Gedore

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Gedore Werkzeugfabrik GmbH & Co. KG
Logo GEDORE RGB Blue.jpg
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1919
Sitz Remscheid, Deutschland
Leitung Karen Dowidat, Michael Eckert, Suzanne Wahab, Chris Metzler[1]
Mitarbeiter 2.500[2]
Umsatz 220 Mio. €[3]
Branche Werkzeughersteller
Website www.gedore.com

Die Gedore Werkzeugfabrik GmbH & Co. KG (Eigenschreibweise: GEDORE) ist ein Remscheider Hersteller von Handwerkzeugen mit weltweitem Vertrieb. Die Gedore-Gruppe ist mit rund 16.000[2] Produkten einer der weltgrößten Werkzeughersteller[4][5] und zählt mit ihren Tochterunternehmen 2500 Beschäftigte,[2] davon rund 1.200 in Deutschland. Im Remscheider Stammwerk, wo noch heute die Konzernzentrale angesiedelt ist, von der aus die Tochterunternehmen geleitet werden, sind 720 Mitarbeiter beschäftigt. Der Name Gedore entstand als Akronym für Gebrüder Dowidat Remscheid.

Gedore hatte große Bedeutung als Arbeitgeber in Remscheid. In der näheren Umgebung des Stammwerkes in Remscheid-Lüttringhausen sind die Karl-Dowidat-Straße[6] und die Dowidatsiedlung[7] nach der Firma bzw. ihren Gründern benannt. Hier befinden sich größtenteils Werkswohnungen des Unternehmens. Auch die Bushaltestelle des ÖPNV vor dem Werk trägt die Bezeichnung Gedore. Das Gedore-Werk in Birkfeld/Österreich befindet sich an der Gedore-Straße.

Seit 2016 gibt es drei Marken:

  • Gedore: Premium-Marke für qualitativ hochwertige Werkzeuge
  • Carolus: solides Werkzeug im mittleren Preissegment[8]
  • Ochsenkopf: traditionsreiche Premium-Marke für Forstwerkzeuge[9]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werkzeugfabrik wurde 1919 von den drei Brüdern Otto, Karl und Willi Dowidat gegründet. Nahezu ohne Kapital begannen sie mit der Herstellung von verstellbaren Schraubenschlüsseln, Locheisen und anderen Handwerkzeugen.

1926 reichten die vorhandenen Räume nicht mehr aus und es erfolgte der Umzug nach Remscheid-Lüttringhausen, wo sich noch heute das Stammwerk von Gedore befindet.

Mit dem Aufschwung der Motorisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und mit dem Aufbau eines eigenen Exportnetzes stieg die internationale Bedeutung von Gedore.

Von Kriegszerstörungen blieb Gedore in Remscheid weitgehend verschont. Bald nach Kriegsende wurde die Produktion in kleinem Umfang wieder aufgenommen. Durch Familienstreitigkeiten kam es zu einer Aufspaltung der Firma in Gedore unter Otto Dowidat und die Dowidat-Werke unter Willi Dowidat. Der dritte Bruder Karl war bereits 1933 verstorben.

In der Nachkriegszeit wuchs Gedore im Stammwerk Remscheid-Lüttringhausen auf 720 Mitarbeiter. Nach dem Tode des Firmengründers Otto Dowidat 1975 übernahm dessen Sohn Karl die Unternehmensleitung, anschließend dessen Tochter Karen Dowidat. 2013 wurde der Vorsitz der Geschäftsführung von einem Familienfremden übernommen; Karen Dowidat blieb Teil der Geschäftsleitung.[10]

Erweiterungen und Zukäufe im Inland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb Deutschlands begann die Ausdehnung von Gedore 1961. Durch den Arbeitermangel im Bergischen Land begann die Suche nach Regionen mit ausreichend Facharbeitern. Fündig wurde man im Städtchen Waldkirchen, im Bayerischen Wald in der Nähe von Passau. Mit der Zeit wuchs das Waldkirchener Werk auf heute 200 Mitarbeiter an. Produziert werden hier vorwiegend Schraubenschlüssel kleinerer Schlüsselweiten. 1972 wurde mit der Firma Richard Abraham Herder (RAHSOL, Solingen) ein Unternehmen übernommen, das sich auf die Fertigung von Drehmomentwerkzeugen spezialisiert hat. 2016 wurde der Name zu GEDORE TorqueTech GmbH geändert.

1985 erfolgte der Einstieg bei Hermann Bremer (HABERO) in Wuppertal, ein Hersteller von Hämmern und Meißeln. 1993 wurde die Firma METEC in Ostdeutschland gegründet und aufgebaut. Hier produzierten ca. 90 Mitarbeiter Werkstattwagen und Werkstatteinrichtungen, bis Metec 2012 aus der Gedore-Gruppe ausschied. 1994 wurden die Remscheider Unternehmen DAKO (Rohrwerkzeuge) und KRUMM (Abzieherwerkzeuge und Schmiedeteile) übernommen.

