Gefangenenrate

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Gefangenenrate in Gefangene je 100.000 Einwohner. Stand Mai 2012

Die Gefangenenrate (auch Gefangenenquote, Inhaftierungsquote oder Inhaftierungsrate) ist eine Größe aus der statistischen Soziologie. Sie gibt an, welcher Anteil der Bevölkerung eines Landes in Haft ist. Üblicherweise wird sie in Gefangenen pro 100.000 Einwohner angegeben. In europäischen Ländern liegt sie bei etwa 100 Gefangenen pro 100.000 Einwohner. Die höchste Gefangenenrate weltweit haben die Seychellen mit 868 Gefangenen pro 100.000 Einwohner, gefolgt von den USA mit 707, die niedrigste die Färöer, Liechtenstein und die Zentralafrikanische Republik mit jeweils 19.[1]

Situation in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland beträgt die Gefangenenrate 76 (Stand 2014).[2] Im Vergleich der Bundesländer auf Basis der Daten des Jahres 2012 hatte Berlin mit 124 den höchsten Wert, gefolgt von Bayern und Nordrhein-Westfalen mit 96 bzw. 95. Die niedrigste Gefangenenrate unter den Bundesländern hatte Schleswig-Holstein mit 48, die denjenigen in den skandinavischen Ländern entspricht. Die Sanktionsforscher Frieder Dünkel und Bernd Geng erklären dies damit, dass Schleswig-Holstein „seit jeher eine ‚reduktionistische Einsperrungspolitik‘ betrieben hat.“[3]

Unter den Inhaftierten sind stabil seit Jahrzehnten etwa fünf Prozent Frauen. Spezielle Gefangenenraten der weiblichen Bevölkerung werden nicht ermittelt.

Seit 2000 sinkt die Gefangenenrate in Deutschland.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. International Centre for Prison Studies, Highest to Lowest - Prison Population Rate, abgerufen am 31. Januar 2015
  2. International Centre for Prison Studies, abgerufen am 11. April 2015
  3. Frieder Dünkel, Bernd Geng: Die Entwicklung von Gefangenenraten im nationalen und internationalen Vergleich – Indikator für Punitivität? In: Soziale Probleme, 24. Jahrgang, 2013, Heft 1, S. 42–66, hier S. 51, Online-Version, PDF, abgerufen am 11. April 2015