Gefangenenrate

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Gefangenenrate in Gefangene je 100.000 Einwohner. Stand Mai 2012

Die Gefangenenrate (auch Gefangenenquote, Inhaftierungsquote oder Inhaftierungsrate) ist eine Größe aus der statistischen Soziologie. Sie gibt an, welcher Anteil der Bevölkerung eines Landes in Haft ist. Üblicherweise wird sie in Gefangenen pro 100.000 Einwohner angegeben. In europäischen Ländern liegt sie bei etwa 100 Gefangenen pro 100.000 Einwohner. Die höchste festgestellte Gefangenenrate weltweit haben die USA mit 760 Gefangenen pro 100.000 Einwohner, die niedrigste Osttimor mit 15.

Situation in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland betrug die zuletzt veröffentlichte[1] Gefangenenrate 88 (Stand 2009), im Vergleich der Bundesländer hatten die Stadtstaaten Berlin mit 143 und Hamburg mit 105 die höchsten Werte, gefolgt von Bayern und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 98. Die niedrigste Gefangenenrate unter den Bundesländern hatte Schleswig-Holstein mit 51. Das nördlichste Bundesland weist traditionell die niedrigste Rate auf und hat damit inzwischen die meisten skandinavischen Länder unterboten, was auf eine spezifische Strafverfolgungs- und Sanktionspraxis hinweist.[2]

Unter den Inhaftierten sind stabil seit Jahrzehnten etwa fünf Prozent Frauen. Spezielle Gefangenenraten der weiblichen Bevölkerung werden nicht ermittelt.

Seit 2000 sinkt die Gefangenenrate in Deutschland diskret.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. zum Folgenden: Justiz auf einen Blick. Ausgabe 2011, Wiesbaden: Statistisches Bundesamt, 2011, S. 28 f. (online)
  2. Frieder Dünkel, Bernd Geng, Christine Morgenstern, Strafvollzug in Deutschland. Aktuelle rechtstatsächliche Befunde, in: Forum Strafvollzug 1/2010, S. 27.