Im Jahr 2002 wurden die Firmen Carolus, Ochsenkopf und Klann in die Gedore-Gruppe integriert. Ochsenkopf war ein über 225 Jahre alter Hersteller von Forstwerkzeugen (Beile und Äxte) aus Wuppertal-Cronenberg. Die Firma Klann Spezial-Werkzeugbau aus Donaueschingen ist spezialisiert auf Werkzeuge für den Kfz-Bereich. Mit Klann kamen auch die Auslandsniederlassungen von Klann in den USA und Frankreich hinzu.

2007 erfolgte die Gründung der Gedore Tool Center KG am Hauptsitz in Remscheid. Sie wurde mit der Funktion eines Zentrallagers und einer Vertriebsplattform in die Gedore-Gruppe integriert.

2008 erfolgt die Übernahme der Firma Lösomat Schraubtechnik Neef in Vaihingen an der Enz. Das Unternehmen im Bereich der Hochmoment-Schraubtechnik verfügt mit 44 Mitarbeitern über eine eigene Entwicklungsabteilung und eine hohe Fertigungstiefe von über 90 %.

Expansion im Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste ausländische Vertriebsniederlassung, Technag B.V., wurde schon 1958 in den Niederlanden gegründet. Einfuhrverbote einiger Staaten sowie der weit verbreitete Fach- und auch Hilfsarbeitermangel führten bei Gedore seit den sechziger Jahren zur Eröffnung ausländischer Produktionsstätten. Im Ausland zu investieren galt zur damaligen Zeit als ungewöhnlich in der Werkzeugindustrie. Die ersten Produktionsstätten waren Gedore Südafrika (GSA) sowie Brasilien (Gedore do Brasil). 1972 wurde die GEDORE Austria mit Fertigung in Birkfeld/Steiermark aufgebaut. Hier produzieren 120 Mitarbeiter das gesamte Zangenprogramm. Ende der achtziger Jahre wurde die schweizerische Vertriebszentrale Omnitool aufgebaut. Zwei Jahre darauf, 1990, wurde Gedore auf dem englischen Markt aktiv und gründete die dortige Vertriebsniederlassung L.J. Hydleman. 1996 kam der osteuropäische Markt hinzu, Gedore Polska (Vertrieb) wurde gegründet. 1998 erfolgte mit der türkischen Niederlassung Altas in Istanbul der Schritt auf den türkischen Markt. Im selben Jahr wurde die Präsenz in Osteuropa erhöht, die russische Vertriebsniederlassung OOO Gedore Moskau wurde eröffnet. 1999 wurde die englische MHH Torqueleader, spezialisiert auf die Herstellung von Drehmomentwerkzeugen und Testgeräten, in die Gedore-Gruppe eingegliedert. Durch die Übernahme des Spezialwerkzeugherstellers Klann aus Donaueschingen gelangen auch die Klann-Auslandsniederlassungen, Klann France und Klann USA in den Besitz der Gedore-Gruppe. 2005 wurde die spanische Vertriebsniederlassung Gedore Iberica gegründet; ein Jahr später (2006) wagte man mit der Gründung der chinesische Vertriebsniederlassung Gedore Shanghai den Schritt auf den asiatischen Markt. 2008 folgte die Vertriebsgesellschaft Gedore Tools (Beijing), im Sommer 2009 die US-amerikanische Vertriebsgesellschaft Gedore Tools in North Charleston. Mit dem Start der Vertriebsgesellschaft GEDORE Tools Inc. wird das globale Netzwerk ausgebaut. 2010 folgte die Gründung der Vertriebsgesellschaft Gedore Nordic in Kolding, Dänemark.

Mit Ausnahme der Zangenproduktion in Österreich, die alle Märkte bedient, produzieren alle ausländischen Werke nur für deren heimische Märkte. Die österreichische Niederlassung erhielt im Jahr 1981 als Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen Österreichs im Geschäftsverkehr verwenden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gedore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. gedore.com: Impressum
  2. a b c gedore.com: Unternehmen
  3. handling.de:
  4. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  5. Das manager magazin führt GEDORE in ihrer „Hitliste: Deutschlands 1000 Weltmarktführer“ auf Platz 402, abgelesen 11-04-19.
  6. Karl-Dowidat-Straße In: Reem Ouis: Bekannte Persönlichkeiten sind Namensgeber zahlreicher Straßen: Who is who? In: 90 Jahre Heimatbund, Sonderveröffentlung des Lüttringhauser Anzeigers, S. 32 (PDF; 7,1 MB)
  7. Dowidatsiedlung In: Reem Ouis: Bekannte Persönlichkeiten sind Namensgeber zahlreicher Straßen: Who is who? In: 90 Jahre Heimatbund, Sonderveröffentlung des Lüttringhauser Anzeigers, S. 30 (PDF; 7,1 MB)
  8. carolus
  9. Ochsenkopf
  10. Artikel im Remscheider General-Anzeiger