Geiselnahme am Norrmalmstorg

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Die Geiselnahme am Norrmalmstorg (in Schweden hauptsächlich als Norrmalmstorg-Drama, Norrmalmstorgsdramat, bezeichnet) ereignete sich vom 23. bis 28. August 1973 in der damaligen Kreditbanken auf dem Platz Norrmalmstorg in Stockholm und zog sich über 131 Stunden hin. Sie war einer der ersten Kriminalfälle, über den die schwedischen Medien live berichteten. In der Folge gab der Psychiater Nils Bejerot einer Überlebensstrategie der Geiseln den Namen „Stockholm-Syndrom“.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Kreditbanken-Gebäude in Stockholm 2005

Der Raub begann, als Jan Erik „Janne“ Olsson, ein Gefangener auf Freigang, in die Kreditbank am Norrmalmstorg im Stadtzentrum von Stockholm ging. Die Polizei wurde gerufen, bei einem Schusswechsel wurde einer der beiden Polizisten verletzt.

Olsson nahm vier Personen als Geiseln (Birgitta Lundblad, Elisabeth Oldgren, Kristin Enmark und Sven Säfström) und forderte, dass der in ganz Schweden bekannte Verbrecher Clark Olofsson aus dem Gefängnis zu ihm gebracht werden sollte. Er forderte außerdem drei Millionen Kronen, schusssichere Westen, Helme, zwei Waffen und ein Fluchtfahrzeug. Bei zwei Gelegenheiten telefonierten Olofsson, Olsson oder eine der Geiseln (Kristin Enmark) mit dem damaligen Ministerpräsidenten Olof Palme.[1]

Die Bankräuber und ihre Geiseln verbarrikadierten sich dann in der Bank. Am 26. August bohrte die Polizei ein Loch in das Dach, durch das sie zunächst eine Kamera einführte. Am 28. August wurde durch dieses Loch Gas in die Bank eingeleitet und das Drama dadurch beendet. Niemand kam dabei zu Schaden.

Verurteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Janne Olsson wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt und kam nach acht Jahren frei. Er hat sich nach dem „Drama vom Norrmalmsplatz“ nicht mehr strafbar gemacht. Er zog mit seiner Frau und Familie nach Thailand und lebt heute in Schweden.

Clark Olofsson wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt, später jedoch freigesprochen, da seine Teilnahme an der Geiselnahme nicht freiwillig war. Er musste allerdings seine Reststrafe absitzen; mehrere Gefängnisausbrüche, Überfälle und weitere Haftstrafen folgten.[2] 1991 benannte er sich in Daniel Demuynck um und nahm die belgische Staatsangehörigkeit an. 2009 wurde er wegen schwerer Drogendelikte zu neun Jahren Haft verurteilt.[3] Am 15. November 2016 wurde Olofsson aus dem Gefängnis Kumlaanstalten in Kumla entlassen und vom Flugplatz Örebro in einem gecharteten Flugzeug nach Belgien geflogen, wo er seine Reststrafe verbüßt. Er kann frühestens im November 2017 entlassen werden. Darüber hinaus darf er auf Lebenszeit nicht nach Schweden zurückkehren.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geiseldrama am Norrmalmstorg wurde 2003 von Håkan Lindhé unter dem Titel Norrmalmstorg (internationaler Titel The Stockholm Syndrome) verfilmt.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Geiseldrama vom Norrmalmstorg - Das Drama Tag für Tag
  2. spiegel.de: Die Geburt des "Stockholm-Syndroms" Artikel vom 30. August 2016
  3. metro.se: Clark Olofsson har lämnat Sverige Artikel vom 15. November 2016 (schwedisch)
  4. expressen.se: Clark Olofsson lämnar Sverige – för alltid Artikel vom 15. November 2016 (schwedisch)
  5. Norrmalmstorg in der Internet Movie Database (englisch)