Geertruidenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gemeinde Geertruidenberg
Flagge der Gemeinde Geertruidenberg
Flagge
Wappen der Gemeinde Geertruidenberg
Wappen
Provinz  Noord-Brabant
Bürgermeister Marian Witte (parteilos)[1]
Sitz der Gemeinde Geertruidenberg
Fläche
 – Land
 – Wasser
29,64 km2
26,63 km2
3,01 km2
CBS-Code 0779
Einwohner 21.950 (1. Jan. 2022[2])
Bevölkerungsdichte 741 Einwohner/km2
Koordinaten 51° 42′ N, 4° 52′ OKoordinaten: 51° 42′ N, 4° 52′ O
Bedeutender Verkehrsweg A27 E311 A59 N623
Vorwahl 0162
Postleitzahlen 4931, 4941–4942, 4944, 5165
Website Homepage von Geertruidenberg
LocatieGeertruidenberg.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Geertruidenberg, Kirchturm in der Straße
Karte von Geertruidenberg, Isaak Tirion 1747, 1749

Geertruidenberg ( anhören?/i, deutsch Gertrudenberg[3]) ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Noord-Brabant. Am 1. Januar 2022 betrug ihre Einwohnerzahl 21.950. Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 29,6 km².

Die Gemeinde besteht aus dem Städtchen Geertruidenberg und den Dörfern Raamsdonk und Raamsdonksveer, wo sich die Gemeindeverwaltung befindet.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Nordwesten der Provinz, zwischen dem Biesbosch und Oosterhout, nördlich der Autobahn A59 und westlich der Autobahn UtrechtBreda (A27). Von dieser Autobahn führt die Ausfahrt nach Raamsdonksveer und dem 12 km nach Osten gelegenen Waalwijk. Geertruidenberg liegt an dem Fluss Amer (Siehe Oosterhout) und hat einen Binnenhafen. In der Gemeinde gibt es zwei große Elektrizitätswerke, hier beginnt die 380-kV-Leitung Geertruidenberg–Eindhoven. Wegen der Lage am Wasser haben sich eine vielseitige Industrie sowie Tourismus und die Landwirtschaft entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm I. von Holland verlieh Geertruidenberg 1213 das Stadtrecht, sie war damals die erste Stadt Hollands. Nach der Flutkatastrophe von 1421 verlor sie an Bedeutung. Trotzdem war das Gebiet bis zum Ende des Achtzigjährigen Krieges noch eine hart umkämpfte Grenzfestung zwischen Holland und Brabant. So wurde die Stadt 1573 von einem Heer aus Engländern, französischen Hugenotten und Watergeuzen in einem Überraschungsangriff erobert, und stand 1578 unter dem Kommando des Militärgouverneurs Christoffel von IJsselstein. 1589 wurde die Stadt jedoch von ihrer englischen Garnison an den Herzog von Parma verraten.[4] Im Sommer 1593 wurde sie jedoch von einer Englisch-Niederländischen Armee unter Moritz von Nassau zurückerobert.

1793 griffen die französischen Revolutionstruppen Geertruidenberg an und besiegten die in niederländischen Diensten stehenden Schweizer Regimente. Das Gebiet gehörte bis 1813 zu Holland.

Das Dorf Raamsdonk wurde 1273 zum ersten Mal erwähnt; es ist ein langgestrecktes Dorf der Gegend „Langstraat“, mit einer Tradition von Landwirtschaft und Leder- und Schuhmacherei. Raamsdonksveer entstand als Siedlung von Schiffern und Binsen- und Schilfbearbeitern bei einer Fähre.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Innenstadt von Geertruidenberg steht die gotische dreischiffige Gertrudenkirche. Am Marktplatz befinden sich das alte Rathaus und mehrere kleine Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Sowohl Geertruidenberg als auch Raamsdonksveer haben einen kleinen Jachthafen.

Das Naturgebiet Biesbosch ist nicht weit entfernt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die lokale Wahlliste Keerpunt74 gewann die Kommunalwahl im Jahre 2022 mit 24,3 Prozent der Stimmen und bildete bereits in der Legislaturperiode 2018–2022 eine Koalition mit der CDA, Lokaal+ und Morgen!.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl am 16. März 2022[5]
Wahlbeteiligung: 46,17 %
 %
30
20
10
0
24,34
20,66
16,03
12,5
11,63
10,64
4,21
n. k.
K74a
L+b
M!c
GBGd
SVGg
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2018
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,79
+1,08
−0,16
+12,5
−3,49
−2,70
−4,30
−4,7
K74a
L+b
M!c
GBGd
SVGg
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Keerpunt74
b Lokaal+
c Morgen!
d Gemeentebelangen Geertruidenberg
g Sociale Volkspartij Geertruidenberg

Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[5]
1982 1986 1990 1994 1996a 1999 2002 2006 2010 2014 2018 2022
Keerpunt74 4 4 5 8 5 4 6 5 4 2 5 5
Lokaal+b 4 4
Morgen!c 3 3
Gemeentebelangen Geertruidenberg 2
CDA 4 3 3 2 6 8 5 3 3 2 3 2
VVD 1 1 1 1 2 2 2 2 2 2 2 2
Sociale Volkspartij Geertruidenberg 1 1
D66 4 1
GroenLinks 2 1 2 1 2
Uw Drie Kernenb 3 5
SP 2 1 2
Partij Samenwerkingb 3 2 2 2 2 1
PvdAc 2 3 3 2 1 2 2 4 2 1
Aktie ’80 2 2 1
Gesamt 13 13 13 13 19 19 19 19 19 19 19 19
Anmerkungen
a Aufgrund der Eingemeindung von Raamsdonk zum 1. Januar 1997 fand eine außerplanmäßige Kommunalwahl im Jahre 1996 statt.
b Lokaal+ entstand zur Kommunalwahl 2018 durch den Zusammenschluss von Uw Drie Kernen und der Partij Samenwerking.
c Die Mitglieder der örtlichen PvdA-Fraktion schlossen sich zur Kommunalwahl 2018 der neu gegründeten Lokalpartei Morgen! an.

College van B&W[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Koalitionsparteien CDA, Keerpunt74, Lokaal+ und Morgen! werden im College van burgemeester en wethouders durch jeweils einen Beigeordneten repräsentiert. Folgende Personen gehören zum Kollegium[6]:

Funktion Name Partei Anmerkung
Bürgermeisterin Marian Witte parteilos seit dem 4. Oktober 2019 im Amt[1]
Beigeordnete John van Vugt Keerpunt74
Mike Hofkens Lokaal+
Kevin van Oort Morgen!
Adriaan de Jongh CDA
Gemeindesekretär Richard Nagtzaam seit Februar 2014 im Amt

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Geertruidenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nieuwe burgemeester in Geertruidenberg. In: rijksoverheid.nl. Rijksoverheid, 11. Juli 2019, abgerufen am 4. Oktober 2019 (niederländisch).
  2. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 28. Februar 2022 (niederländisch).
  3. Topographia Circuli Burgundici – Wikisource. Abgerufen am 19. November 2021.
  4. Israel, Jonathan (1995), The Dutch Republic: Its Rise, Greatness, and Fall 1477–1806, Clarendon Press, Oxford, ISBN 0-19-873072-1, S. 234
  5. a b Ergebnisse der Kommunalwahlen: 1982–2002 2006 2010 2014 2018 2022, abgerufen am 5. Juni 2022 (niederländisch)
  6. Samenstelling College van B&W. In: geertruidenberg.nl. Gemeente Geertruidenberg, abgerufen am 11. Januar 2019 (niederländisch)