Geek

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Der Umgang mit mathe­matischen und natur­wissen­schaftlichen Themen gilt als typisch für den Geek: Autoaufkleber mit den ersten Ziffern der Zahl Pi; Anklänge von Leetspeak beim Kennzeichen

Geek [giːk] (engl. umgangssprachlich für „Streber“, „Stubengelehrter“) bezeichnet heute allgemein eine Person, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen oder fiktionalen Themen auszeichnet, die üblicherweise elektronischer (vgl. Computerfreak) oder phantastischer Natur sind. Seiner Herkunft nach bezog sich der Begriff ursprünglich auf Menschen, die durch absonderliche Taten auffällig waren (vgl. Freak).

Wortgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das englische Wort geek (vom mittelniederdeutschen Wort „Geck“[1]) bezeichnete in den Vereinigten Staaten im 19. und frühen 20. Jahrhundert Menschen, die im Rahmen von Sideshows auf Jahrmärkten und in Zirkussen lebendigen Tieren den Kopf abbissen. „Geek“ stand in diesem Zusammenhang für eine durch absonderliche Taten auffällige Person.

Das deutsche Wort „Geck“ bezeichnet einen Narren oder Toren mit unstetem, flatterhaftem Verhalten, vergleiche „Jeck“ im Kölschen und gek im Niederländischen. „Geck“ bezeichnete ursprünglich einen geistig Behinderten und bezieht sich auf die Laute eines solchen. Später bezog sich „Geck“ auf den übertrieben modisch gekleideten oder sich manieriert verhaltenden Mann („Modegeck“, Modenarr, „Stutzer“) sowie auf den Narren.

Seit den 1990er Jahren vollzog sich ein Wandel im Gebrauch des Wortes geek. Man verbindet damit mittlerweile einen Menschen, der sich intensiv mit einem Thema, besonders aus der Informatik,[2] beschäftigt oder einen unter Umständen extrovertierten Drang zur Anerkennung einer eigenen Lebensart besitzt.

Informatik- oder Computer-Geek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 20. Jahrhundert wurde diese Benennung häufig für Personen angewandt, die sich stark mit Mathematik, Technik oder Computern, häufig in neuen Medien beschäftigen. Diese Definition von Geek kommt der klassischen Definition von Hacker (oder Nerd) nahe. Die interaktive soziale Verhaltensweise von Geeks auf ihrem jeweiligen Fachgebiet sowie die Kommunikation von Geeks untereinander ist für andere meist unverständlich.

Computer-Geek“ nennt man eine Person mit stark gesteigertem Interesse an Computern und neuen Medien, häufig mit einer intensiven Beziehung zum Internet.

Weitere Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere gebräuchliche Verwendung des Wortes Geek ist die abfällig gemeinte Bezeichnung eines – häufig mit überdurchschnittlich hoher Intelligenz ausgestatteten – Menschen mit schwachen sozialen Fähigkeiten – oder jemanden, der diesen Anschein erweckt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten wird seit 1990 jeweils am 13. Juli der Embrace Your Geekness Day (‚Umarme-dein-Geek-Sein-Tag‘) gefeiert.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neil Feineman: Geek Chic. The Ultimate Guide to Geek Culture. Ginko Press, Corte Madera 2005, ISBN 1-58423-205-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Geek – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Douglas Harper: Online Etymology Dictionary (Englisch) Abgerufen am 21. Juni 2011.
  2. geek. In: Encarta Online. Microsoft Corporation, archiviert vom Original am 17. April 2009, abgerufen am 12. Dezember 2011 (englisch): „2. obsessive computer user: somebody who is a proud or enthusiastic user of computers or other technology, sometimes to an excessive degree ( informal )“
  3. Timo Lokoschat: Es wird eng im Kalender. 365 kuriose Gedenk- und Feiertage. Sanssouci im Carl Hanser Verlag, München 2010, ISBN 978-3-8363-0218-0, S. 114.