Geinsheim (Neustadt)

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49.3044444444448.2561111111111113Koordinaten: 49° 18′ 16″ N, 8° 15′ 22″ O

Geinsheim
Ehemaliges Gemeindewappen von Geinsheim
Höhe: 113 m ü. NHN
Fläche: 11,74 km²[1]
Einwohner: 1954 (11. Jan. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 166 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67435
Vorwahl: 06327
Karte

Geinsheim (rot) innerhalb der Gemarkung von Neustadt

Blick auf Geinsheim

Blick auf Geinsheim

Das Dorf Geinsheim (pfälzisch Goise) in der Vorderpfalz wurde am 7. Juni 1969 als Stadtteil und Ortsbezirk in die 10 km nordwestlich gelegene kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz eingemeindet.[2][3]

Geographie[Bearbeiten]

Das pfälzische Straßendorf Geinsheim liegt, worauf auch sein Name hindeutet, im sogenannten „Gäu“, der flachen Gegend zwischen der Deutschen Weinstraße und dem Rhein in der Oberrheinischen Tiefebene.

Von Neustadt im Westen und Speyer im Osten ist Geinsheim etwa gleich weit entfernt. Rad- und Wanderwege, insbesondere der Radweg Neustadt–Speyer, prägen die flache Landschaft, durch die nördlich des Ortes der Hörstengraben fließt, bevor er bei Hanhofen in den Speyerbach mündet.

Nachbargemeinden und Ortschaften sind von Norden aus im Uhrzeigersinn über ein kurzes Stück (einige Meter) der Neustadter Stadtteil Lachen-Speyerdorf, Haßloch im Landkreis Bad Dürkheim, Hanhofen und Harthausen im Rhein-Pfalz-Kreis, Gommersheim und Böbingen im Landkreis Südliche Weinstraße sowie Duttweiler als weiterer Stadtteil von Neustadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Geinsheim wurde anlässlich von Schenkungen an das Kloster Lorsch erstmals 774 als „Gunzing“, dann auch 778 und 788 (als „Gunzinheim“) im Lorscher Codex erwähnt.[4]

Einwohner[Bearbeiten]

Früher war Geinsheim ein typisches Bauern- und Winzerdorf, heute wird es immer mehr zu einem Wohnvorort von Neustadt. Die Einwohnerzahl seit der Eingemeindung ist annähernd konstant geblieben. So hatte Geinsheim im Juni 1969 insgesamt 1927,[2] im Juni 2011 1937[5] und im Januar 2012 1954[1] Einwohner.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmalschutz[Bearbeiten]

Der bis zu 500 Jahre alte Ortskern ist als Denkmalzone unter Schutz gestellt.

Sakralbau[Bearbeiten]

Der geschützte Bereich umfasst auch das Wahrzeichen der Gemeinde, die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul mit neugotischer Fassade und dem seit einiger Zeit wieder als Nistplatz für Weißstörche dienenden Storchenturm. Sie gilt als größtes Gotteshaus im Gäu und wird deshalb im Volksmund auch „Gäu-Dom“ genannt. Von der um 1500 entstandenen Kirche sind noch Turm und Chor mit Sakristei erhalten.

Profanbauten[Bearbeiten]

Das älteste Profangebäude in der Denkmalzone, das zum Anwesen Gäustraße 96 gehört, entstand um das Jahr 1600 und ist der Renaissance zuzuordnen. Das Gut in der Gäustraße 79/81 mit seiner Scheune, in dem die Abgaben an das Speyerer Domkapitel gelagert wurden, stammt aus dem Barock. Das klassizistische ehemalige Schulgebäude, in dem heute die Ortsverwaltung untergebracht ist, sowie mehrere Zwei- bzw. Dreiseitgehöfte aus dem 18. bis 20. Jahrhundert runden die Denkmalzone ab.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Neben etwas Wein werden vor allem Spargel, Tabak, Zuckerrüben, Getreide und Kartoffeln angebaut. Obst und Gemüse aus eigenem Anbau verkaufen die Anbauer oft direkt vor dem Haus an der Straße oder im Hof.

Verkehr[Bearbeiten]

Geinsheim besaß ab 1905 einen Bahnhof an der 1956 stillgelegten Lokalbahn Speyer–Neustadt. Direkt für den Straßenverkehr erschlossen wird Geinsheim über die Bundesstraße 39, die Neustadt mit Speyer verbindet. Auf dieser wurde nach jahrzehntelanger Planung und vier Jahren Bauzeit am 30. August 2005 die 3,4 km lange Ortsumgehung Geinsheim freigegeben. Mit der Nordumfahrung wurde die letzte Ortsdurchfahrt auf diesem 18 km langen Abschnitt der B 39 zwischen Neustadt und Speyer beseitigt. Über 10.000 Fahrzeuge waren täglich durch Geinsheim gefahren.

Über die B 39 ist Geinsheim auch an das überregionale Straßennetz angebunden. 6 km westlich verläuft die Autobahn 65 (Ludwigshafen am RheinKarlsruhe, Anschlussstelle Neustadt-Süd). 10 km östlich liegt die B 9 (Ludwigshafen–Wörth am Rhein, Anschlussstelle Speyer-Mitte), über die nach weiteren 4 km die A 61 (KoblenzHockenheim, Anschlussstelle Speyer-Nord) erreicht werden kann.

Vereine[Bearbeiten]

Von den Chorsängern 1791 Geinsheim wird behauptet, sie seien Deutschlands ältester Männergesangverein. Im Fußball ist der ehemalige Oberliga-Verein SV 1920 Geinsheim aktiv. Ab 1973 entstand der 18-Loch-Golfplatz des Golf-Club Pfalz.

Feste[Bearbeiten]

Geinsheim feiert am letzten Augustwochenende die traditionelle Wein- und Ludwigskerwe. Immer am 3. Wochenende im Juni findet das zweitägige Feuerwehrfest der Löschgruppe Geinsheim statt.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Theodor Schneider (1703–1764), Jesuit; erster deutscher katholischer Missionar im Gebiet der USA
  • Thaddäus Stahler (1857–1938), Prälat; Domkapitular, Dompropst und Domdekan im Bistum Würzburg sowie langjähriger Vorsitzender des Bayerischen Klerusverbands

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geinsheim (Neustadt) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Homepage der Stadt Neustadt: Zahlen Daten und Fakten
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 189 (PDF; 2,6 MB)
  3. Hauptsatzung der Stadt Neustadt an der Weinstraße (PDF)
  4. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2102, 29. Juni 774 – Reg. 1048. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 43, abgerufen am 5. Februar 2016.
  5. Allg. Daten zum Dienstbezirk Neustadt an der Weinstraße. Polizei Rheinland-Pfalz, abgerufen am 16. April 2012.