Geheimdiplomatie

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Als Geheimdiplomatie bezeichnet man diplomatische Verhandlungen zwischen Staaten, die geheim gehalten werden, erst seit dem 19. Jahrhundert.

An sich ist es für Diplomatie typisch, dass sie nicht-öffentlich abläuft, denn die Gefahr, dass einer der Verhandlungspartner sein Gesicht oder das Vertrauen anderer Staaten verliert, wenn bekannt wird, zu welchen Zugeständnissen er im Verhandlungsfall bereit ist, ist groß.

In der Zeit der Kabinettspolitik war daher Geheimdiplomatie selbstverständlich. Doch seit der Französischen Revolution, wo über internationale Verträge und Krieg und Frieden nicht Fürsten, sondern Nationen entscheiden, ist vorbereitende Propaganda die Voraussetzung für die Akzeptanz eines Vertrages oder eines Krieges in der Bevölkerung und daher übliches politisches Mittel.

Weil in der Zeit des Imperialismus Geheimverträge üblich wurden und angenommen wurde, dass sie zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges beitrugen, forderte Woodrow Wilson in seinem 14-Punkte-Programm ein Verbot der Geheimdiplomatie.

Dennoch ist weiterhin Geheimhaltung in vielen Fällen notwendige Voraussetzung für diplomatischen Erfolg.

Beispiele sind die Kubakrise 1962 und die deutsche Ostpolitik ab 1969.

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Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]