Gefecht bei Rhadern

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Gefecht bei Rhadern
Datum 13. September 1760
Ort Rhadern
Ausgang Französischer Sieg
Konfliktparteien

Frankreich Konigreich 1792Frankreich Frankreich

Kurfürstentum Braunschweig-LüneburgKurfürstentum Braunschweig-Lüneburg Kurhannover
Preussen KonigreichKönigreich Preußen Preußen

Befehlshaber

Comte de Stainville
Comte de Scey
Comte de Melfort

Oberst Graf Reinhold Johann von Fersen
Major von Bülow

Truppenstärke
ca. 4000 Mann Infanterie
ca. 6000 Reiter
? Artillerie
ca. 6000 bis 10.000 Mann
Verluste

50 Gefallene und Verwundete

400 Gefallene und Verwundete, 400 Gefangene - 8 Kanonen

Das Gefecht bei Rhadern war eine Episode des Siebenjährigen Krieges. Es fand am 13. September 1760 westlich und südwestlich des hessischen Dorfes Rhadern statt. Befehlshaber waren auf französischer Seite der Lieutenant général des armées Comte de Stainville und auf Seite der Alliierten der kurhannoversche Oberst von Fersen und der preußische Major August Christian von Bülow. Es endete mit einem Sieg der Franzosen.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während sich König Friedrich II. bemühte, die Österreicher und Russen an seinen östlichen Grenzen zurückzuschlagen, ergriffen die Franzosen erneut die Initiative zur Eroberung des Kurfürstentums Hannover, dessen Herrscher gleichzeitig der König von England war. Es war dies ein Versuch, die Niederlagen in Kanada und in Indien auszugleichen.

Am 12. September 1760 erfuhr der französische Oberkommandierende, der Maréchal de Broglie, von der Zusammenziehung feindlicher Kräfte bei Marburg und begab sich mit seinem Corps nach Marienhagen.

Am 13. September stieß die Abteilung des Comte de Stainville beim Marsch in Richtung Frankenberg zwischen Rhadern und Münden (Lichtenfels) auf eine alliierte Armeeabteilung, teilweise aus der Légion Britannique bestehend.

Beteiligte Kräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Détachement des Comte de Stainville bestand aus dem Régiment d’Auvergne und dem Régiment de Bouillon, sowie der Brigade des Comte de Scey mit dem Régiment du Roi dragons und dem Régiment de La Ferronnays dragons[1][2]. Weiterhin stand der Louis Drummond, comte de Melfort an der Spitze einer KIavalleriebrigade mit dem Régiment Royal-Pologne cavalerie, dem Régiment de Poly cavalerie und dem Régiment de Toustain cavalerie.

Die Preußisch-hannoverschen Truppen wurden kommandiert von Oberst Graf von Fersen[3]. Ihm zur Seite stand der Major August Christian von Bülow, der auch Kommandant der beteiligten Légion Britannique war.

Das Gefecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Gegner waren zunächst durch die Wilde Aar, die in die Oker mündete, voneinander getrennt. Die Alliierten standen dabei am Vorderhang eines Hügels.

Zu Beginn blieb das „Régiment d'Auvergne“ an Ort und Stelle, während das „Régiment de Bouillon“ zwei Bataillone zur Besetzung der Burg Lichtenfels abstellte, um so die linke Flanke zu decken. Nach der Besetzung der Ausgangspositionen gab der Comte de Stainville um 10:00 Uhr den Befehl zum Angriff.[4]

Die Jäger des „Régiment d'Auvergne“ überquerten den Bach und die kleine Schlucht, die die beiden Parteien trennte und griffen mit dem Bajonett die feindlichen Stellungen am Hang des Hügels an. Gleichzeitig attackierten die Dragoner der Regimenter „du Roi“ und „de La Ferronaye“ unter dem Comte de Scey und die schwere Kavallerie von „Royal Pologne“ aus einer anderen Richtung kommend, den Hügel und schlugen die sich dort befindliche Kavallerie zurück. Dabei wurde der Oberst Graf Fersen getötet.

Die Grenadiere und Jäger des Regiments „d'Auvergne“, kommandiert vom Marquis de Rochambeau, verfolgten anschließend den weichenden Feind, wobei sie vom „Régiment Royal Pologne cavalerie“ unterstützt wurden. Der Kampf ging weiter, die eingesetzten acht Schwadronen zwangen den Feind, die Höhe zu verlassen und dabei drei Kanonen aufzugeben. Dieser zog sich in Richtung Münden zurück, um dort einen anderen Hügel zu besetzen. Bei dieser Aktion mussten weitere drei Kanonen stehengelassen werden.

Die französische Artillerie unterhielt heftiges Feuer, während die Infanterie, die von den Dragonern begleitet wurde, den zurückweichenden Feind in schwierigem Gelände, das von Hügeln, Gräben und kleinen Schluchten geprägt war, weiter verfolgte. Dabei wurden im Wald noch zwei zurückgelassene Kanonen vorgefunden.

Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Franzosen erbeuteten acht Kanonen mit allem Zubehör, 40 Munitionskarren, sowie 1200 Kavallerie- und Zugpferde.

Die Hannoveraner mussten den Tod ihres Kommandeurs, des Oberst Graf von Versen beklagen, der Major von Bülow geriet schwer verwundet in Gefangenschaft und verstarb einige Tage später.[5]

Stainville hatte aus der Aktion keinen entscheidenden Vorteil gezogen und musste einen Winterfeldzug gegen die Preußisch-Hannoveraner Truppen durchführen, was zur Niederlage im Gefecht bei Langensalza im Februar 1761 führte.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Juin-Oct. 1760, http://books.google.fr/books?id=5MArAQAAIAAJ&pg=PA616
  2. Gazette du 5 janvier 1760, http://books.google.fr/books?id=Nw1NAAAAcAAJ&pg=PA156
  3. über Fersen ist nichts weiteres bekannt
  4. GUERRE DE SEPT ANS
  5. Correspondance inédite du duc de Broglie, tome 2, p. 459

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antoine-Henri, Baron de Jomini „Histoire Critique et Militaire des Guerres de Frédéric II“ Librairie militaire de J.B. Bruxelles 1841
  • M.L.R.D.B. „Journal de la Campagne de MDCCLX“ Francfort 1761
  • Franz von Kausler „Atlas des plus Mémorables Batailles, Combats et Sièges des temps anciens, du moyen age et de l'age moderne“ Karlsruhe 1831
  • Charles-Pierre-Victor Pajol „Les guerres sous Louis XV“ Adegi Graphics LLC New York 2011 ISBN 978-0543944313