischen Kalenders.[2]

Im Osten wird dieses Fest seit dem 6. Jahrhundert begangen. Die römisch-katholische Kirche übernahm das Fest, nachdem es lange abgelehnt worden war, im 14. Jahrhundert unter dem Namen Praesentatio Beatae Mariae Virginis, deutsch meist mit Mariä Opferung wiedergegeben. Es wurde 1371 von Papst Gregor XI. in Avignon und 1472 von Papst Sixtus IV. für die gesamte katholische Kirche festgeschrieben.[3]

Die Liturgiereform bestimmte den 21. November als den Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem. Schon in der Darstellung des Lukasevangeliums ist Maria Urbild und vollkommene Verkörperung der Tochter Zion, als Bild Jerusalems und des Volkes Israel in seinem Leiden, seiner Hoffnung und seinem Glauben. Indem sie Mutter des Gottessohnes wird, ist sie zugleich der neue Tempel oder Tabernakel und Mutter und Lebensquelle der Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil hat diese enge Verbindung zwischen Maria und dem Geheimnis der Kirche dadurch zum Ausdruck gebracht, dass es die Darlegungen über die Gottesmutter zum Abschluss der Konstitution über die Kirche Lumen gentium machte. Am 21. November 1964 verkündete Papst Paul VI. vor der Konzilsversammlung feierlich das marianische Attribut Mutter der Kirche.

Unsere Liebe Frau in Jerusalem ist die Patronin der Schwestern Unserer Lieben Frau von Sion und der Brüder Unserer Lieben Frau von Sion.

Commons: Mariä Tempelgang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Jakobusevangelium. In: www.jakobus-weg.de. Archiviert vom Original am 27. Mai 2016; abgerufen am 31. Dezember 2025.
  2. Das Synaxarion. Dt. Kurzfassung Auflage. 1: September bis Februar. Kloster des Hl. Johannes des Vorläufers, Chania (Kreta) 2005, ISBN 978-960-88698-1-3, S. 358 ff.
  3. Maria Opferung. In: Lexikon Mariengedenktag. Abgerufen am 31. Dezember 2025.