Geiselnahme von Budjonnowsk

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Die Geiselnahme von Budjonnowsk fand 1995 in der südrussischen Stadt Budjonnowsk statt.

Tschetschenische Kämpfer unter der Führung von Schamil Bassajew nahmen am 14. Juni 1995 im Spital der Stadt zwischen 1100[1] und 1600 Geiseln.[2] Bei einer gewaltsamen Stürmung des Krankenhauses durch russische Sicherheitskräfte wurden 120 Geiseln getötet und rund 400 verletzt. Der damalige Präsident Boris Jelzin kritisierte später das gewaltsame Vorgehen der russischen Truppen. Die Geiselnahme verlief insgesamt sechs Tage lang.[3]

An direkten Verhandlungen mit Bassajew nahm unter anderem Abgeordneter der Staatsduma, Russlands zum damaligen Zeitpunkt berühmtester Psychotherapeut und Wunderheiler Anatoli Kaschpirowski teil.[4] Am 18. Juni 1995 vereinbarte Ministerpräsident Wiktor Tschernomyrdin mit Bassajew die Freilassung der überlebenden Geiseln gegen die Einstellung der russischen Militäraktionen im Ersten Tschetschenienkrieg, den Beginn von Friedensgesprächen und freien Abzug der Geiselnehmer.

Der FSB-Vorsitzende Sergei Stepaschin und Innenminister Wiktor Jerin verloren danach ihre Posten.

Als unmittelbare Folge des Geiseldramas in Budjonnowsk wurde in Russland ein Gesetz zur Terrorismusbekämpfung verabschiedet, das dem Staat grundsätzlich verbietet, den Forderungen der Terroristen nachzugeben.[5] Der 22. Juni 1995 wurde zum nationalen Trauertag in Russland erklärt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Neef: Tschetschenien: Wir werden leben. Der Spiegel, 26. Juni 1995, S. 120–122.
  2. Russland: Tod mit Symbolwert Die Zeit, 7. Juli 2006
  3. Rüdiger Dingemann: Westermann Lexikon Krisenherde der Welt. Konflikte und Kriege seit 1945, Westermann, Braunschweig 1996, ISBN 3-07-509516-8. S. 647
  4. А. Кашпировский | Будённовск - «Отцы» Победы. Abgerufen am 12. Januar 2018 (englisch).
  5. Риа Новости: Хронология захвата заложников в городе Буденновск . Справка. 10. Juni 2011, abgerufen am 12. Januar 2018 (russisch).
  6. Российские будни. 16. Dezember 1997, abgerufen am 12. Januar 2018.